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Das müssen Sie über die Tempo-30-Abstimmung in Wetzikon wissen

Mehr Sicherheit oder mehr Gefahren? Das Wichtigste über die geplanten Tempo-30-Zonen in Wetzikon.

Auf der Usterstrasse gilt Tempo 30 bereits. Auf vielen Wetziker Quartierstrassen könnte das Tempo ebenfalls bald gedrosselt werden.

Foto: Ljilja Mucibabic

Das müssen Sie über die Tempo-30-Abstimmung in Wetzikon wissen

21 Zonen geplant

Die Wetziker stimmen über 21 neue Tempo-30-Zonen in Wohnquartieren ab. Dabei geht es nicht nur ums Geld, sondern auch um ÖV, Blaulicht oder Verkehrssicherheit.

Darum geht es

Am 19. November stimmen die Wetzikerinnen und Wetziker über die Einführung von Tempo 30 in Wohnquartieren ab. Dafür ist ein Gesamtkredit von 887’400 Franken vorgesehen.

In Teilen von Wetzikon gilt bereits Tempo 30. Im behördenverbindlichen kommunalen Richtplan, im sogenannten Verkehrsplan, hat sich die Stadt 2012 verpflichtet, in den Quartieren Tempo 30 einzuführen.

Konkret geht es in der Vorlage jetzt um 21 weitere Tempo-30-Zonen. Dabei werden keine Hauptverkehrsstrassen, regionale Verbindungsstrassen oder sogenannte Hauptsammelstrassen tangiert.

Das gilt in Tempo-30-Zonen

– In Tempo-30-Zonen gilt grundsätzlich Rechtsvortritt. Abweichungen sind möglich, wenn es beispielsweise die Verkehrssicherheit erfordert.

Fussgängerstreifen sind in Tempo-30-Zonen in der Regel nicht zugelassen. Ausnahmen sind aber bei Schulen und Heimen erlaubt. Letztere gibt es in elf der neu geplanten Zonen. «Bei Schulen und auch beim Alterszentrum werden Fussgängerstreifen sicher bleiben», sagt der zuständige Stadtrat Heinrich Vettiger (SVP). Allenfalls werden gewisse verschoben. Doch wo genau, das ist noch nicht definiert. «Die effektiven Massnahmen werden noch öffentlich aufgelegt», erklärt er. «Das ist der Zeitpunkt, ab dem auch Einsprachen gemacht werden können.»

– Die Ein- und Ausfahrten der Zone müssen deutlich markiert werden. Zudem wird die Markierung «30» am Boden angebracht.

– Damit die Höchstgeschwindigkeit eingehalten wird, fordert die Kantonspolizei teilweise weitere bauliche Massnahmen. Diese sind in 9 der 21 Zonen vorgesehen. Dabei handelt es sich um Einengungen, Parkplätze oder sogenannte Berliner-Kissen, also Bremsschwellen. «Welche Massnahmen wir in den Zonen genau umsetzen, das wird noch im Detail geklärt und ebenfalls öffentlich aufgelegt», erläutert Vettiger. Ein Jahr nach der Umsetzung werden die Massnahmen überprüft und gegebenenfalls weitere angeordnet.

Was bedeutet das für den ÖV?

Es ist ein Ärgernis für viele Busfahrende. In der Rushhour stecken viele Busse in der Stadt oft im Stau fest, beispielsweise in Kempten.

Doch die geplanten Tempo-30-Zonen haben gemäss der Weisung kaum Einfluss auf die ÖV-Kunden. Nur 400 Meter der Bus-Fahrstrecke auf der Weiherstrasse und der Spitalstrasse sind von der Temporeduktion betroffen.

Was bedeutet das für Feuerwehr, Polizei und Krankenwagen?

Die Stadt will, dass die Tempo-30-Zonen für Blaulichtorganisationen so wenig negative Auswirkungen wie möglich haben. Jedoch ist bei einer grossflächigen Einführung von Tempo 30 unweigerlich mit einer Verlängerung der Einsatzzeiten zu rechnen.

Der Zeitverlust soll sich aber gemäss den Annahmen der Stadt in Grenzen halten: Sie geht davon aus, dass auch mit Blaulicht bei einer geltenden Höchstgeschwindigkeit von Tempo 50 in den Wohnquartieren nicht wesentlich schneller gefahren wird als bei Tempo 30 – aus Verkehrssicherheitsgründen.

Das sagen die Befürworter

Sicherheit: Tempo 30 reduziert Unfälle und schützt alle Verkehrsteilnehmenden.

Lebsensqualität: Tempo 30 sorgt für ruhigere Wohnquartiere, was die Lebensqualität für alle Bewohner erhöht.

Umweltschutz: Durch die Reduzierung von Geschwindigkeit trägt Tempo 30 zur Verbesserung der Luftqualität bei und unterstützt den Klimaschutz, da weniger klimawirksame Abgase ausgestossen werden.

Tempo 30 in Wohnquartieren unterstützen Die Mitte, GLP, SP, EVP, Grüne, AW sowie der Verkehrs-Club der Schweiz (VCS).

Das sagen die Gegner

Masslosigkeit: Die Stadt hat bei der Festsetzung keine Güterabwägung gemacht. Eine eigenverantwortliche Tempowahl wäre auf Quartierstrassen angebracht.

Zu teuer: Ausgaben von fast 900’000 Franken sind zu viel und eine unnötige Belastung. Wetzikon hat bereits einen hohen Steuerfuss. Wichtige Ausgaben für Infrastruktur sorgen ohnehin für mehr Schulden.

Gefahr: Die unzähligen Tafeln und Hindernisse schränken die Sicht auf die Fahrbahn ein. Zusammen mit dem Abbau von Fussgängerstreifen stellen sie ein Sicherheitsrisiko dar.

Gegen Tempo 30 in Wohnquartieren setzen sich SVP, FDP und EDU ein.

Wieso stimmt Wetzikon darüber ab?

Das Parlament Wetzikon hat dem Kredit in seiner Sitzung vom 13. März zugestimmt, und zwar mit 17 Ja- zu 14 Nein-Stimmen bei 3 Enthaltungen. 16 Mitglieder des Parlaments haben das fakultative Referendum ergriffen. Deshalb kommt es zur Volksabstimmung.

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