Pfäffiker Parteien fordern Transparenz nach Eklat an der Schule
Schwuler Lehrer musste gehen
Alle Ortsparteien von Pfäffikon nehmen die Verantwortlichen der Schule Pfäffikon in die Pflicht. Sie wollen eine Aufarbeitung des Vorfalls am Schulhaus Obermatt.
Die Umstände, wie ein schwuler Lehrer am Schulhaus Obermatt in Pfäffikon seine Arbeitsstelle aufgeben musste, lassen auch die Pfäffiker Ortsparteien nicht kalt. In einer gemeinsamen Mitteilung fordern die Parteien von links bis rechts Transparenz und Aufklärung.
Vergangene Woche wurde publik, dass ein Lehrer ins Visier von wertkonservativen Eltern geraten war. Obwohl sich Vorwürfe gegen ihn und seinen Sexualkundeunterricht als haltlos erwiesen, wurde das Arbeitsverhältnis aufgelöst. Er verlor die Unterstützung seiner Vorgesetzten.
«Sämtliche Parteien stehen für ein Miteinander, in welchem einander mit Respekt begegnet wird», schreiben EVP, FDP, GLP, Grüne, SP und SVP. Sie sprächen sich gegen jegliche Form der Diskriminierung aus.
Bevölkerung muss informiert werden
«Insbesondere Schulen haben eine eminent wichtige Rolle für unsere Gesellschaft», betonen sie und ergänzen, dass Ziele und Methodik des Schulunterrichts im Lehrplan 21 gesetzlich vorgegeben sind – so auch die Sexualkunde.
«In einer Krise ist es entscheidend, dass die zuständigen Personen zeitnah Verantwortung übernehmen», steht weiter in der Mitteilung. Die Bevölkerung habe ein grundlegendes Anrecht auf umfassende Information im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten über den Vorfall und dessen Konsequenzen.
Die Parteien fordern deshalb, dass sofort und möglichst umfassend informiert werden muss. Dazu seien der Schulpräsident und die leitenden Gremien der Schule verpflichtet, damit das Wohlbefinden der Schüler, der Eltern sowie des gesamten Lehrkörpers und der Bevölkerung gewahrt werde.
Schule bisher zurückhaltend
Zur unmissverständlichen Kommunikation gehörten auch eine Einschätzung beziehungsweise das Offenlegen möglicher Fehler und das Aufzeigen, wie die Schule diese inskünftig in ähnlichen Fällen verhindern wolle.
Die Parteien sind überzeugt: «Nur so kann das aktuell erschütterte Vertrauen in die Schule Pfäffikon wiederhergestellt werden.»
Vonseiten der Schule wurde bisher nur zurückhaltend kommuniziert – auch mit Verweis auf den Persönlichkeitsschutz. «Wir bedauern sehr, dass wir die Situation nicht zufriedenstellend lösen konnten, halten aber fest, dass die Schule keinerlei Diskriminierung duldet», schrieb Schulpräsident Hanspeter Hugentobler (EVP) letzte Woche.
Er kündigte zudem an, die Ereignisse mit externer Begleitung analysieren zu wollen. Ausserdem hat er einem Gespräch mit Vertretern von Pink Cross, dem Dachverband der schwulen und bisexuellen Männer, zugestimmt. Darin soll es um strukturelle Massnahmen für die Zukunft gehen.
Wir haben das Schulpräsidium Pfäffikon mit den Forderungen der Parteien konfrontiert. Lesen Sie hier, wie der Vizepräsident der Schule Pfäffikon darauf reagiert.
