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Was ist besser für Turbenthal: Einheitsgemeinde oder Kreisschule?

Braucht Turbenthal eine Einheitsgemeinde oder geht es der Schule besser in einer Kreisschule? Gemeindepräsident René Gubler und Primarschulpräsident Ueli Laib im Streitgespräch.

Gemeindepräsident René Gubler (hinten links) im Streitgespräch mit Primarschulpräsident Ueli Laib (hinten rechts), das von Annabarbara Gysel (links) und Bettina Schnider (rechts) geführt wird.

Foto: André Gutzwiller

Was ist besser für Turbenthal: Einheitsgemeinde oder Kreisschule?

Präsidenten im Streitgespräch

Der Gemeindepräsident will eine Einheitsgemeinde, der Primarschulpräsident eine grössere Schulgemeinde. So begründen René Gubler und Ueli Laib ihre Positionen.

Annabarbara Gysel und Bettina Schnider

Darum geht es am 3. März

Anfang März stellt Turbenthal die Weichen für die Zukunft. Die Politische Gemeinde will von der Bevölkerung wissen, ob sie die Einführung einer Einheitsgemeinde weiterverfolgen soll. Diese würde eine Integration der Schulen in die Politische Gemeinde bedeuten.

Eigentlich hätte die Grundsatzabstimmung bereits im vergangenen November stattfinden sollen, musste dann aber kurzfristig verschoben werden. Denn die Primarschulpflege hat im September ihren eigenen Vorschlag eingebracht. Sie will mit den Wilemer Schulgemeinden Verhandlungen aufnehmen, um eine Kreisschule Mittleres Tösstal zu schaffen.

Die zwei Vorlagen sind voneinander unabhängig. Die Stimmbürger können beide annehmen oder ablehnen oder sich für eine davon entscheiden.

Im Streitgespräch legen Gemeindepräsident René Gubler (FDP) und Primarschulpräsident Ueli Laib (parteilos) ihre Positionen dar.

Herr Gubler, warum ist jetzt der Zeitpunkt, dass es eine Einheitsgemeinde braucht? Was muss sich verändern?

René Gubler: Das Thema ist nicht Veränderung. Seit mindestens acht Jahren ist die Einheitsgemeinde ein Legislaturziel. Unter meinem Vorgänger Georg Brunner haben wir es nicht vollzogen, weil wir im Gespräch waren mit der Gemeinde Wila, die vor zwei Jahren über eine mögliche Fusion abgestimmt hat. Wir wollen transparent sein gegenüber den Stimmbürgern und das Thema jetzt weiterverfolgen und prüfen. Es geht dabei nicht darum, ein pfannenfertiges Produkt auf den Tisch zu legen, für das wir jetzt schon viel Geld investieren. Wir wollen zuerst herausfinden, ob uns der Stimmbürger überhaupt den Auftrag gibt. Falls der Souverän Nein sagen würde, wäre für uns als Gemeinderat dieses Legislaturziel nicht mehr relevant.

Vonseiten der Primarschule kam dann der Vorschlag für eine Kreisschule Mittleres Tösstal. Warum wäre das jetzt der bessere Ansatz?

Ueli Laib: Die Herausforderung für die Schule ist immer noch die gleiche, wie sie schon seit wahrscheinlich 20 Jahren besteht. Wir erkennen, dass es für unsere Schulen langfristig schwierig wird, mit der jetzigen Grösse einen qualitativ guten Betrieb sicherzustellen. Das hängt mit den ständig steigenden Erwartungen zusammen. Diese kommen nicht nur vonseiten des Kantons oder des Gesetzgebers, sondern auch von der Gesellschaft. Und genau da stossen wir an Grenzen. Daher glauben wir, dass wir eine neue Struktur für die Schule brauchen, wenn wir nicht einfach an der Kostenspirale schrauben wollen.

Und diese Struktur ist aus Ihrer Sicht nicht die Integration in die Politische Gemeinde. Herr Gubler, will der Gemeinderat die Schule an die kurze Leine nehmen?

