Initiative soll günstigen Wohnraum auf Werkhofareal verhindern
Volksinitiative in Illnau-Effretikon
Auf dem Areal des bisherigen Werkhofs in Effretikon sollen Wohnungen entstehen. Ein Initiativkomitee der FDP fordert nun, dass das städtische Grundstück ohne wertmindernde Auflagen verkauft wird.
Anfang März haben die Stimmberechtigten der Stadt Illnau-Effretikon den Kredit von rund 39 Millionen Franken zur Erstellung eines neuen Werk- und Feuerwehrgebäudes im Gebiet Eselriet beschlossen. Nach Bezug des neuen Gebäudes wird der Werkhof am bisherigen Standort an der Grendelbachstrasse frei. Über die Nutzungsmöglichkeiten ist man sich noch nicht einig.
Die Stadt plant ein Verkauf mit Auflagen: Mindestens 50 Prozent sollen für vergünstigten Wohnraum in Kostenmiete zur Verfügung gestellt werden. Dagegen will sich ein Initiativkomitee der FDP jetzt wehren. «Dies begünstigt nur wenige Personen, aber schadet den Finanzen und damit uns allen», sagt dessen Präsident Thomas Hägi.
Das Initiativkomitee fordert, dass der Stadtrat dieses zirka 6800 Quadratmeter grosse und frei werdende Grundstück in eine Wohnzone umwandle und es ohne wertmindernde Auflagen verkaufe. Zu diesen Auflagen würden beispielsweise Mietzinsbeschränkungen, Vorgaben zum vergünstigten Wohnungsbau oder zur Kostenmiete gehören.
«Der Verkauf des Grundstücks ohne wertmindernde Auflagen trägt zu einer nachhaltigen Entwicklung unserer Stadt mit attraktivem Wohnraum und gesunden Finanzen bei», sagt Hägi weiter. Denn durch den Verkauf könne die Verschuldung der Stadt möglichst tief gehalten werden.
Laut der Jahresrechnung von Illnau-Effretikon sind die langfristigen Schulden auf über 40 Millionen Franken angestiegen, was laut Stadtrat Philipp Wespi (FDP) zur Folge haben könnte, dass im kommenden Jahr der Steuerfuss erhöht wird. Belastet wird die Rechnung neben der Grossinvestition in das neue Werk- und Feuerwehrgebäude auch durch die Erweiterung der Schulhäuser Eselriet und Schlimperg.
Das Initiativkomitee startet per sofort mit der Unterschriftensammlung. Für ein Zustandekommen der Initiative sind 400 Unterschriften notwendig.