Diese Projekte des Hackathons setzt die Stadt Wetzikon um
Raumbuchung oder Abfallkalender
Im letzten Juni haben Freiwillige smarte Lösungen für die Entwicklung der Stadt Wetzikon gesammelt. Wie geht es jetzt weiter?
Im vergangenen Juni rauchten im «Krone»-Saal in Wetzikon die Köpfe. Während 42 Stunden haben rund 60 Teilnehmende verschiedene Problemstellungen, sogenannte Challenges, am ersten Hackathon bearbeitet.
Das Wort deutet es schon an: Es ist eine Schöpfung aus Hack und Marathon. Ziel der Veranstaltung war es, neue digitale Lösungen für die Stadt Wetzikon zu entwickeln.
Beispielsweise ein neues Reservationssystem für städtische Räume, Themen- und Geschichtspfade durch Wetzikon oder eine neue Informationsplattform, damit die Reduktion von CO₂ greif- und messbar wird. Teilnehmer am Hackathon waren IT-Profis, aber auch interessierte Personen mit weniger Computerkenntnissen.
«Viele Projekte, die die Stadtverwaltung betreffen, haben wir aufgenommen und arbeiten nun an der konkreten Umsetzung», sagt Stadtrat Stefan Lenz (FDP). Er ist zuständig für das Ressort Hochbau und Planung und ist Teil des Projektteams des Hackathons.
Börse für Sackgeldjobs in den Startlöchern
Derzeit arbeitet die Stadt an der Umsetzung von einem smarten Reservierungssystem für Räumlichkeiten, dem WetziTrail mit Themen- und Geschichtspfaden durch Wetzikon, dem WetziJob 2.0, einer neuen Sackgeldbörse für Jugendliche sowie einem neuen digitalen Entsorgungskalender.
«Das Projekt ‹WetziJob 2.0› steht kurz vor der Umsetzung. Darüber werden wir zeitnah informieren», sagt Stadtschreiberin Martina Buri.
Es braucht teilweise noch konzeptionelle Arbeit oder ein Budget für die Umsetzung.
Martina Buri, Stadtschreiberin von Wetzikon
Die Erkenntnisse aus dem Hackathon für den smarten Entsorgungskalender werden ausserdem in die neue Website der Stadt einfliessen. Ziel ist es, einen personalisierbaren Kalender bereitzustellen.
Rad nicht neu erfinden
Auch die Projekte «Reservierungssystem» und «WetziTrail» werden dieses Jahr laut der Stadtschreiberin weiterverfolgt. Wann die beiden Projekte abgeschlossen sein werden, ist aber noch nicht bekannt. «Es braucht teilweise noch konzeptionelle Arbeit oder ein Budget für die Umsetzung im Jahr 2024», sagt Buri.
Es bringt nichts, wenn man einen Raum reservieren kann, und dann weiss der Hauswart nichts davon.
Stefan Lenz, Stadtrat (FDP)
Dabei will Wetzikon das Rad, wenn möglich, nicht selber erfinden. «Beim Reservierungssystem sind wir im Dialog mit Personen, die die Raumplattform der Reformierten Kirche Zürich betreiben», erklärt Lenz. Diese verfügt bereits über ein einfaches System, mit dem man Räume für verschiedene Zwecke reservieren kann.
Er betont, dass es mit einer neuen Website allein nicht getan ist. «Es bringt nichts, wenn man einen Raum reservieren kann, und dann weiss der Hauswart nichts davon – die Abläufe rund um eine Reservation herum müssen auch funktionieren.»
Ein wichtiger Schritt ist es, diese Abläufe und Schnittstellen auszuarbeiten und in der Praxis umzusetzen. Das brauche Zeit.
Mehr Zeit für «DeCarb Wetzikon»
Etwas länger dauert es noch, bis «DeCarb Wetzikon» bereit ist. Dies soll eine neue Informationsplattform sein, die mit wichtigen Kennzahlen und visuellen Elementen hilft, die CO₂-Reduktion begreifbar zu machen.
Damit soll die Bevölkerung sensibilisiert werden, ihren Energieverbrauch zu senken. «Eine vergleichbare Plattform gibt es noch nicht», sagt Lenz. Bisher seien die Informationen, beispielsweise solche zu Fördergeldern für energetische Sanierungen, vorhanden. «Was es bedeutet, zur Reduktion einer Tonne CO₂ beizutragen, ist aber nicht so einfach zu erläutern.»
Bis die Plattform steht, muss zuerst ein Projekt ausgearbeitet werden. «Da sind wir jetzt dran», sagt Lenz. Das Ziel ist, dass «DeCarb Wetzikon» zusammen mit Firmen aus der Region umgesetzt wird.
Hackathon an der ZOM
Doch noch bevor die Projekte aus dem Hackathon umgesetzt sind, ist bereits ein zweiter geplant. Und zwar am 1. und 2. September – im Rahmen der Züri Oberland Mäss (ZOM).
Die IT-Spezialisten sind wichtig, damit Prototypen am Hackathon entstehen.
Stefan Lenz, Stadtrat (FDP)
«Mit der Integration in die ZOM wollen wir das Thema ‹Smart City› näher zu den Leuten bringen», sagt Lenz. «Smart City», darunter versteht Lenz eine clevere Stadtentwicklung, die zusammen mit der Bevölkerung ausgearbeitet und umgesetzt wird.
Wer am Hackathon mitmachen will, muss übrigens kein IT-Profi sein. «Die IT-Spezialisten sind wichtig, damit Prototypen am Hackathon entstehen», erklärt der Stadtrat. «Für die smarten Lösungen braucht es auch die anderen: engagierte Leute mit kritischem Geist.»