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Bauma bessert das Budget auf – und spart mehr für neuen Werkhof

Rudolf Bertels hat lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach. Die Baumer folgten seinem Antrag, offensiver zu budgetieren.

2,7 Millionen Franken muss die Gemeinde nächstes Jahr für den neuen Werkhof zur Seite legen.

Foto: Annabarbara Gysel

Bauma bessert das Budget auf – und spart mehr für neuen Werkhof

Gemeindeversammlung Bauma

Auf Antrag eines Stimmbürgers optimieren die Baumer an der Gemeindeversammlung das Budget. Denn die guten Zeiten könnten bald vorbei sein.

Wenn Daniel Schmidt (parteilos) bisher beim Budget zu langen Ausführungen ansetzte, bedeutete das in der Regel nichts Gutes. Noch vor einem Jahr war er Präsident der Rechnungsprüfungskommission (RPK), die in Bauma die Finanzplanung des Gemeinderats stets genau und kritisch unter die Lupe nimmt – und vor Anträgen selten zurückschreckt.

Nun durfte er zum ersten Mal den 62 anwesenden Stimmberechtigten an der Gemeindeversammlung «sein» Budget als Gemeinderat vorstellen.

Vor der etwas speziellen Kulisse der weihnächtlich geschmückten Kirche mit Krippe schlug er auch pessimistische Töne an. «Die Verschuldung wird nächstes Jahr vermutlich zunehmen.»

Man sieht einen Mann bei einem Vortrag in der Kirche.
Hatte beim Budget keine frohe Botschaft zu verkünden: Baumas neuer Finanzvorstand Daniel Schmidt.

Es stehen nämlich grosse Investitionen an. So wird der Umbau des Hallenbads abgeschlossen, und die Erschliessung des Areals bei der alten Spinnerei Juckern muss an die Hand genommen werden.

Die Ausgaben steigen zudem nächstes Jahr stark an, kompensiert werden können sie aber durch mehr Einnahmen. «So haben wir ein knappes Plus von 76’000 Franken.» Ausserdem wollte der Gemeinderat erneut 1,9 Millionen für die Vorfinanzierung des Werkhofs zur Seite legen. Schmidt mahnte an: «Ab 2026 wird das dann vermutlich schwierig.»

«Ein beachtlicher Betrag» für neuen Werkhof

Das rief Rudolf Bertels (FDP), den ehemaligen Präsidenten der Schulpflege, auf den Plan. «Es ist besser, den Spatz in der Hand zu haben als die Taube auf dem Dach», erklärte er in seinem Antrag. Ihm ging es darum, das Budget «finanziell zu optimieren» und «offensiv zu budgetieren».

Bei den Grundstückgewinnsteuern wollte Bertels, dass die Gemeinde 300’000 Franken mehr Einnahmen kalkuliert.

Zudem sollte die Gemeinde 500’000 Franken für die Rückerstattung von Heimkosten für Kinder und Jugendliche budgetieren. Wegen eines Bundesgerichtsurteils können die Gemeinden zu viel bezahlte Kosten vom Zeitraum 2006 bis 2016 zurückfordern.

Denn so könne die Einlage für die Vorfinanzierung des Werkhofs um 800’000 Franken auf 2,7 Millionen Franken erhöht werden. «Damit beträgt der Saldo Ende 2024 bereits 4,6 Millionen und ist damit schon ein beachtlicher Betrag für die nächste grosse Investition», argumentierte er. Das Ziel beträgt nämlich 10 Millionen Franken bis 2030.

Der Antrag von Bertels stiess auf Wohlwollen – auch beim Gemeinderat. Schmidt erklärte zwar, wieso die Rückerstattung nicht im Budget aufgeführt ist. «Wir wissen noch nicht, ob wir das Geld auch 2024 erhalten.» Trotzdem hatte er keine Einwände dagegen.

Mit grossem Mehr stimmten die Baumerinnen und Baumer dem Antrag von Bertels sowie dem angepassten Budget und dem Steuerfuss von 120 Prozent zu.

Die weiteren Geschäfte

Die Anwesenden haben den Kredit in Höhe von 394’100 Franken für den Ersatz der Fussgängerbrücke in Dillhaus angenommen.

Zudem stimmten sie der Gesamtsanierung und Erweiterung des Kindergartens Altlandenberg 1 zu und genehmigten einen Kredit von 770’000 Franken.

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