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Wildberg braucht mehr Zeit für die Jahresrechnung

Weil ein Springer Fehler machte, kann der Gemeinderat die Jahresrechnung nicht vorlegen.

In der Verwaltung hing der Haussegen im vergangenen Jahr schief. Deshalb ist die Jahresrechnung noch nicht parat.

Foto: Annabarbara Gysel

Wildberg braucht mehr Zeit für die Jahresrechnung

Nach Verwaltungschaos

Im Juni können die Wildberger nicht die Jahresrechnung 2022 abnehmen. Der Bezirksrat zeigt sich gnädig – ausnahmsweise.

Man könnte die Uhr danach richten: Im Sommer kommt die Jahresrechnung vor die Gemeindeversammlung, im Winter das Budget. Nicht so in Wildberg.

Auf der Traktandenliste für die Gemeindeversammlung im Juni steht nur die Bewilligung des Bruttokredits für die Sanierung Steinlandstrasse. Ein Versehen?

Nein, wie Gemeindeschreiberin Nicole Ward bestätigt. «Die Traktanden der Gemeindeversammlung vom Juni werden, gemäss Beschluss des Gemeinderats, ohne Jahresrechnung behandelt.»

Rechnungen fehlen

Den Grund dafür nennt Gemeinderat Thomas Kupper (parteilos), Ressortvorsteher Finanzen, IT und Gesundheit. «Die Jahresrechnung war fehlerhaft, und wir konnten sie so nicht abnehmen.»

Gewisse Posten in der Rechnung waren fehlerhaft.

Thomas Kupper (parteilos), Gemeinderat

Im vergangenen Jahr herrschten teils schwierige Umstände auf der Wildberger Verwaltung. Es gab eine Kündigungswelle, jede Stelle musste neu besetzt werden. «Ein Springer führte zwischenzeitlich die Finanzen», erklärt Kupper.

In dieser Zeit entstanden Fehler. «Gewisse Posten in der Rechnung waren fehlerhaft», sagt der Finanzvorsteher.

Dem zuständigen Springer macht Kupper aber keinen Vorwurf. «Seine Aufgabe war, die Buchhaltung aktuell zu halten.» Als Externer sei man nie gleich im Business drin.

Gnädiger Bezirksrat

Kupper sagt, er habe im Frühjahr selber Stunden investiert, um Fehler auszubügeln. Doch um den Termin im Juni einzuhalten, hat das nicht gereicht.

Die Jahresrechnung wird den Stimmberechtigten nun im September vorgelegt. «Wir haben dies so mit dem Bezirksrat festgelegt», sagt Kupper. Es wird auch noch einen offiziellen Entscheid geben.

Denn im Gemeindegesetz ist vorgeschrieben, dass die Jahresrechnung im ersten Halbjahr vorgelegt werden muss. Im Rahmen der Visitation des Bezirksrats im Frühling habe man aber die missliche Lage dargelegt. «Wir mussten dem Bezirksrat gute Gründe liefern, wieso wir mehr Zeit brauchen. Er ist jedoch mit unserem Vorgehen einverstanden.»

«Ein absoluter Ausnahmefall»

Gesetzlich ist eine solche Fristerstreckung nicht vorgesehen. «Mir ist auch kein anderer Fall bekannt», sagt die Pfäffiker Bezirksratsschreiberin Karin Weyermann.

Trotzdem ist für sie das Vorgehen gut begründet: «Hätte die Gemeinde uns die abgenommene Jahresrechnung nicht bis Ende Juni zugestellt, hätten wir ein aufsichtsrechtliches Verfahren einleiten müssen.»

Es ist aus der Sicht des Bezirksrats auch wichtiger, dass eine korrekte Jahresrechnung erstellt wird.

Karin Weyermann, Bezirksratsschreiberin

Die Gemeinde wäre dann aufgefordert worden, die Rechnung schnellstmöglich abnehmen zu lassen. Nun hat der Bezirksrat bereits zugestimmt, dass sie im Herbst vor die Gemeindeversammlung kommt.

«Das ist ein absoluter Ausnahmefall, da ausserordentliche Gründe vorliegen», sagt die Bezirksratsschreiberin. «Es ist aus der Sicht des Bezirksrats auch wichtiger, dass eine korrekte Jahresrechnung erstellt wird.»

Bei dieser einen Ausnahme soll es auch bleiben. «Es ist nicht so, dass jetzt jede Gemeinde kommen kann, um mehr Zeit zu verlangen», betont Weyermann.

Immerhin ist anzunehmen, dass Wildberg im nächsten Jahr den Juni-Termin wieder einhalten kann. Gemeinderat Thomas Kupper betont, dass die Prozesse wieder stabil sind und einwandfrei funktionieren. Zuständig dafür ist jetzt die neue Leiterin der Finanzverwaltung.

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