Wetziker stimmen Fernwärme AG deutlich zu
Ausgliederungserlass angenommen
Das Volk konnte sich äussern, das Verdikt war klar: Auch bei der finalen Abstimmung unterstützen die Wetzikerinnen und Wetziker ein Fernwärmenetz.
Es war nochmals ein deutliches Resultat. Mit 82,29 Prozent Ja-Stimmen genehmigten die Wetzikerinnen und Wetziker die Verordnung über die Fernwärme Wetzikon AG. Die Stimmbeteiligung lag bei 23,79 Prozent.
Bereits im Juni nahmen die Stimmberechtigten den Rahmenkredit in Höhe von 80 Millionen Franken für den Aufbau eines Fernwärmenetzes an – und zwar ebenfalls deutlich mit 77,8 Prozent.
Bezirksrat schaltete sich ein
Trotzdem mussten die Stimmberechtigten nochmals an die Urne. Der Grund war ein juristischer Knackpunkt: Das Fernwärmenetz wird dereinst von einer Aktiengesellschaft betrieben werden – und nicht etwa von den Stadtwerken. Die Gründung der Fernwärmegesellschaft ist somit die Ausgliederung einer Gemeindeaufgabe.
Deshalb ist ein sogenannter Ausgliederungserlass erforderlich. In der Abstimmungsvorlage vom Juni war vorgesehen, dass dieser Erlass durch das Parlament verabschiedet wird.
Zu diesem Vorgehen hatte der Bezirksrat Hinwil rechtliche Vorbehalte angebracht – das Volk müsse entscheiden. Der Stadtrat reagierte umgehend und brachte den Erlass noch vor den Sommerferien ins Parlament.
Netz bis 2030
Mit dem erneuten Ja kann die Stadt Wetzikon zusammen mit der Energie 360° AG die Gesellschaft gründen. An dieser ist die Stadt mit 60 Prozent beteiligt. Die Fernwärme Wetzikon AG wird mit der Abwasserreinigungsanlage Wetzikon und der Kezo langfristige Wärmelieferverträge abschliessen.

«Dass wir die Stadt Wetzikon künftig mit Fernwärme aus Kezo und Ara erschliessen können, ist eine sinnvolle Verwendung der lokal und regional verfügbaren Energie», sagt Heinrich Vettiger, Stadtrat Tiefbau, Energie + Umwelt. «Es ist ein gutes Zeichen, dass die Wetziker Stimmbevölkerung dies genauso sieht und wir jetzt mit der Umsetzung der Fernwärmeversorgung beginnen können.»
Erste Bezüger werden 2025 angeschlossen
Der Zeitplan ist sportlich: Bereits 2025 sollen erste Haushalte in Robenhausen Wärme der Ara Flos beziehen können. Ein Jahr später könnten die ersten Bezüger ab Kezo angeschlossen werden. Bis 2030 ist geplant, dass alle vorgesehenen Gebiete erschlossen sind.
Das Parlament nimmt gemäss dem Erlass den jährlichen Geschäftsbericht der Aktiengesellschaft zur Kenntnis und genehmigt die Eigentümerstrategie des Stadtrats für die Fernwärmegesellschaft.