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Politik

Fischenthal gibt Teile seiner Finanzen in fremde Hände

Fischenthal lagert einen Teil des Finanzbereichs aus. Die Bevölkerung soll das aber nicht spüren.

Ein Teil des Finanzbereichs von Fischenthal wird bald in Uster verwaltet und nicht mehr im Gemeindehaus.

Foto: Nicolas Zonvi

Fischenthal gibt Teile seiner Finanzen in fremde Hände

Wegen Fachkräftemangel

Eine externe Firma kümmert sich künftig um Teile des Fischenthaler Finanzbereichs. Damit kann die Gemeinde Geld sparen. Grund für den Entscheid ist das aber nicht.

Die Gemeinde Fischenthal lagert einen Teil der Finanzverwaltung an die Springermarkt AG aus Uster aus. Der Wechsel ist auf den 1. Januar 2024 vorgesehen. Das teilt der Gemeinderat in seinem neusten Newsletter mit.

«Die Firma übernimmt analog einer Treuhandfirma das Verbuchen unserer Kreditoren- und Debitorenbelege, das Erstellen des Jahresabschlusses und das Erfassen der Budgetdaten», sagt die Fischenthaler Gemeindepräsidentin Barbara Dillier (parteilos).

Immer noch Ansprechpersonen

Die Gemeinde kann damit gemäss dem Newsletter einen sechsstelligen Betrag pro Jahr einsparen. Wie Dillier erklärt, geht es bei diesem Entscheid aber nicht um die Kosten: «Die Teilauslagerung der Aufgaben der Finanzabteilung ist insbesondere auf den aktuell herrschenden Fachkräftemangel zurückzuführen.»

«Die Berührungspunkte zwischen Bevölkerung und Finanzabteilung bestehen insbesondere bei der Gebührenverrechnung.»

Barbara Dillier (parteilos), Gemeindepräsidentin

Die Auslagerung betreffe auch nur einen Teil der Aufgaben, erläutert sie weiter. «In der Finanzverwaltung der Gemeinde verbleiben die gesamte Gebührenverrechnung, die Planung und die Überwachung des Budgets.» Damit verbunden sind auch die Verantwortung und die Kontrolle über sämtliche Ausgaben und Einnahmen der Gemeinde.

Dillier ist überzeugt, dass die Einwohnerinnen und Einwohner deshalb keine Veränderung spüren werden. Denn: «Die Berührungspunkte zwischen Bevölkerung und Finanzabteilung bestehen insbesondere bei der Gebührenverrechnung.»

Dieser Bereich bleibt vollständig bei der Verwaltung. Für die Bevölkerung sind deshalb nach wie vor die bisherigen Ansprechpersonen vor Ort.

Zufrieden mit Reorganisation

Der Entscheid, Teile des Finanzbereichs auszulagern, hängt mit der Reorganisation der Fischenthaler Verwaltung zusammen. Diese hatte der Gemeinderat vergangenen Mai angestossen.

Grund dafür war unter anderem eine Rüge des Bezirksrats Hinwil. Dieser hatte bei seiner Visitation gravierende Mängel in der Verwaltungsstruktur festgestellt.

Mit dem bisherigen Prozess ist Dillier sehr zufrieden: «Die aktuelle Reorganisation ist bereits ausgesprochen fortgeschritten und stärkt unsere Verwaltung.»

Zurück in «gestärkte Verwaltung»

Trotzdem schliesst sie nicht aus, dass es zu weiteren Auslagerungen kommt. «Bei Bedarf müssen wir im Moment in allen Bereichen immer auch diese Möglichkeit – als eine von vielen – in Betracht ziehen», betont sie. «Wir prüfen deshalb, ob eine Auslagerung oder interkommunale Zusammenarbeit für unsere Gemeinde sinnvoll sein könnte.»

Das heisst aber nicht, dass solche Entscheide für die Ewigkeit sind. Der Gemeinderat behält laut Dillier die Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt stets im Auge. «Bei einer Entspannung der Lage können wir ausgelagerte Aufgaben, wenn immer möglich, zurück in die gestärkte Verwaltung holen.»

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