Gubler: Absolut nicht. Vielfach wird die Gemeinde als das Feindbild der Schule dargestellt. Dabei hat die Schule wie wir einen gesetzlichen Auftrag. Sie hat einen Bildungsauftrag zu erfüllen. Dafür braucht es ganz klar Mittel. Es ist nie ein Ziel von uns gewesen – das haben wir auch nie so kommuniziert –, dass wir bei der Schule den Rotstift ansetzen wollen und dass sie kein Geld mehr hat. Das wäre der falsche Ansatz.

Trotzdem stösst dieser Ansatz auf Skepsis. Glauben Sie, Herr Laib, nicht daran, dass es der Schule in einer Einheitsgemeinde noch gut gehen wird?

Laib: Es geht nicht in erster Linie darum, ob es der Schule gut geht oder nicht in einer Einheitsgemeinde. Es geht darum, ob wir durch eine grössere Schule Grössen- oder Skaleneffekte erreichen können. Wir haben auch geprüft, ob die Zusammenführung der Sek und der Primarschule eine Möglichkeit wäre. Beide Schulpflegen kamen aber zum Schluss, dass Aufwand und Ertrag nicht übereinstimmen würden. Denn es gibt keinen zusätzlichen Steuerfranken und kein zusätzliches Kind. Es geht auch darum, den Weg in die Professionalisierung zu finden. Will man mehrere Gebilde zusammenführen, muss man sich zuerst fragen, was damit erreicht werden soll. Wo gibt es Gemeinsamkeiten, wo Stolpersteine? Und diese Diskussion hat beim Thema Einheitsgemeinde zu wenig stattgefunden.

Fühlt sich die Schule vom Vorschlag des Gemeinderats überrumpelt?

Laib: Überrumpelt nicht. Wir wussten ja, dass die Gemeinde daran arbeitet. Wenn sie nicht mit dem Vorstoss gekommen wäre, dann hätten es wahrscheinlich andere gemacht. Wir wollen aber langsamer vorgehen. Aus unserer Sicht müssen das Bedürfnis und die Erwartungen der Bevölkerung in einem längerfristigen Prozess abgeholt werden. Das heisst nicht, dass der andere Ansatz falsch ist. Da gibt es verschiedene Wege, die ins Ziel führen.

Herr Gubler, haben Sie das Gefühl, dass es auch mit mehr Schnelligkeit funktionieren kann?

Gubler: Mir geht es nicht um Schnelligkeit. Wir haben einfach gesagt, dass es ideal wäre, wenn wir auf eine Legislatur hin fertig wären mit der Einheitsgemeinde. Es gibt aber schon zwei Parameter, die Einfluss auf unsere Zeitachse haben. Da wäre die ganze Grenzbereinigung zwischen den Primarschulen Wila und Turbenthal. Sie ist ein Stolperstein oder ein Stein, der für einen langen Weg sorgen kann, wenn es nach dem Entscheid des Bezirksrats Einsprachen gibt.

Die Grenzbereinigung scheint eine langwierige Sache zu sein. Das Problem wäre aber gelöst, sollte Wila eine Grossschule befürworten. Käme man so schneller ans Ziel?

Laib: Aus einer Schulperspektive, klar. Aber das ist nicht der einzige Treiber. Denn die Grenzbereinigung würde nicht alle Fragestellungen einfach lösen. Das Thema Struktur bleibt, und da ist die Situation in Wila sicher weniger komfortabel als in Turbenthal. Zudem wissen wir noch nicht, wie sich Wildberg in der ganzen Geschichte verhalten wird. Fusioniert Wildberg, muss die Sekundarschulgemeinde Turbenthal-Wildberg aufgelöst werden. Für die Wildberger Sek-Schüler gäbe es dann verschiedene Optionen. Würden sie nach Wila gehen, hätten wir auch in Turbenthal eine Sek, die zu gross ist zum Sterben und zu klein, um weiter zu überleben.

Kann die Einheitsgemeinde etwas beisteuern, wenn es um die Sicherung von Schulstandorten geht?

