Der nächste teure Schulbau kommt ins Wetziker Parlament
Für knapp 50 Millionen
Seit Jahren besteht im Schulhaus Walenbach in Kempten dringender Sanierungsbedarf. Jetzt liegt ein Projekt vor, das aber noch einige Hürden überwinden muss.
Es war nichts anderes als eine Schlappe für den Stadtrat: Anfang Oktober lehnte das Wetziker Parlament den Baukredit für den Ersatzneubau von vier Kindergärten ab – einstimmig. Das Projekt mit Gesamtkosten von 17,3 Millionen Franken war dem Parlament zu teuer.
Nun kommt bald der nächste Baukredit für ein Schulgebäude ins Parlament – und zwar für die Primarschulanlage Walenbach. Für 49,7 Millionen Franken will der Stadtrat das Schulhaus aus dem Jahr 1975 sanieren und erweitern.
«Ja, das ist eine grosse Kiste», sagt Sandra Elliscasis (FDP). Die Stadträtin ist zuständig für die Ressorts Finanzen und Immobilien.
Viele Verzögerungen
Als im Frühling 2022 der Projektierungskredit ins Parlament kam, standen noch Kosten von 28 Millionen im Raum – über 20 Millionen weniger. Bereits damals sprach Roger Cadonau (EDU), Präsident der Rechnungsprüfungskommission (RPK), davon, dass die Gesamtkosten des Vorhabens «sehr hoch» seien.
Bringt der Stadtrat sein Projekt so überhaupt durchs Parlament, das offenbar bei teuren Schulbauten durchaus kritisch ist? «Ich bin keine Wahrsagerin», sagt die Stadträtin. «Aber wir werden natürlich erklären, wieso das Projekt jetzt teurer ist.» So ist beispielsweise mehr Schulraum vorgesehen als noch im Vorprojekt. Und auch die Teuerung sorgt für Mehrkosten.
Erweiterung geplant
Auf dem Areal besuchen 13 Primarschul- und 2 Kindergartenklassen den Unterricht. Es besteht aus einem Schultrakt, einer Turnhalle und einem Singsaal. Zudem gibt es einen provisorischen Pavillon, der 2012 als zehnjährige Übergangslösung errichtet wurde.

Seit über zehn Jahren ist klar, dass das Schulhaus saniert werden muss. Immer wieder kam es aber zu Verzögerungen, unter anderem auch wegen Meinungsverschiedenheiten zwischen der ehemaligen Schulleitung und dem Stadtrat.
«Es besteht Handlungsbedarf beim Schulhaus», betont Elliscasis. Und das liegt nicht nur am alten Gebäude. Die Schülerzahlen steigen in Wetzikon.
Wir haben strenge Vorgaben, wie wir Schulhäuser bauen können und müssen.
Sandra Elliscasis
Stadträtin (FDP)
«Natürlich planen wir langfristig», erklärt die Stadträtin. «Aber es kann immer wieder zu Überraschungen kommen. Dieses Jahr wussten wir vor den Sommerferien beispielsweise noch nicht, dass nach den Sommerferien 60 Kinder mehr in die Schule gehen.»
Deshalb ist nicht nur eine Sanierung der bestehenden Bauten geplant, sondern auch ein Erweiterungsbau. Und das hat seinen Preis. «Wir haben strenge Vorgaben, wie wir Schulhäuser bauen können und müssen», erklärt Elliscasis.
Zwei Etappen
So gebe es beispielsweise das Grünraumkonzept oder die umweltpolitischen Ziele der Stadt. «So wird heute generell mit Holz gebaut, und das ist im Moment teurer als ein Massivbau.» Hinzu kommen die Richtlinien des Kantons. «Die Klassengrösse ist begrenzt, es braucht Gruppenräume, da haben wir nicht viel Spielraum.»
Zudem wolle Wetzikon in Zeiten von akutem Lehrpersonenmangel ein attraktiver Arbeitgeber sein. «Die Ansprüche an Schulräume sind heute andere als noch früher.»
Der Stadtrat hat sportliche Pläne. Nehmen das Parlament und dann auch das Volk den Kredit an, soll der Baustart bereits im Herbst 2024 erfolgen. Das ganze Projekt wird in zwei Etappen aufgeteilt.
Der alte Pavillon wird abgebaut und anderweitig eingesetzt. An dessen Stelle wird der Neubau errichtet. Sobald dieser fertig ist, wird er als Provisorium für den Schulbetrieb genutzt und maximal ausgelastet.
Anschliessend wird der bestehende Schultrakt geräumt und saniert. Für Elliscasis hat das einen klaren Vorteil: «So können wir auf teure Provisorien verzichten.»
