Müssen Baumer bald fürs Parkieren im Zentrum bezahlen?
Gemeinderätin zu neuem Parkplatzkonzept
Baumas Parkplatzkonzept ist 15 Jahre alt – und muss dringend überarbeitet werden. Auch Parkgebühren sind für die zuständige Gemeinderätin kein Tabu mehr.
Frau Weiss, die Gemeinde Bauma überarbeitet ihr Parkplatzkonzept. Wieso ist das überhaupt nötig?
Heidi Weiss: Das jetzige Konzept stammt aus dem Jahr 2008 und ist überholt. Vor allem im Zentrum haben wir viele Probleme. Die SBB-Parkplätze beim Bahnhof kosten, diejenigen der Gemeinde sind gratis. Das sorgt dafür, dass Pendlerinnen und Pendler auf diese ausweichen – und dann fehlen die Plätze für diejenigen, die einkaufen oder für andere Zwecke ins Zentrum kommen.
Das heisst, sie werden bald auch kosten?
Wir können uns vorstellen, dass wir die Parkplätze im Zentrum in Kombination mit einer Gratisparkzeit auch monetär bewirtschaften. Das heisst, man muss für diese danach Parkgebühren bezahlen. Das ist eine Grundsatzfrage, die wir klären müssen – zusammen mit der Bevölkerung. Deshalb planen wir auch eine Info-Veranstaltung Ende Jahr.
Wie wird die Bevölkerung das Anliegen aufnehmen?
An der Veranstaltung wird sich zeigen, was die Leute davon halten. Wir sind bereit, die entsprechenden Diskussionen zu führen.
Und welche Haltung vertritt der Gemeinderat?
Wenn die Vorteile einer monetären Bewirtschaftung überwiegen, dann spricht nichts gegen Gebühren. Wir wollen ja damit dafür sorgen, dass es genügend freie Parkplätze gibt. Zudem planen wir, die Markierung zu vereinheitlichen. Es ist nämlich nicht immer ersichtlich, ob es sich um eine öffentliche oder eine private Parkierungsanlage handelt. Das kann zu ungewolltem Falschparken führen.
Eigentlich ist das Parkieren im Zentrum bereits jetzt zeitlich beschränkt, und zwar zwischen zwei bis sechs Stunden. Für einen Zugpendler reicht die Zeit nicht. Hat man also zu wenig kontrolliert?
Die Kontrollen können zurzeit zu wenig wirksam durchgeführt werden. Wir müssen griffige Regeln haben, wie wir die Parkdauer kontrollieren und gegebenenfalls sanktionieren können. Deshalb ist es wichtig, dass wir die Parkplatzsituation auf dem ganzen Gemeindegebiet anschauen und die Regeln in einer Parkplatzverordnung verbindlich festschreiben. Aber bevor wir diese im nächsten Jahr der Gemeindeversammlung vorlegen, wollen wir Rückmeldungen aus der Bevölkerung einholen.
Gemäss dem Gemeinderat hat die Parkplatznachfrage in den letzten Jahren insbesondere an Wochenenden oder während der Ferienzeiten zugenommen. Plant man, auch bei Parkplätzen im Naherholungsgebiet Gebühren einzuführen?
Sicherlich nicht in einem ersten Schritt. Beim Freizeitverkehr wollen wir zunächst die Signalisation verbessern. In Sternenberg zum Beispiel herrscht teilweise ein ziemliches Chaos. Auch diese Punkte wollen wir Ende Jahr mit der Bevölkerung besprechen. Wenn wir die Probleme so in den Griff kriegen, muss man bei Parkplätzen in Naherholungsgebieten keine Gebühren einführen.
Zur Person: Heidi Weiss (EVP) ist Ressortvorsteherin für Hochbau und Liegenschaften in Bauma.
