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Millionenkredit für Feuerwehr- und Werkgebäude geht vors Parlament

39 Millionen Franken: So viel soll das Generationenprojekt in Illnau-Effretikon kosten.

So soll das geplante Feuerwehr- und Werkgebäude in Effretikon dereinst aussehen.

Visualisierung: PD

Millionenkredit für Feuerwehr- und Werkgebäude geht vors Parlament

Grossprojekt in Illnau-Effretikon

Für die geplante Mehrzweckanlage Eselriet hat der Stadtrat einen Objektkredit beantragt. Um das Gebäude zu erschliessen, muss eine neue Strasse gebaut werden. Es geht um knapp 39 Millionen Franken.

Die Stadt Illnau-Effretikon will ein multifunktionales Gebäude bauen. Es geht um ein Generationenprojekt, welches die Sicherheit für die Bevölkerung verbessern soll.

Im Gebiet Eselriet zwischen Illnau und Effretikon sollen der Werkhof, das Feuerwehrdepot und weitere Organisationen unter einem Dach untergebracht werden. Es geht um einen architektonischen Wurf, welcher hauptsächlich aus Materialien aus der Region gebaut werden soll, es geht aber auch um viel Geld.

Die Kosten

Für den Bau des neuen Feuerwehr- und Werkgebäudes im Eselriet beantragt der Stadtrat beim Parlament einen Kredit von knapp 39 Millionen Franken.

Das eigentliche Werkgebäude kostet 33,2 Millionen Franken. Dazu kommen aber noch die Ausgaben für das Land, das die Stadt bereits vor einigen Jahren gekauft hat. Für das Land, welches rund zwei Fussballfelder gross ist, wurden knapp 3,8 Millionen Franken bezahlt.

Zusätzlich braucht es für die geplante Mehrzweckanlage eine neue Strasse. Diese Erschliessung mit der neuen Eselrietstrasse kostet nochmals rund zwei Millionen Franken. So kommt die Stadt auf den Kredit von knapp 39 Millionen Franken.

Alte Kritik dürfte wieder aufflammen

Schon früher wurden die geplanten Ausgaben kritisiert. Nun hat sich das Projekt aber nochmals verteuert. Im Februar 2021 hatte man noch mit 26,7 Millionen Franken gerechnet.

Alt Gemeinderat Herbert Kempf (SVP) beispielsweise war einer der Kritiker, die die Kosten schon vor Jahren als zu hoch einschätzten.

Die Stadt rechtfertigt die Kosten mit dem hohen Nutzen des geplanten Neubaus. Es handle sich um eine sehr hohe, jedoch finanziell tragbare, lohnenswerte und insgesamt nachhaltige Investition, schreibt der Stadtrat in einer aktuellen Mitteilung.

Halle aus Beton und Holz mit Feuerwehrauto im Hintergrund.
Holz soll den Bau des neuen Gebäudes dominieren.

Feuerwehr, Zivilschutz und Rettungsdienst unter einem Dach

Diverse städtische Versorger sind heute an unterschiedlichen Orten untergebracht. Der Zivilschutz beispielsweise lagere sein Material an acht verschiedenen Standorten, teilt die Stadt mit.

Im geplanten Feuerwehr- und Werkgebäude im Gebiet Eselriet sollen nun der Werkhof, das Feuerwehrdepot, die Hauptsammelstelle, der Zivilschutz, die Wasserversorgung und der Forstdienst zentral untergebracht werden.

Zusätzlich soll sich ein Rettungsdienst im Neubau einmieten. Dieser sei dem Kantonsspital Winterthur angegliedert. Konkret soll ein Rettungsfahrzeug mit zwei Rettungsfachpersonen im Depot stationiert werden. Dadurch könne die Versorgungssicherheit der Bevölkerung verbessert werden, ist der Stadtrat überzeugt.

Visualisierung des geplanten Feuerwehr- und Werkgebäudes in Illnau.
Karte des geplanten Feuerwehr- und Werkgebäudes.

Der Stadtrat ist überzeugt, dass es bei einer Ablehnung des vorgeschlagenen Gesamtkonzepts notwendig wird, Sanierungen und Ersatzneubauten bei den bestehenden Liegenschaften der verschiedenen städtischen Dienste durchzuführen.

Trotzdem seien die Kapazitätsengpässe, die derzeit bestünden, dadurch nicht lösbar.

Prekäre Zustände beim alten Werkhof

Der bestehende Werkhof an der Grendelbachstrasse in Effretikon ist in die Jahre gekommen. Man stosse an die Kapazitätsgrenzen, teilt die Stadt mit. Ausserdem könne man die Räumlichkeiten nicht erweitern.

Wegen der engen Verhältnisse im bestehenden Feuerwehrgebäude müsse man die Fahrzeuge hintereinanderstellen. Die Fahrzeuge könnten nicht einzeln gezielt ausrücken, schreibt der Stadtrat. Je nach Einsatz müsse man deshalb mehrere Fahrzeuge verschieben, bevor das benötigte Fahrzeug wegfahren könne. So verstreiche im Ernstfall wertvolle Zeit.

Ausserdem sei die Zufahrt zum Feuerwehrgebäude eng, und es seien kaum Parkplätze für die einrückenden Angehörigen der Feuerwehr vorhanden. Bei grösseren Einsätzen führe dies unweigerlich zu Verzögerungen, sodass ein zeitgerechtes Ausrücken nach den gesetzlichen Vorgaben nicht immer gewährleistet werden könne.

Die Zeiten, in denen die Feuerwehr reine «Männersache» gewesen sei, seien vorbei, heisst es weiter. Umso störender sei es, dass sich die Angehörigen der Feuerwehr nicht in nach Geschlechtern getrennten Garderoben, sondern direkt in der Fahrzeughalle umziehen müssten. Duschen würden ebenso keine zur Verfügung stehen. Eine zeitgemässe Infrastruktur sei dringend nötig.

Inbetriebnahme Ende 2026

Bis im Herbst dieses Jahrs soll das Stadtparlament den Kostenvoranschlag genehmigen. Bei der Kreditgenehmigung kommt es am 3. März 2024 zur Volksabstimmung. Der Baubeginn der Erschliessung ist im Frühling 2024 geplant. Die neue Eselrietstrasse soll Ende 2024 gebaut sein. Mit dem Hochbau soll im Frühjahr 2025 begonnen werden. Ende 2026 soll der neue Werkhof in Betrieb genommen werden.

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