Wetziker Stadtrat unterstützt geplanten Veloweg nach Hinwil
Lückenschliessung bei Ettenhausen
Der geplante Veloweg zwischen Ettenhausen und Hinwil hat viele Gegner. Der Wetziker Stadtrat stellt sich aber nicht gegen das Projekt des Kantons – und sieht Vorteile für den Veloverkehr.
Nicht nur Windräder bewegen das Oberland, auch die Veloverbindung von Ettenhausen nach Hinwil lässt die Wogen hochgehen.
Der Kanton will die Lücke auf dem Radwegnetz schliessen und im Rahmen der Strassensanierung einen Velo- und Gehweg entlang der Kantonsstrasse bauen – so, wie es der regionale Richtplan vorsieht.
Bürgerliche Parteien aus Hinwil und Wetzikon prangern jedoch die hohen Kosten des Projekts sowie den Verlust von Landwirtschaftsflächen an. Sie haben deshalb kürzlich eine Petition lanciert. Damit wollen sie erreichen, dass der geplante Geh- und Veloweg wieder aus dem Richtplan gestrichen wird.
Das Thema hat auch das Wetziker Parlament erreicht. Im letzten November hat die Fachkommission I eine Anfrage beim Stadtrat eingereicht. «Die Fachkommission spricht sich für ein möglichst vollständiges Radwegnetz aus», schrieb sie darin. Jedoch erachtet sie es als nicht notwendig, Radwege quasi doppelt zu führen.
Denn es gibt heute bereits eine Verbindung zwischen Ettenhausen und Hinwil – über die Bächelackerstrasse. Sie wollte deshalb wissen, ob der Stadtrat sich gegen die Route einsetzt.

Die Antworten der Exekutive an die Kommission liegen nun vor. Der Stadtrat stellt dabei klar, dass er den geplanten Veloweg weiterhin unterstützt. Er setzt sich deshalb nicht dafür ein, dass die Route aus dem Richtplan gestrichen wird.
«Der vom Regierungsrat 2016 beschlossene kantonale Velonetzplan definiert das kantonale Velonetz und wurde in die regionalen Richtpläne überführt», argumentiert er. Der Kanton habe die Linienführung sachlich dargelegt und begründet. Im Hinblick auf den Gesamtkontext unterstützt der Stadtrat deshalb den Lückenschluss der Veloverbindung entlang der Hinwiler- und der Winterthurerstrasse.
Schnell von A nach B
Der Stadtrat nimmt auch Bezug auf die heutige Veloroute via Bächelackerstrasse. Diese sei auch bereits als kommunale Fuss- und Veloverbindung im Verkehrsplan der Stadt eingetragen.
«Im Vergleich mit der neuen Linienführung entlang der Kantonsstrasse weist die Verbindung via Bächelackerstrasse aber mehr Höhenmeter auf und ist weniger direkt», schreibt der Stadtrat.
Diese Route werde dem Veloverkehr ohnehin auch nach dem Bau des neuen Wegs weiterhin offenstehen. «Wer nicht schnell und direkt, sondern eher zum Sport oder zur Erholung durch landschaftlich attraktive Gebiete und über verkehrsarme Strassen mit dem Velo unterwegs sein will, kann weiterhin die Bächelackerstrasse nutzen», argumentiert die Wetziker Exekutive.
Wer mit dem Velo aber hauptsächlich schnell von A nach B kommen wolle, solle nach dem Bau des neuen Velowegs diesen nutzen und nicht mehr die Bächelackerstrasse. «Denn dort kommt es heute zu Nutzungskonflikten zwischen schnellen Velofahrenden, Spaziergängern und landwirtschaftlichen Fahrzeugen», so der Stadtrat.
Die Bauarbeiten entlang der Kantonsstrasse erfolgen voraussichtlich frühstens 2026. In der Zwischenzeit zeigt sich der Stadtrat aber bereit, die Beschilderung der heutigen Veloroute zusammen mit der Gemeinde Hinwil zu überprüfen und wenn nötig zu verbessern. Dies könnte kurzfristig erfolgen.
Entscheidung des Kantons
In seiner Antwort an die Fachkommission weist der Stadtrat nochmals darauf hin, dass der Velonetzplan sowie der Richtplan durch Regierungs- und Kantonsrat beschlossen und daher für die Behörden verbindlich sind.
«Deshalb kann auf kommunaler Ebene nicht über das Projekt entschieden werden», erläutert er. Dies ist nur auf juristischer oder politisch auf kantonaler Ebene möglich.
Das Thema hat der Stadtrat bereits mit den Kantonsratsmitgliedern aus Wetzikon besprochen und dabei seinen Standpunkt erläutert. Weitere Gespräche diesbezüglich sind gemäss der Antwort nicht geplant.
Gleichzeitig legt der Stadtrat auch den Ablauf des Verfahrens beim Kanton dar – und verweist auf das Recht, nach der Kreditbewilligung durch den Kantonsrat das Referendum zu ergreifen.
Zudem gibt es auch noch Einsprachemöglichkeiten, sobald das Projekt öffentlich aufliegt. «Damit stehen den Parteien noch einige politische und rechtliche Mittel zur Verfügung, um gegen den neuen Rad-/Gehweg vorzugehen», hält der Stadtrat fest.
