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FC Bauma erhält weiteres Garderobengebäude

Ungenügende Duschmöglichkeiten und eine sieben Meter hohe Kanzel – vor den Apéro hatte der liebe Gott die Traktandenliste gesetzt,

Der FC Bauma erhält 40’000 Franken für den Bau eines weiteren Garderobengebäudes. (Archiv)

Foto: Helen Nüesch

FC Bauma erhält weiteres Garderobengebäude

Jahresrechnung in Bauma

Zentrales Geschäft an der Gemeindeversammlung war das Darlehen für den Fussballclub. Die Rechnung schloss mit einem satten Plus.

Die reformierte Kirche Bauma platzte am Montagabend an der Gemeindeversammlung zwar nicht gerade aus allen Nähten. Dennoch war das Besucherinnen- und Besucheraufkommen beachtlich, es fanden sich 86 Stimmberechtigte ein, darunter viele, die auch einen Bezug zum FC Bauma haben.

Eine Lehrstunde in politischer Bildung erhofften sich zudem Schülerinnen und Schüler einer Baumer Primarschulklasse. Sie hatten es sich in den vordersten Reihen bequem gemacht und konnten Einblick nehmen in die Abläufe von demokratischen Prozessen.

Markanter Ertragsüberschuss

Die Jahresrechnung 2022 schliesst bei einem Aufwand in Höhe von 41,76 Millionen Franken und einem Ertrag in Höhe von 44,9 Millionen Franken mit einem Plus in Höhe von 3,15 Millionen Franken (Vorjahr: 2,69 Millionen).

Der neue Finanzvorstand Daniel Schmidt (parteilos) kommentierte den Abschluss des Vorjahrs. Dies sei ein gutes Resultat, viel besser als erwartet, meinte er. Im Budgetprozess sei jeweils der Bereich Soziales und Gesundheit schwierig zu budgetieren, was sich dann oft in Abweichungen widerspiegle.

Bei den Investitionen habe man nicht alles, was budgetiert gewesen sei, ausgeschöpft und realisiert.

Das Ergebnis massgebend beeinflusst hätten die höheren Einnahmen, resultierend sowohl aus den ordentlichen Steuern als auch aus den Grundstückgewinnsteuern. Die Jahresrechnung wurde ohne Wortmeldung einstimmig genehmigt.

Der FC Bauma erhält 400'000 Franken

Daniel Schmidt referierte ebenso zum Vorhaben, dem Fussballclub Bauma für den Bau eines weiteren Garderobengebäudes ein zinsfreies Darlehen zu gewähren.

Das bestehende Garderobengebäude mit vier Garderoben sei im Jahr 2007 in Betrieb genommen worden. Seither seien Provisorien geprüft, aber verworfen worden, zumal eine Containerlösung auf Dauer nicht günstiger sei.

Der FC Bauma verzeichne einen stetigen Mitgliederzuwachs im Nachwuchsfussball, vor allem auch bei den Mädchen. «Die Situation präsentiert sich teils als prekär, denn fussballspielende Mädchen müssten teils in der Schiedsrichtergarderobe duschen», führte der Referent aus. Aufgrund dieser Verhältnisse sei mehr Platz nötig.

Die geschätzten Kosten für das geplante zusätzliche Garderobengebäude im Sinn einer Erweiterung der Infrastruktur vor Ort würden sich auf 550'000 Franken belaufen. Der FC Bauma habe per 28. September 2022 ein Gesuch für ein zweckgebundenes Darlehen über maximal 400'000 Franken eingereicht. Mittels Sponsoring und Eigenleistungen will der FC Bauma die Differenz in der Investitionssumme beisteuern.

Der Gemeinderat beantragte der Versammlung, dem FC das Darlehen zu sprechen. Vereine seien bedeutend für das Dorfleben, was die Integrations- und Jugendarbeit anbelange. Das Darlehen sei weder zu verzinsen noch zu amortisieren. Bei Annahme würde dies gleich in der Erfolgsrechnung abgeschrieben.

Die Versammlung konnte sich den Überlegungen des Gemeinderats anschliessen und sprach sich grossmehrheitlich, bei nur zwei Enthaltungen, für das Darlehen aus.

Hochkanzel wurde zurückgebaut

Damit wäre bereits nach rund 45 Minuten das Ende der Versammlung in Sicht gewesen. Doch bevor die Anwesenden zum Outdoor-Apéro in prächtiger Abendstimmung übergehen konnten, vollzog die Versammlungsleitung nach einer Einbürgerung auch noch geduldig den letzten offiziellen Akt des Abends.

Gemeindepräsident Andreas Sudler (parteilos) verlas trotz nicht eingehaltener Frist seine Antworten auf eine Anfrage von Walter Rahm aus Sternenberg. Inhaltlich ging es um Fragen zur Erstellung einer sieben Meter hohen Hochkanzel, welche die Jagdgesellschaft Sternenberg im Sommer 2020 unmittelbar an die Grenze zum Land des Fragestellers ohne Baubewilligung erstellt hatte.

Dieses Verfahren war von Walter Rahm infrage gestellt worden. Obwohl die kantonalen Instanzen ursprünglich keine Notwendigkeit sahen, dass die Erstellung dieser Hochkanzel eine Baubewilligung benötigt, erhielt Walter Rahm später vor dem Baurekursgericht recht.

Er kommentierte die von Gemeindeschreiber Roberto Fröhlich verlesenen Antworten dahin, dass das ganze Verfahren in dieser Art und Weise nicht nötig gewesen wäre. «Zwei Tage vor der heutigen Gemeindeversammlung ist die Hochkanzel nun aber endlich zurückgebaut worden», stellte er mit einer gewissen Ernüchterung fest.

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