Gubler: So einfach ist das nicht. Es gibt natürlich noch weitere Varianten. Je nachdem, welche Gemeinde Wildberg tatsächlich aufnimmt, kann es sein, dass weder Turbenthal noch Wila diese Sek-Schüler hat. Aber ich weiss auch: Eine Einheitsgemeinde bringt keinen zusätzlichen Schüler und keinen Steuerfranken. Nur weil ich aus einer GmbH eine AG mache, gibt das nicht automatisch neue Kunden. Die Schülerzahl wird in Turbenthal trotzdem steigen, denn in der Gemeinde wird gebaut. Das fordert die Schule und die ganze Infrastruktur.

Sie wünschen sich also eine Gesamtplanung unter einem Dach. Arbeitet man bisher nur bei Budget und Rechnung zusammen?

Gubler: Grundsätzlich ist das ein Termin, der fix in unserem Terminkalender steht. Berührungspunkte gibt es aber auch bei der Bibliothek und beim Chinderhus. Dort ist die Gemeinde ebenfalls politisch vertreten. Die Wege sind jedoch lang. Nehmen wir das Thema Bibliothek: Bereits mein Vorgänger arbeitete an einem Vertrag, um die Höhe des Gemeindebeitrags zu regeln. Trotzdem gibt es immer noch keinen gemeinsamen Nenner, und ich bin seit eineinhalb Jahren Gemeindepräsident. Das ist aber nicht nur der Organisation geschuldet. Diese kann noch so gut sein, wenn die Person an der Spitze keine optimale Besetzung ist, geht es nicht. Matchentscheidend ist die Crew, die das Schiff führt.

Wie sehen Sie die Zusammenarbeit aus Sicht der Schule?

Laib: Es gibt Berührungspunkte, aber nicht wahnsinnig viele. Es gäbe sicher noch weitere bei Liegenschaften und im Unterhaltsbereich. Wir unterhalten mehr Gebäude, da sind wir professionell unterwegs. Davon hätte die Gemeinde wohl einen Nutzen, denn der Unterhalt eines Werkhofs und einer Schule sind nicht dasselbe. Aber ich kann mich nicht erinnern, dass die Gemeinde jemals gesagt hat: «Schulen, wir müssen unbedingt zusammenarbeiten.» Hingegen haben wir eine enge Zusammenarbeit mit der Sekundarschulpflege.

In einer Einheitsgemeinde gäbe es dann nur noch eine Schulpflege. Wie will man deren Präsidenten ins Boot holen, der dann auch im Gemeinderat sitzt?

Gubler: Mir ist da vor allem die Gesamtsicht der Gemeinde wichtig. Welche Auswirkung hat die Entwicklung der Gemeinde auf die Schule? Das geht von Kindergarten über Sekundarschule bis zu den Legislaturzielen. Der Schulpräsident ist Mitglied des Gemeinderats und steht einer Kommission mit selbständigen Verwaltungsbefugnissen vor. Wenn ich zum Beispiel das Konstrukt von Zell nehme, haben wir fünf Schulpfleger und eine Geschäftsleitung aus Schulleitern. Die Schulleiter sind für das operative Business verantwortlich und die Schulpflege für die strategische Ausrichtung. Das funktioniert.

Die Primarschulpflege macht sich hingegen Sorgen, dass der Schulpräsident in dieser Konstellation überlastet ist.

Laib: Andere Gemeinden machen das auch, ich möchte das gar nicht infrage stellen. Mir hat einmal ein Schulpflegepräsident aus einer Einheitsgemeinde erzählt: «Weisst du, ich führe die Schule nicht mehr, ich bin nur noch ihr Vertreter im Gemeinderat.» Es geht hier um hohe Stellenprozente und um andere Leistungsmodelle, mit einer Geschäftsleitung oder einem Leiter Bildung. Ich will nicht sagen, was gut ist. Aber diese Personen sind nicht gratis zu haben.

Würde die Reduktion von Schulpflegern also zu mehr Stellen in der Verwaltung führen?

Gubler: Ich will das Modell nicht vorwegnehmen. Ich habe nie gesagt, dass wir mit einer Einheitsgemeinde Kosten sparen wollen. Auch ich will eine gute Schule und gute Bildung. Jetzt gibt es einfach zwei Wege.

