Fischenthal soll Fusion prüfen
Initiative eingereicht
Fusionieren oder doch weiter mit anderen Gemeinden zusammenarbeiten? Geht es nach einer Initiative, setzt sich Fischenthal bald mit seiner Zukunft auseinander.
Hat Fischenthal noch die richtige Grösse, um als eigenständige Gemeinde in die Zukunft zu gehen? Matthias Gnehm will, dass sich die Gemeinde darüber Gedanken macht.
Der ehemalige Schulpräsident aus Gibswil hat letzten Sommer eine Einzelinitiative mit dem Titel «Abklärung über die Zukunft der Gemeinde Fischenthal» eingereicht. Der Gemeinderat hat diese kürzlich für gültig erklärt. Die Initiative kommt gemäss dem Newsletter voraussichtlich am 4. Juni an die Gemeindeversammlung.
Sie will den Gemeinderat beauftragen, Vorabklärungen im Hinblick auf einen Zusammenschluss oder die Gründung einer neuen gemeinsamen Gemeinde im obersten Tösstal zu treffen. Geht es nach dem Begehren, wird er die Ergebnisse samt Stellungnahmen der Nachbargemeinden dann in einem Bericht präsentieren.
Fusion anstatt Auslagerungen
Laut der Initiative sollen die Stimmberechtigten bis Ende 2025 entscheiden können, ob Fischenthal eigenständig bleibt oder eine neue Gemeindeordnung mit einer oder mehreren Nachbargemeinden erarbeitet wird.
«Fischenthal muss sich neu ausrichten, und mit einem Gemeindezusammenschluss kann die Nähe zwischen Gemeindebehörden und Bürgerinnen und Bürgern gewahrt werden», begründet Gnehm. Halte man hingegen an den historischen Gemeindestrukturen fest, führe dies zunehmend zu Auslagerungen von kommunalen Aufgaben. Damit gehe mehr Bürgernähe verloren.
Der Gemeinderat muss nun eine Stellungnahme zur Initiative erarbeiten. Im Newsletter verweist er aber auf seine Ziele für die Amtsdauer, wichtige Gemeindeaufgaben durch interkommunale Zusammenarbeiten gemeinsam mit anderen Gemeinden zu erfüllen.
Besonders eng ist die Zusammenarbeit mit Bauma, die im letzten Jahr noch vertieft wurde. «Der Gemeinderat will so die Eigenständigkeit der Gemeinde wahren und der Bevölkerung trotzdem zeitgemässe Dienstleistungen in guter Qualität erbringen», betont er.
Zweite Initiative ungültig
Der Fischenthaler Gemeinderat musste sich zudem mit einer zweiten Initiative auseinandersetzen, die Schulpfleger Urs Mani (parteilos) eingereicht hatte. Er wollte die 2013 eingeführte Einheitsgemeinde wieder auflösen und zu einer separaten Politischen Gemeinde und einer Schulgemeinde zurückkehren.
Der Gemeinderat hat die Initiative jedoch für ungültig erklärt. Sie widerspreche übergeordnetem Recht.
«Mit einer Unterteilung von Fischenthal in eine Politische Gemeinde und in eine Schulgemeinde sollen zwei neue Gemeinden gebildet werden», begründet der Gemeinderat. Dazu fehle die gesetzliche Grundlage. Diese brauche es aber gemäss der Kantonsverfassung. Ob Urs Mani den Entscheid an den Bezirksrat weiterzieht, ist noch offen.
