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Sie suchen nach Lösungen für das Schlossguet in Turbenthal

Was passiert mit dem Schlossguet in Turbenthal? Ein Verein sucht nach Lösungen.

Wie geht es mit dem Schlossguet weiter? Lucia Angela Cavegn, Daniel Schneiter, Gemeinderätin Katharina Fenner und Bernhard Egg (von links) wollen sich mit anderen Mitgliedern im Förderverein einbringen.

Foto: PD

Sie suchen nach Lösungen für das Schlossguet in Turbenthal

Förderverein gegründet

Das letzte Projekt fürs Schlossguet scheiterte an der Gemeindeversammlung. Nun soll ein neuer Verein für eine mehrheitsfähige Lösung sorgen.

Seit Jahren ringt man in Turbenthal um die Zukunft des Schlossguet. Das denkmalgeschützte Gebäude gehört seit über 20 Jahren der Gemeinde, doch es ist immer noch offen, wie dieses künftig genutzt werden soll.

Ein letztes Projekt, die Bibliothek in der alten Schlossscheune unterzubringen, scheiterte 2020 an der Gemeindeversammlung. Mit 112 zu 106 Stimmen lehnten die Stimmbürger den Projektierungskredit ab – die meisten wohl wegen der zu erwartenden Kosten für das Bauprojekt.

Jetzt will ein Förderverein das Zepter in die Hand nehmen. Dieser wurde am Montag gegründet – und zwar im Mehrzweckraum bei der Überbauung Verdeblu in Kollbrunn. «Ins Schlossguet können wir ja noch nicht», sagte der neue Präsident Daniel Schneiter.

Er ist zwar Mitglied der Sekundarschulpflege (parteilos), setzt sich aber als engagierter Bürger für das Schlossguet ein. «Es ist wichtig, dass wir Ideen miteinander entwickeln», betonte er. «Unser Ziel ist es, im Verein eine breit abgestützte Lösung zu finden.»

Mehrheitsfähige Lösung muss her

An der Gründungsversammlung nahmen elf Mitglieder teil. Ebenfalls anwesend war alt Gemeinderat Heinz M. Schwyter, der jedoch nicht an der Vereinsgründung mitmachen wollte – und somit auch kein Mitglied wurde. Er äusserte Bedenken, wie sich der Verein von der Gemeinde abgrenzt.

«Der Förderverein soll ein Projekt ausarbeiten», erklärte Gemeinderätin Katharina Fenner (FDP), die sich zusammen mit Gemeindepräsident René Gubler (FDP) sowie Tiefbau- und Werkvorsteher Daniel Wunderli (parteilos) im Verein engagieren will.

Als zuständige Gemeinderätin trete sie die Ausarbeitung eines Projekts an den Verein ab. «Wir brauchen eine breit abgestützte Lösung», argumentierte Fenner. Natürlich müsse das Vorhaben dann auf dem ordentlichen Weg den Stimmbürgern vorgelegt werden.

Der Verein will nun schnellstmöglich die Arbeit aufnehmen. Einen genauen Zeitplan gibt es aber noch nicht.

Die Gemeinde will aber noch in dieser Legislatur eine Lösung für das Schlossguet präsentieren. Eine, die nicht wieder Schiffbruch an der Gemeindeversammlung erleidet.

Weshalb engagieren Sie sich im Förderverein fürs Schlossguet?

Daniel Schneiter, Vereinspräsident

Mann vor Balkenkonstruktion
Daniel Schneiter ist Energieberater und engagiert sich als Vereinspräsident.

«Ich wohne seit neun Jahren in Turbenthal, und die Gemeinde liegt mir sehr am Herzen. Ich habe es damals sehr bedauert, als das letzte Projekt an der Gemeindeversammlung gescheitert ist. Jetzt, da ich mein eigenes Geschäft verkauft habe, habe ich mehr Zeit, mich zu engagieren. Diese möchte ich auch fürs Schlossguet nutzen. Aus meiner beruflichen Laufbahn als Unternehmer und Energieberater weiss ich, wie man Projekte entwickelt und umsetzt.

Und ich bin mir sicher, dass wir mit einem grossen Netzwerk und vielen Helfern ein gutes Projekt fürs Schlossguet erarbeiten können. Das Netzwerk wird auch helfen, dass wir die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger von unserem Vorschlag überzeugen können. Es gibt viele Möglichkeiten, was man aus dem Schlossguet machen kann. Ich bin ergebnisoffen.»

Lucia Angela Cavegn

Frau vor Balkenkonstruktion
Lucia Angela Cavegn ist Kunsthistorikerin.

«Ich habe im März im ‹Tößthaler› vom Förderverein gelesen und mich sofort bei Daniel Schneiter gemeldet. Ich bin Kunsthistorikerin, und Ende der Neunzigerjahre habe ich für die kantonale Denkmalpflege gearbeitet, kenne also auch diese Seite. Seit etwas mehr als drei Jahren lebe ich in Turbenthal. Ich möchte mich auch an meinem Wohnort engagieren. Denn ich sehe viel Potenzial im Schlossguet, sei es als Begegnungsort, Raum für Kultur oder als Anlaufstelle für den Tourismus. Es gibt zahlreiche Ideen. Mich würde es freuen, wenn das Schlossguet zum Aushängeschild von Turbenthal würde.»

Katharina Fenner, Gemeinderätin (FDP)

Frau vor weisser Wand
Katharina Fenner (FDP) ist Hochbau- und Liegenschaftenvorsteherin.

«Das Schlossguet ist Teil meines Ressorts als Gemeinderätin, und es ist unser Legislaturziel, dass wir für das Gebäude eine Lösung präsentieren. Deshalb bin ich sicher als Gemeinderätin Mitglied im Förderverein, aber eben auch als Bürgerin. Das Schlossguet liegt mir sehr am Herzen. Immer wenn ich daran vorbeifahre, denke ich wieder: ‹Es müsste doch möglich sein, endlich ein Projekt zu entwickeln.›

Ich hoffe sehr, dass wir dank einer breiten gesellschaftlichen Abstützung im Förderverein eine gute Lösung finden können, die nicht wieder knapp an der Gemeindeversammlung scheitert. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, was man aus dem Schlossguet machen kann. Mir persönlich hat der letzte Vorschlag mit der Bibliothek sehr gut gefallen. Es könnte auch wieder in diese Richtung gehen.»

Bernhard Egg, Stiftung Schloss Turbenthal/Gehörlosendorf

Mann vor Balkenkonstruktion
Bernhard Egg ist Jurist und Mitglied im Stiftungsrat des Gehörlosendorfs.

«Das Gehörlosendorf befindet sich direkt neben dem Schlossguet. Deshalb wollen auch wir uns im Förderverein beteiligen und mitarbeiten. Die zukünftige Nutzung der Schlossscheune hat gegebenenfalls auch Einfluss auf Entscheidungen der Stiftung. Es ist für uns deshalb wichtig zu wissen, was mit dem Schlossguet passiert – und zwar unabhängig davon, ob das Gehörlosendorf direkt vom ausgearbeiteten Projekt profitieren kann oder nicht.»

Wer an der Mitarbeit im Förderverein interessiert ist, kann sich per E-Mail bei Vereinspräsident Daniel Schneiter melden.

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