Wenn wir einen Blick in die Region werfen: Überall scheint das Modell der Einheitsgemeinde zu funktionieren. Trotzdem sagen Sie, eine grössere Schule ist besser. Ist man da nicht etwas auf verlorenem Posten?

Laib: Mir ist wichtig, dass wir sinnvollerweise eine grössere Schule sind für eine professionellere Organisation. Mit Wila und Turbenthal zusammen wäre die Schule immer noch kleiner als diejenige in Zell. Uns geht es nicht darum, gegen eine Einheitsgemeinde zu sein. Wenn die Leute am gleichen Strick ziehen, kann das funktionieren. Das Schadenspotenzial ist aber grösser. Wenn in einer Einheitsgemeinde jemand findet: «Schule ist nicht so wichtig», kann das eine Schule blockieren. Und dort wollen auch keine Lehrpersonen mehr arbeiten.

Ihre Ansichten unterscheiden sich. Trotzdem müssten Schule und Politische Gemeinde unter Umständen an einem Tisch zusammenkommen. Geht das?

Gubler: Gibt es nur ein Ja für die Prüfung der Einheitsgemeinde, ist die Zusammenarbeit relativ eng. Dann müssen wir zusammenkommen. Bei einem Ja zur Grossschule werden wir als Gemeinde zwar zum Austausch eingeladen, aber direkten Einfluss hätten wir in der Schule nicht.

Die Bevölkerung könnte auch beide Wege prüfen wollen, die Einheitsgemeinde und die Grosschule.

Gubler: Bei einem doppelten Ja würde auf beiden Seiten Aufwand entstehen. Das kostet, und wir würden auch etwas Aufwand für den Steuerzahler generieren. Dessen muss man sich bewusst sein.

Würde sich die Schule bei einer Mehrheit zur Einheitsgemeinde auch kooperativ zeigen?

Laib: Der Entscheid des Stimmbürgers ist zu akzeptieren. Wir wollen dem Stimmbürger eine zweite Option aufzeigen. Es gibt eine Alternative, die wir auch begründen.

Welche Arbeiten würden dann für eine Einheitsgemeinde nach der Abstimmung anstehen?

Gubler: Bei einem Ja zur Einheitsgemeinde geht es darum, die ganze Gemeindeordnung und alle mitgeltenden Dokumente zu überarbeiten. Da müssen wir uns mit der Schule absprechen, die Organisation und Eckwerte bestimmen.

Laib: Wenn die Einheitsgemeinde angenommen wird, muss sich die Schule Gedanken machen, wie sie sich neu aufstellt. Wir haben etwa 200 Mitarbeitende. Diese Leute muss man abholen. Man muss eine Organisation zustande bringen, die glaubwürdig ist und die vom Team getragen wird. Auch die Trägerschaft der Heilpädagogischen Schule muss geklärt werden. Heute ist die Schulpflege Träger, in einer Einheitsgemeinde nicht mehr.

Ist die Heilpädagogische Schule jetzt schon Thema beim Gemeinderat?

Gubler: Das ist für mich nicht auf Punkt eins. Wie gesagt, wenn wir den Auftrag erhalten, gehen wir das Thema seriös an. Wir schauen uns alle Schnittstellen, alle Organisationen an.

Und wie wäre das Vorgehen bei einem Ja zur Grossschule?

Laib: Es ist sicher ein langsameres. Bei uns geht es dann darum, die Bevölkerung in beiden Gemeinden abzuholen – aber nicht nur sie, auch die Lehrpersonen und die Behörden. Es gilt zu klären, wie die Anspruchshaltung an eine Schule aussieht. Aber es gibt natürlich verschiedene Komponenten, die da reinspielen, auch bei einer Einheitsgemeinde. Aufs Gas zu drücken und gleichzeitig zu wissen, dass es bei der Grenzbereinigung noch nicht vorwärtsgeht – das kann man mit Behördenmitgliedern machen, mit Angestellten nicht.

Gubler: Ich möchte an dieser Stelle betonten: Unsere Mitarbeiter auf der Gemeindeverwaltung sind uns nicht egal – auch sie holen wir ab, wenn wir etwas machen. Die Frage ist einfach, ob man bei 200 Mitarbeitenden tatsächlich den hintersten und letzten abholen kann.

