Bei der Jahresrechnung will es ein Wilemer genau wissen
Fragen an Gemeindeversammlung
Das Resultat der Politischen Gemeinde Wila ist eigentlich erfreulich. Trotzdem werfen Mehrkosten bei einem Stimmbürger Fragen auf.
Ganze 126 Seiten umfasst die Jahresrechnung der Gemeinde Wila. Nur die wenigsten der 61 anwesenden Stimmberechtigten dürften diese vor der Gemeindeversammlung vom Donnerstagabend durchgeackert haben.
Ein Stimmbürger hingegen schon. Und ihm ist trotz dem positiven Ergebnis von 268’203 Franken auf Seite 103 aufgefallen, dass zwei Posten in der Investitionsrechnung viel höher ausgefallen sind als budgetiert. Und er wollte Erklärungen.
Material kostet mehr
Für die Hangsicherung der Aegetswilerstrasse waren 80’000 Franken vorgesehen und 110’337 Franken ausgegeben – eine Differenz von rund 30’000 Franken. «Zu wenig budgetiert, diverse Mehrkosten», steht in der Rechnung.
«Das Projekt mussten wir nach der Erstellung durch das Ingenieurbüro nochmals anpassen», erklärte Gemeinderat Fredi Waldvogel (parteilos), der für das Ressort Hochbau zuständig ist. Ausserdem mussten Fehler korrigiert werden. «Und das Baumaterial wurde teurer.»
Auch die Sanierung und die Wasserleitungserneuerung bei der Eggelerstrasse warfen bei dem Bürger Fragen auf. Denn auch hier steht: «Zu wenig budgetiert, diverse Mehrkosten.» Budgetiert waren 230’000 Franken, gekostet haben die beiden Posten rund 120’000 Franken mehr.
Zu diesem Projekt äusserte sich Tiefbau- und Werkvorsteher Beni Waldvogel (parteilos). «Auch hier sind viele Materialien viel teurer geworden», erklärte er.
Wieso budgetiert man ohne Voranschlag?
Stimmbürger aus Wila an der Gemeindeversammlung
Zudem musste das Verkehrsregime während der Bauzeit angepasst werden. «So, wie wir es wollten, konnte man nicht bauen.» Ebenso war die Zufahrt für die Feuerwehr zunächst nicht gewährleistet. Die Anpassungen trieben die Kosten nochmals in die Höhe.
Noch kein Kostenvoranschlag
«Ausserdem hatten wir noch keinen Kostenvoranschlag, als wir das ins Budget stellten», erläuterte Gemeindepräsident Simon Mösch (Die Mitte).
Das löste beim Stimmberechtigten weitere Fragen aus. «Wieso budgetiert man ohne Voranschlag?», wollte er wissen.
«Wir erstellen das Budget im August», erklärte Mösch. «Damit wir im darauffolgenden Jahr Projekte umsetzen können, müssen wir das teils tun, bevor wir einen Kostenvoranschlag haben.» Dann werde geschätzt.
Die Frage war damit geklärt. Die restlichen Anwesenden schienen sich ohnehin nicht an diesem Mehrbetrag zu stören. Die Rechnung wurde ohne Gegenstimme angenommen. Das gilt auch für diejenige der Primar- und der Sekundarschulgemeinde.
Umfrage zur Grüngutsammlung
Im Anschluss an die Versammlung stellte der Gemeinderat diverse Projekte vor. Darunter auch die Neuorganisation der Grüngutsammlung. Bisher können die Wilemer ihr Grüngut beim Werkhof oder bei Biolüssi in Turbenthal abgeben. Jeder Haushalt zahlt dafür eine Grundgebühr von 110 Franken pro Jahr.
Der Gemeinderat prüft, ob die Einführung einer Grüngutsammlung sinnvoll ist. Dazu will er die Meinung der Bevölkerung erfahren und führt eine Online-Umfrage durch. Den Link dazu findet man auf der Website der Gemeinde Wila.
Im August will der Gemeinderat die Ergebnisse auswerten.
