«Insgesamt braucht es 40 Millionen Franken»
Verlust Spital Uster
Das Spital Uster verzeichnet einen Verlust von 5,2 Millionen Franken. Verwaltungsrätin und Stadtpräsidentin Barbara Thalmann (SP) im Interview.
5,2 Millionen Franken, diesen Verlust machte das Spital Uster am Dienstag in einer Medienmitteilung öffentlich. Usters Stadtpräsidentin Barbara Thalmann (SP) sitzt im Verwaltungsrat der Spital Uster AG und äussert sich zu den drängendsten Fragen.
Frau Thalmann, das Spital Uster schreibt einen Verlust von 5,2 Millionen Franken. Was sagen Sie zu diesem Ergebnis?
Barbara Thalmann: Es ist klar, dass das nicht das ist, was wir uns wünschen. Das Spital muss in Zukunft auf festen finanziellen Beinen stehen. Das ist das Ziel.
Der Stadtrat hat die Bereitschaft signalisiert, sich mit 20 Millionen an einer Erhöhung des Aktienkapitals zu beteiligen.
Der genaue Betrag ist noch offen, und der Stadtrat hat diesbezüglich noch keinen Beschluss gefasst. Die 20 Millionen Franken sehen wir als Maximalbetrag. Der Betrag muss letztlich über eine Volksabstimmung gesprochen werden. Der nächste Schritt wird sein, eine Abstimmungsvorlage zu erarbeiten. Wichtig ist: Dieses Geld ist nicht à fonds perdu, sondern eine Investition in die Zukunft des Spitals.
Für die Privatisierung wurde unter anderem mit der finanziellen Sicherheit geworben, die eine solche mit sich bringt. Offensichtlich hat sich dies nicht bewahrheitet.
Wir müssen uns eingestehen, dass mit einer AG die finanzielle Stabilität noch nicht erreicht ist. Darauf arbeiten wir nun hin.
Sie schreiben in Ihrer Medienmitteilung, dass entscheidend sein wird, wie die anderen am Spital Uster beteiligten Gemeinden reagieren werden. Was wünschen Sie sich?
Wir begrüssen es, wenn andere Gemeinden ebenfalls zu einer Aktienkapitalerhöhung beitragen. Hier sind wir untereinander im Austausch. Schliesslich entscheidet aber jede Gemeinde – beziehungsweise ihre Stimmberechtigten – für sich. Es gibt keinen Zwang, etwas beizusteuern.
Wie viel Geld braucht es denn insgesamt?
Es wird im Minimum eine Eigenkapitalquote von 30 Prozent angestrebt. Optimal wären insgesamt 40 Millionen Franken.
Die SVP wirft Ihnen als Verwaltungsratsmitglied des Spitals Uster vor, in der Budgetdebatte das Minus verschwiegen zu haben.
Zum Zeitpunkt der Budgetdebatte Anfang Dezember stand das definitive Jahresergebnis des Spitals noch nicht fest.