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Turbenthal sagt Ja zur Einheitsgemeinde und zur Kreisschule

Festlegen wollen sich die Stimmberechtigten aus Turbenthal noch nicht. Das hat Folgen.

Die Kirchgemeinde ist bereits mit Wila fusioniert. Die Schulen können nun Verhandlungen aufnehmen.

Foto: Manuela Kägi

Turbenthal sagt Ja zur Einheitsgemeinde und zur Kreisschule

Grundsatzabstimmung im Tösstal

Die Stimmberechtigten aus Turbenthal halten sich alle Optionen offen. Trotzdem scheint eine Variante mehr Unterstützung zu geniessen.

Die Turbenthaler zeigen am Sonntag deutlich: Sie wollen die aktuellen Gemeindestrukturen überdenken. Die Konstellation aus drei Gütern, mit der Politischen Gemeinde, der Primarschule Turbenthal und der Sekundarschulgemeinde Turbenthal-Wildberg, wird vermutlich nicht mehr ewig Bestand haben.

Doch in welche Richtung sich die Gemeinde entwickeln soll, das ist noch völlig offen. Denn die Stimmberechtigten wollen sowohl die Einführung einer Einheitsgemeinde weiterverfolgen als auch eine mögliche Kreisschule Mittleres Tösstal. Beide Vorlagen erhielten an der Urne eine Mehrheit.

Deutlicher ist die Zustimmung zur Einheitsgemeinde. In der Politischen Gemeinde Turbenthal stimmten 62,76 Prozent der Stimmberechtigten dafür, dies bei 1006 Ja- und 597-Nein-Stimmen. Die Stimmbeteiligung lag bei 50,2 Prozent.

Gleichzeitig wurde die Abstimmung zur Einheitsgemeinde auch in den beiden Schulgemeinden durchgeführt, die Resultate variieren dabei aufgrund der unterschiedlichen Anzahl der Stimmberechtigen. Doch überall resultiert ein deutliches Ja. Der Fehler beim Zählen von 39 Stimmen aus der Primarschulgemeinde ist deshalb nicht relevant, der Urnengang wird nicht wiederholt.

Den Prozess zur Bildung einer Einheitsgemeinde hatte der Gemeinderat letzten Sommer angestossen – die Einführung ist eines seiner Legislaturziele. In einer Einheitsgemeinde nimmt die Politische Gemeinde auch die schulischen Aufgaben wahr.

Wie geht das gleichzeitig?

Die drei Güter müssen nun die Verhandlungen aufnehmen und eine neue Gemeindeordnung ausarbeiten. Über diese wird dann nochmals an der Urne abgestimmt.

«Das ist ein Teilschritt auf dem Weg zur Einheitsgemeinde», freut sich Gemeindepräsident René Gubler (FDP). «Gleichzeitig wollten die Stimmberechtigten wohl noch nichts vergeben», ergänzt er.

Denn auch das Projekt «Kreisschule Mittleres Tösstal» wird weiterverfolgt. Die Stimmberechtigten der Primarschulgemeinde Turbenthal stimmten dem Vorhaben mit einem Ja-Anteil von 56,21 Prozent zu. Dies bei 855 Ja- und 666 Nein-Stimmen.

Die Idee dazu eingebracht hatte die Primarschulgemeinde letzten Herbst. Und zwar so kurzfristig, dass die Abstimmung zur Einheitsgemeinde vom November auf den März verschoben werden musste.

Die Primarschulpflege kann nun mit der Sekundarschulgemeinde Turbenthal-Wildberg und den beiden Wilemer Schulgemeinden Verhandlungen aufnehmen. Das Ziel ist, eine grosse Schulgemeinde im mittleren Tösstal zu bilden.

«Wir konnten den Stimmbürgern aufzeigen, dass sich die Herausforderungen der Schule mit einer grösseren Schulgemeinde lösen lassen», sagt Primarschulpräsident Ueli Laib (parteilos) zur Abstimmung. Man wolle nun mit den Anspruchsgruppen den Dialog vorwärtstreiben. «Das Resultat zeigt, dass die Stimmbürger offen für Veränderungen sind.»


> > Lesen Sie hier den Kommentar zur Abstimmung.


Die Idee einer Grossschule im Tösstal ist indessen nicht neu. 2016 scheiterte das Fusionsprojekt WWT der Schulen aus Wila, Wildberg und Turbenthal knapp – wegen 22 Stimmen aus Wildberg.

Das erneute Vorhaben der Primarschulpflege scheint auch Sympathien in der Nachbargemeinde Wila zu geniessen. So hatte Marianne Kleber am 16. Januar bei der Primar- und der Sekundarschulpflege Wila eine Einzelinitiative mit dem Titel «Prüfung Schulgemeinde Wila-Turbenthal» eingereicht. Noch ist offen, ob die Initiative gültig ist, die Schulpflegen müssen sie zuerst prüfen.

Das weitere Vorgehen in Wila hat allenfalls auch Auswirkungen auf die Verhandlungen in Turbenthal. Noch ist offen, wie die Gespräche zu den beiden Optionen gleichzeitig geführt werden können. Denn während der Gemeinderat möglichst schnell eine Vorlage ausarbeiten will, geht die Primarschule behutsamer vor. Einen Zeitplan hat sie nicht, sie will als Nächstes eine Vision der Schulen erarbeiten.

«Wir müssen jetzt mit dem Gemeindeamt abklären, wie und ob das parallel möglich ist», erklärt Gemeindepräsident Gubler. Denn umgesetzt werden kann nur eine der beiden Varianten.


In einer früheren Version dieses Artikels wurden andere Zahlen bei den Resultaten angegeben. Die Gemeinde hat die Ergebnisse am Montag korrigiert, da 44 Stimmzettel nicht im Protokoll berücksichtigt worden waren. Die Ja-Anteile sind bei beiden Vorlagen dadurch minim höher.

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