Fernwärme Wetzikon AG nimmt den Betrieb auf und sucht Abnehmer
Heizen ab Kezo und Ara
Die Planung des Fernwärmenetzes schreitet voran. Doch die neu gegründete Aktiengesellschaft hat sich einen sportlichen Zeitplan auferlegt.
«Die Geburt war nicht so einfach», scherzte Daniel Weltin am Dienstagabend im Saal des Wetziker Stadthauses. «Aber jetzt halten wir das Neugeborene im Arm», schob der neue Verwaltungsratspräsident der Fernwärme Wetzikon AG sogleich nach.
Ende November wurde die Aktiengesellschaft gegründet. «Mit einer banalen Unterschrift», wie Weltin bemerkte. Seit dem 3. Januar ist die Gesellschaft auch im Handelsregister eingetragen. Die Stadt Wetzikon ist mit 60 Prozent daran beteiligt, das Energieunternehmen Energie 360° mit 40 Prozent.
Weltin erinnerte an die ganze Vorarbeit, die für diesen Schritt nötig war. Am Dienstagabend waren deshalb alle Beteiligten zum Apéro im Stadthaus eingeladen, um die Gründung der AG zu feiern.
«Schnell für die öffentliche Hand»
Dem freudigen Votum schloss sich auch Stadtpräsident Pascal Bassu (SP) an. Im Frühling 2018 sei die Fernwärme-Initiative, die auf einer Maturaarbeit des heutigen Kantonsrats Benjamin Walder (Grüne) basiere, eingereicht worden. «Da war ich noch nicht mal im Stadtrat», erzählte er.
Nachdem der Gegenvorschlag zur Initiative im Herbst 2020 mit 84 Prozent Ja-Anteil angenommen worden war, fand auch die Umsetzungsvorlage diesen Sommer eine grosse Mehrheit.
Mit 77,8 Prozent stimmten die Wetzikerinnen und Wetziker dem Rahmenkredit von 80 Millionen Franken für den Aufbau der Fernwärmeversorgung ab Kezo und Ara Flos zu. «Und dort hatten wir ein Preisschild», betonte Bassu.
Von der Idee bis heute sind keine sechs Jahre verstrichen. «Das ist sehr schnell für die öffentliche Hand», merkte der Stadtpräsident an.
Wärme ab 2025
Und in diesem Tempo soll es auch bei der neu gegründeten Gesellschaft weitergehen. «Wir haben einen sportlichen Zeitplan», meinte Geschäftsleiter Daniel Wassmer. 35 Kilometer Leitungen müssen für das Netz verlegt werden.
Bereits begonnen haben die Arbeiten an der Energiezentrale bei der Ara. Und im Rahmen der Sanierung der Usterstrasse ab Februar wird auch die erste Netzetappe gebaut. Läuft alles nach Plan, kann die AG im Herbst mit dem Bau der Verbindungsleitung von der Kezo bis nach Wetzikon starten.
Ab jetzt beginnt auch die aktive Suche nach Kunden. Laut Projektleiterin Marie-Therese Büsser ist das Interesse schon vor dem Start gross. «Wir haben bereits eine Liste von 200 Interessenten.» Erreicht werden sollen bis 2031 1000 Hausanschlüsse.
Damit könnten zirka 8000 Haushalte Wärme aus Abfall oder Ara-Abwärme beziehen. Bereits im Herbst 2025 sollen die ersten Häuser ans Netz angeschlossen werden.
Weitere Informationen zum Projekt findet man auf der Website www.fernwaerme-wetzikon.ch.