Mönchaltorf will neue Asylunterkunft bauen
Für 1,2 Millionen Franken
Im Quartier Langenmatt soll eine neue Unterkunft mit einer Containersystemlösung gebaut werden. Über den Kredit dafür wird an der kommenden Gemeindeversammlung befunden.
Mönchaltorf wolle im kommenden Jahr einen möglichen Ausbau von Unterbringungsmöglichkeiten prüfen, liess die Gemeinde schon im letzten Jahr verlautbaren. Nun soll es vorangehen. Der Gemeinderat beantragt der Stimmbevölkerung anlässlich der Gemeindeversammlung vom 18. März, einen Investitionskredit von 1,21 Millionen Franken für eine neue Asylunterkunft mit einer Containersystemlösung im Quartier Langenmatt zu genehmigen.
Die vom Kanton vorgegebene Aufnahmequote von 1,3 Prozent der Gesamtbevölkerung (entspricht 53 Personen) hat die Gemeinde schon im vergangenen Jahr per Juni 2023 erfüllt.
Diese Personen leben heute in den Kollektivunterkünften an der Esslingerstrasse und in der «Holzbaracke» im Quartier Langenmatt.
Mehr Personen, weniger Platz
Seit der Erhöhung der Aufnahmequote sah sich die Gemeinde Mönchaltorf immer mehr gezwungen, zusätzliche Wohnungen im Dorf zu mieten. Einzelne Personen seien bei Familienangehörigen oder Freunden privat untergebracht. Die Unterbringung zu gewährleisten, sei eine immer schwieriger werdende Aufgabe.
Dies aufgrund dieser Aspekte:
Die «Holzbaracke» im Quartier Langenmatt neigt sich ihrem Lebensende zu und wird nicht mehr lange genutzt werden können.
Die Wohnungssituation insgesamt ist auch in Mönchaltorf deutlich angespannter als noch vor wenigen Jahren. Die Gemeinde konkurrenziert sich mit anderen Bevölkerungsgruppen, welche auch auf günstigen Wohnraum angewiesen sind, um die wenigen frei werdenden Wohnungen oder muss auf zu teure Wohnungen ausweichen (von denen es auch nicht viele gibt).
Die Unterbringungsart ist somit zunehmend heterogen, was in der Mönchaltorfer Bevölkerung wie auch bei den Unterzubringenden Konfliktpotenzial bietet.
Die Verwaltung investiert seit geraumer Zeit grosse zeitliche Ressourcen in die Suche nach geeigneten Unterkünften.
In den ersten sieben Jahren werden die Kosten für die Asylsuchenden weitgehend vom Kanton übernommen. Er bezahlt einen Pauschalbeitrag pro Person.
Bei der Gemeinde bleiben die Prozesskosten, welche rund 330 Franken pro Monat und Person betragen. Die Unterbringung zu organisieren, ist ebenfalls Sache der Gemeinde. Aktuell sind für die Unterbringung von Asylsuchenden insgesamt sieben externe Wohnungen angemietet. Die monatlichen Mietkosten betragen rund 11’700 Franken, was jährlich einen Gesamtbetrag von rund 140’000 Franken ergibt.
Mittel- und langfristiger Bedarf
Die Aufnahmequote werde aufgrund der geopolitischen Weltlage in den nächsten Jahren nicht sinken, schreibt der Gemeinderat. Dies zeigten auch Expertenmeinungen. Die Quote werde aber wie bis anhin Schwankungen unterworfen sein.
Eine mittel- bis langfristige Unterbringungsmöglichkeit für einen grossen Anteil der Asylsuchenden helfe, die Situation zu entspannen. Sie soll für 25 Personen ausgelegt sein und somit zusätzlich zu den Unterkünften an der Esslingerstrasse einem grossen Anteil der zugewiesenen Asylsuchenden Platz bieten.
Menschen mit Pflegebedarf oder Ähnlichem sollen weiterhin in Mietwohnungen untergebracht werden können. Auf einen grossen Teil der heute angemieteten Wohnungen könnte aber verzichtet werden.
Eine dezentrale Lösung mit unterschiedlichen Unterbringungsmöglichkeiten helfe, einen «Ghettocharakter» zu vermeiden, und lasse Spielraum, die Konstellationen in einem gewissen Rahmen anzupassen (beispielsweise Verhältnis von Männern und Frauen, unterschiedliche Ethnien).
Die neue Lösung soll wirtschaftlich, zweckmässig, nachhaltig und flexibel nutzbar sein. Ein Belegungsreglement soll den Zweck und die Möglichkeiten der Belegung, auch wenn die Plätze einmal nicht voll durch Asylsuchende genutzt werden müssen, regeln (zum Beispiel Notwohnungen, vorübergehende temporäre Vermietung zu definierten Bedingungen).
Situation entschärfen
Geplant ist eine Containersystemlösung auf dem gemeindeeigenen Grundstück im Quartier Langenmatt (Standort der heutigen Holzbauten). Das Gebäude soll mit zwei Vollgeschossen ausgeführt werden mit der Möglichkeit, es zu erweitern.
Die aktuell sehr angespannte Situation der Unterbringung von Asylsuchenden in der Gemeinde Mönchaltorf könne durch eine Containersystemlösung entschärft und für die nächsten Jahre gelöst werden.
Lösungen mit Containern hätten den Vorteil, dass diese rasch aufgestellt und in Betrieb genommen werden könnten. Container seien flexibel ausbaubar und könnten zukünftig, wenn sie für die Unterbringung von Asylsuchenden nicht mehr gebraucht würden, auch für andere Zwecke genutzt werden.
Die Container könnten entsprechend den heutigen Energiestandards (Luft-Wasser-Wärmepumpe und Photovoltaikanlage) realisiert werden. Bei einem korrekten Unterhalt der Containerbauten sprechen die Hersteller von einer Lebensdauer von 30 Jahren oder mehr. Aufgrund der Lage mitten im Wohnquartier Langenmatt sei vorgesehen, die Containerelemente mit Holz zu verkleiden oder eine Putzfassade anzubringen.