Laib: Alle kann man nie abholen. So tickt aber die Schule, ich kann das nur sagen.

Gubler: Am Schluss muss die Schulpflege entscheiden. Du kannst die Basis abholen, aber ihr fällt den Entscheid. Sonst bräuchte es die Schulpflege nicht. Manchmal muss man als Chef hinstehen und entscheiden. Du bist der Chef von dem Schiff, auch wenn du alle im Boot hast, die rudern.

Herr Laib, Sie schauen kritisch.

Laib: Das zeigt jetzt ein bisschen Unkenntnis der Sachlage. Im Volksschulgesetz ist die Mitwirkung von Lehrpersonen gesetzlich verankert. Damit die Schulpflege einen Entscheid fällen kann, müssen die Lehrpersonen angehört werden. Sie müssen zwingend anwesend sein in einer Schulpflegesitzung. Das ändert nichts, aber es ist einfach eine Verständnisfrage. Wenn man den Weg der Einheitsgemeinde gehen will, muss man zuerst schauen, wo es einen Benefit gibt, und nicht einfach sagen: «Jetz gömmer,»

Gubler: Es gibt einen Auftrag der Bevölkerung, wenn der Souverän sagt: «Ja, macht das endlich.»

Laib: Genau, dann machen wir es.

Gubler: Und wenn nein, wenn es heisst: «Sorry, das chönder jetz vergesse», dann machen wir es nicht.

Laib: Aber wir holen einen Auftrag ab, und – du sagst es – vieles ist noch nicht so klar. Aber wir haben teilweise schon eine genaue Vorstellung davon, was eine Einheitsgemeinde für die Schule bedeuten würde. Warum sollen wir uns darauf einlassen, wenn wir genau wissen, dass etwas anderes besser ist.

Gubler: Ich sage nicht, dass wir es nicht wissen. Ich will nicht im Voraus fixe Vorgaben machen. Wir erarbeiten das zusammen. Gewisse Dinge sind vorgegeben, der Schulpräsident ist dann Gemeinderat. Aber in den unteren Ebenen sind wir flexibel. Ich bin seit 35 Jahren in der gleichen Firma, habe zig Integrationen gemacht. Dabei wurde nicht zuerst die Organisation geändert, sondern die zusätzlichen Abteilungen drangehängt und das Konstrukt so ein paar Jahre laufen gelassen. Dort, wo die Leute die Leistung erbringen, im konkreten Fall den Bildungsauftrag, will ich doch nicht herumschrauben.

Würden die Lehrpersonen merken, dass Sie in einer Einheitsgemeinde arbeiten?

Laib: Der gute Unterricht findet bei der Lehrperson im Schulzimmer statt. Aufgabe der Führung ist es, einen guten Rahmen zur Verfügung zu stellen, damit das funktioniert. Dafür braucht es Schulleitungen, die geführt werden müssen. Heute ist das die Aufgabe des Präsidenten. In einer Einheitsgemeinde wäre das womöglich nicht mehr der Fall. Das ist abhängig vom Organisationsmodell. Es könnte eine neue Führungsstufe entstehen, was einen Einfluss auf den Durchgriff und die Entscheidungsgeschwindigkeit hätte. Diese Veränderung würden die Lehrpersonen spüren.

Macht man sich im Gemeinderat auch Gedanken, wie es den Schulen in einer Einheitsgemeinde gehen würde?

Gubler: Natürlich. Es geht nicht darum, dass wir die guten Schulen, die wir heute haben, kaputt machen. Was sollte das für ein Interesse sein? Am Schluss zählt, wie wir es gemeinsam schaffen, als Einheitsgemeinde eine gute Bildung, eine gute Infrastruktur zu haben. So, dass Turbenthal eine attraktive Zentrumsgemeinde bleibt.

Die attraktive Gemeinde Turbenthal soll bleiben, egal, in welcher Form. Letzte Frage: Wie lautet Ihr wichtigstes Argument für Einheitsgemeinde oder Grossschule in einem Satz?

Gubler: Eine transparente Gesamtsicht der Gemeinde.

Laib: Langfristig eine qualitativ gute Schule.

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