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50-Millionen-Kredit für Schulanlage Walenbach nimmt erste Hürde

Das Wetziker Parlament zeigt sich naturgemäss kostenbewusst. Beim Schulhaus Walenbach hatte das hohe Preisschild aber keine Konsequenzen.

Das Schulhaus Walenbach soll bald in neuem Glanz erstrahlen. Das hat aber seinen Preis – doch er war für das Parlament nicht zu hoch.

Visualisierung: PD

50-Millionen-Kredit für Schulanlage Walenbach nimmt erste Hürde

Wetziker Parlament sagt Ja

Es ist ein teures Vorhaben: die Sanierung und Erweiterung der Schulanlage Walenbach. Vom Parlament gab es viel Kritik, den Rotstift setzte es aber nicht an.

«Wir wissen, es ist ein riesiges Projekt», sagte Stadträtin Sandra Elliscasis (FDP) am Montagabend im Wetziker Parlament. Es ging um einen Kredit von rund 50 Millionen Franken für die Sanierung und Erweiterung der Primarschulanlage Walenbach in Kempten.

Trotzdem ist für die Vorsteherin des Ressorts Finanzen und Immobilien klar: Die Stadt braucht dringend mehr Schulraum.

«Und das Walenbach ist in die Jahre gekommen», betonte sie. Es brauche deshalb die Sanierung und die Erweiterung. Elliscasis erzählte, dass sie sich noch an die Eröffnung im Jahr 1975 erinnere. Sie war damals in der zweiten Klasse.

Zudem freute sie sich, dass der Pavillon weiterverwendet werden kann. «Er wird ins Schulhaus Guldisloo gezügelt», erläuterte sie. Das sei eine gute Lösung.

Leuchtturm oder zweckmässiger Bau?

Trotz dem teuren Preisschild erhielt der Stadtrat Rückendeckung von der Rechnungsprüfungskommission (RPK). Für die gute Dokumentation des Projekts gab es von der Kommission Lob. «Aber die hohen Kosten führten schon zu Diskussionen», erläuterte Präsident Sven Zollinger (FDP).

Pointiert ergänzte Gerhard Schwabe (GLP): «Wetzikon baut Schulhäuser zu teuer.» Es brauche eine bessere Bedarfsplanung. «Man präsentiert uns jetzt Vorschläge, die alternativlos sind. So geht das nicht.»

Die Kosten sind auch Rolf Müri von der SVP ein Dorn im Auge. Ihm war vor allem nicht klar, wie sie so rasant ansteigen konnten. «Zuerst standen 28 Millionen Franken im Raum», rief er in Erinnerung. Und er äusserte eine Vermutung, warum jetzt fast das Doppelte veranschlagt ist. «Hier will man einen Leuchtturm erstellen, weit über den gesetzlichen und funktionellen Anforderungen.»

Ihm widersprach derweil Raphael Zarth von den Grünen. «Es geht um einen zweckmässigen Schulbau», betonte er. Einsparpotenzial gebe es kaum. «Und das ist kein Leuchtturmprojekt.»


> > Lesen Sie hier mehr über den Parlamentsentscheid zum Wetziker Stadtmagazin.


Bereits vor der Sitzung war der Antrag der FDP/EDU-Fraktion bekannt, den Minergie-Standard aus dem Projekt zu streichen, um damit gut 600'000 Franken einzusparen. «Das ist zwar prozentual wenig, aber es geht trotzdem um viel Geld», argumentierte Naatan Lohrer (FDP).

Zudem lohne sich der Baustandard für nachhaltige Gebäude bei einem Schulhaus nicht, ergänzte er und verwies auf Wissen, das er sich kürzlich im Fach Bauphysik in seinem Studium angeeignet hatte.

Die Label-Diskussion

Damit rief er Stephan Mathez von den Grünen auf den Plan. «Diese Normen und Standards müssen alle den Zweck der Wirtschaftlichkeit erfüllen», betonte der Physiker. «Man kann damit über die kommenden Jahre Geld einsparen.» Der Minergie-Standard müsse deshalb bleiben.

Die Debatte drehte sich kurzerhand nur noch um Sinn und Zweck von Labels, Standards und Zertifizierung – und wem man dabei mehr Glauben schenken wollte, Mathez oder Lohrer.

Roman Auer (SVP) setzte dem Ganzen aber ein Ende. Er verlangte Diskussionsabbruch. «Habt Ihr schon mal auf die Uhr geschaut?» Es war zu diesem Zeitpunkt kurz vor halb zehn.

Die Mehrheit des Parlaments folgte seinem Antrag, es kam zur Abstimmung. Nur ganz knapp lehnten die Anwesenden den Antrag der FDP/EDU-Fraktion mit 15 zu 17 Stimmen ab. Damit bleibt der Minergie-Standard Teil des Projekts.

In der Schlussabstimmung genehmigte das Parlament den Kredit von 49,7 Millionen Franken mit 22 Ja- zu 10 Nein-Stimmen. Das Schulhausprojekt ist damit aber noch nicht in trockenen Tüchern. Es kommt voraussichtlich im Juni an die Urne.

Stimmt dann das Volk zu, will die Stadt bereits im August mit der ersten Bauetappe starten. Läuft alles nach Plan, könnte das Vorhaben im Sommer 2027 abgeschlossen sein.

Die weiteren Entscheide des Parlaments

Das Parlament genehmigte den Gesamtkredit von 1,75 Millionen Franken für die Revision der Ortsplanung und die Erstellung einer Mobilitätsstrategie. Zudem nahm es die Kreditabrechnung für den Verkehrskreisel Grüninger-, Hof- und Guyer-Zeller-Strasse an.

Ausserdem verabschiedete das Parlament die umweltpolitischen Ziele der Stadt Wetzikon und genehmigte den Kredit von rund einer Million Franken für die Kulturförderung von 2024 bis 2027 an zehn Wetziker Vereine.

Die Sitzung wurde nach Traktandum 11, dem Kredit für das Stadtmagazin, abgebrochen, und die weiteren Geschäfte wurden auf die nächste Sitzung im März verschoben.

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