Diese Einschränkungen bringt die Sanierung der Usterstrasse
Bauarbeiten in Wetzikon
Ende Februar fahren an der Usterstrasse in Wetzikon die Baumaschinen auf. Die wichtige Durchgangsstrasse ist dann gesperrt. Das bedeutet das für den Verkehr.
Deshalb wird die Usterstrasse gesperrt
Im Abschnitt zwischen der Zürcher- und der Haldenstrasse entspricht die Usterstrasse nicht mehr den heutigen Anforderungen. «Zum einen müssen wir die Strasse sanieren, zum anderen auch die Leitungen», sagt der zuständige Stadtrat Heinrich Vettiger (SVP). «Dabei gehen wir nach dem Prinzip vor: ‹so wenig wie möglich, so viel wie nötig›.» Für das ganze Projekt hat der Stadtrat kürzlich einen Kredit von gut zwei Millionen Franken bewilligt.
So gibt es heute beispielsweise keine Velostreifen bergaufwärts. «Dieser Veloweg ist aber im Richtplan eingetragen», erklärt Vettiger. Deshalb soll er nun realisiert werden. «Zu diesem Zweck erhalten wir auch Agglomerationsbeiträge vom Bund.»

Zudem werden die Versorgungsleitungen für Gas, Wasser und Strom sowie die Kanalisation angepasst. Gleichzeitig beginnt auch der Bau der Fernwärmeleitungen für den künftigen Wärmeverbund ab der Abwasserreinigungsanlage.
Wegen der Bauarbeiten muss die Usterstrasse ab dem 26. Februar bis voraussichtlich im Oktober gesperrt werden. «Nur so kann die Qualität auf engstem Raum gewährleistet werden», erklärt Dario Erismann, Bereichsleiter Tiefbau und Strassenwesen der Stadt Wetzikon. «So gehen zudem die Bauarbeiten schneller voran, und die Arbeitssicherheit ist gewährleistet.»
Das bedeutet die Sperrung für den Durchgangsverkehr
Wer heute via Usterstrasse ins Aatal oder nach Oberwetzikon fahren will, der muss über die Weststrasse ausweichen.
«Die erneuerte Weststrasse ist genügend leistungsfähig und dafür da, um diese rund 10’000 Autos aufzunehmen», sagt Erismann. Es sei das erklärte Ziel, einen Verkehrskollaps wie bei der Sperrung des oberen Teils der Usterstrasse 2017 zu vermeiden.
Die Verkehrsteilnehmenden werden mit Hinweistafeln über die Umleitung informiert. «Diese stellen wir schon etwas früher auf, damit am 26. Februar möglichst viele vorinformiert sind.»
Durch die Umleitung sind auf dem Abschnitt der Zürcherstrasse auch mehr Autos unterwegs. Deshalb wird die Ausfahrt von der Bertschikerstrasse an der Mediker Kreuzung geradeaus und nach links gesperrt. Es kann nur noch in Richtung Bahnhof rechts abgebogen werden.
«Auf diese Weise können wir die Lichtsignalanlage optimieren und genügend Kapazität erreichen», erklärt Erismann. Die Umleitungsstrecke erhält somit mehr Grünzeit. «Dadurch lässt sich zusätzlicher Stau verhindern.»
Das bedeutet die Sperrung für Robenhausen
Die Zufahrt ins Zentrum von Robenhausen ist über die Haldenstrasse weiterhin möglich. So gelangt man auch zur Schule im Grund.
Von der Zürcherstrasse aus erreicht man über die Ustertrasse auch weiterhin die Abwasserreinigungsanlage Flos, die Rudolf-Steiner-Schule und die Sammelstelle Flos. «Natürlich muss man etwas Geduld mitbringen, wenn man im engen Baustellenbereich unterwegs ist», betont Stadtrat Vettiger.
Er legt deshalb nahe, auf unnötige Fahrten in diesem Gebiet zu verzichten. «Damit meine ich ‹Elterntaxis› zu den Schulen und Fahrten zur Sammelstelle Flos.» Vettiger empfiehlt, auf die Sammelstelle in Kempten auszuweichen.
Was machen Velofahrer, Fussgänger und der ÖV?
Fussgänger kommen weiterhin durch die Baustelle an der Usterstrasse. «Für Velofahrer ist eine Umleitung über die Haldenstrasse signalisiert», sagt Erismann.
Im öffentlichen Verkehr ändert sich nichts. Die VZO haben die Linie 853, den Rundkurs Wetzikon–Robenhausen, bereits auf den Fahrplanwechsel im Dezember vorübergehend eingestellt.
Stattdessen verkehrt die Linie 852 in die entgegengesetzte Richtung im Viertelstundentakt. «Die ÖV-Nutzerinnen und -Nutzer kennen sich also bereits aus», meint Vettiger.
Störender Schleichverkehr?
Auch wenn die Umleitungen signalisiert werden, finden Navigationsgeräte und Ortskundige immer mal wieder andere Wege. «Wir gehen aber davon aus, dass 75 Prozent der Verkehrsteilnehmer die signalisierten Umleitungen nutzen», erklärt Dario Erismann.
Je nach Fahrziel kommt es aber auch dazu, dass Leute auf eine Nebenroute ausweichen. Vettiger ist sich des Effekts des Ausweichverkehrs bewusst: «Der restliche Verkehr wird sich infolge der Baustelle klein- und grossräumig verlagern», meint er. Beispielsweise ist eine verstärkte Nutzung der Seegräbnerstrasse oder der Schönenwerdstrasse wahrscheinlich.
Problematischer wird es auf Quartierstrassen oder wenn Lastwagen auf enge Strassen ausweichen – so wie die Aretshaldenstrasse in Seegräben. «Wir sind deshalb bereits in Kontakt mit der Gemeinde Seegräben und dem Kanton», sagt Vettiger. «Wenn es Probleme gibt, dann können wir ein Lastwagenverbot einrichten.»
Auch in anderen Fällen verspricht der Stadtrat: «Wenn wir Reklamationen erhalten, dann schauen wir die Situation im Einzelfall an und reagieren, wenn nötig, umgehend.»
Für ihn ist klar, dass es ohnehin etwas dauern wird, bis sich die Wetzikerinnen und Wetziker an die Verkehrsführung während der Bauzeit gewöhnt haben. «Es würde mich überraschen, wenn es anfänglich rundlaufen würde», sagt er. «Wir haben aber alles unternommen, damit es funktioniert.»
