Stadt Uster sieht Abspaltung skeptisch
Gemeindewechsel zweier Aussenwachten
Eine Mehrheit der Bevölkerung von Nänikon und Werrikon möchte einen Gemeindewechsel weg von Uster und hin zu Greifensee. Der Stadtrat von Uster anerkennt die Anliegen der Betroffenen, steht einer Abspaltung aber trotzdem skeptisch gegenüber.
Im Rahmen eines Beteiligungskonzepts hat der Stadtrat Uster im vergangenen Januar mit Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Interessensgruppen aus Nänikon und Werrikon einen Austausch organisiert. Grund dafür war der Entscheid der Stimmberechtigten der Oberstufenschulgemeinde Nänikon-Greifensee. Sie hatten sich vor einem Jahr für die Prüfung eines Zusammenschlusses der Ustermer Ortsteile Nänikon und Werrikon mit der Gemeinde Greifensee ausgesprochen.
Der Stadtrat habe mit dem Beteiligungskonzept im gemeinsamen Dialog mögliche Lösungsoptionen für vordringliche Fragestellungen erarbeiten wollen, wie er in einer Medienmitteilung schreibt. Die Gruppe von Vertretenden aus Nänikon und Werrikon hätte jedoch nach einem ersten Sondierungstreffen davon abgesehen, den Austausch weiterzuverfolgen, was der Stadtrat sehr bedaure.
Ganzheitlich entwickeln
Das Komitee «Pro 8606» hat am Montag, 27. März 2023, bekannt gegeben, mittels einer Volksinitiative den Stadtrat Uster beauftragen zu wollen, zusammen mit dem Gemeinderat Greifensee die vertragliche Grundlage für eine Abspaltung von Nänikon und Werrikon von Uster zu Greifensee zu erarbeiten.
Der Stadtrat erachte dieses Vorgehen als legitimes Instrument im laufenden demokratischen Prozess. Gleichzeitig unterstreiche der Stadtrat seine Skepsis gegenüber der geplanten Abspaltung. Nänikon und Werrikon seien historisch integrale Ortsteile, die vom breiten Dienstleistungsangebot Usters profitieren würden und für eine vielfältige Stadt Uster bedeutsam seien.
Zudem seien die beiden Ortsteile wichtig für eine erfolgreiche städtische Weiterentwicklung, auch im Hinblick auf den Erhalt und die Förderung neuer Arbeitsplätze. Eine Abspaltung von Nänikon und Werrikon hätte gemäss dem Stadtrat nachhaltig negative Auswirkungen für die gesamte Stadt Uster, insbesondere in finanzieller Hinsicht.
Interessen der gesamten Bevölkerung vertreten
Der Stadtrat müsse seine Haltung und sein Handeln auf die Interessen der Gesamtbevölkerung ausrichten. Vor diesem Hintergrund bevorzug er den Dialog und eine gemeinsame Lösungsfindung. Im Sinne des Gemeinwohls setze er auf eine starke Stadt Uster – zusammen mit Nänikon und Werrikon. Sollte die von «Pro 8606» geplante Volksinitiative zustande kommen, werde der Stadtrat die Stimmberechtigten über die weiteren Konsequenzen, auch finanzieller Art, informieren.
Gespräche mit Schulgemeinden
Aktuell finden Gespräche zwischen der Sekundarstufe Uster und der Oberstufenschule Nänikon-Greifensee statt. Das Ziel sei, eine einvernehmliche Lösung betreffend die vom Kanton vorgeschriebene Grenzbereinigung und den Betrieb des Oberstufenschulhauses Wüeri zu finden. Der Stadtrat begrüsse diese Bemühungen und sei zuversichtlich, im Schulbereich eine für alle Beteiligten gute Lösung zu erreichen.
