«Das Ressort Finanzen würde mich besonders reizen»
Neuer Baumer Gemeinderat Daniel Schmidt
Daniel Schmidt (parteilos) ist in stiller Wahl in den Baumer Gemeinderat gewählt worden. Der bisherige RPK-Präsident hat es besonders auf ein Ressort abgesehen – gibt sich aber offen für alles.
Daniel Schmidt, Sie sind seit 2018 Präsident der Rechnungsprüfungskommission. Jetzt wechseln Sie sozusagen die Seiten und werden Gemeinderat. Was hat Sie dazu bewegt?
Ich habe mir schon länger überlegt, für den Gemeinderat zu kandidieren. Geplant war dies bei den nächsten Gesamterneuerungswahlen. Und jetzt, mit dem Rücktritt von Flavio Carraro, hat sich diese Möglichkeit bereits früher ergeben.
Flavio Carraro ist Finanzvorstand. Haben Sie es auf dieses Ressort abgesehen?
Natürlich interessieren mich die Gemeindefinanzen besonders. Die kenne ich jetzt von der anderen Seite aus meiner langjährigen Tätigkeit in der Rechnungsprüfungskommission sehr gut. Das Ressort Finanzen würde mich besonders reizen. Ich glaube auch, dass ich dort vermutlich am wenigsten Einarbeitungszeit brauche und den grössten Mehrwert für die Gemeinde generieren kann. Ich arbeite als IT-Berater, mit Schwerpunkt Finanz- und Kostenrechnungslösungen, habe früher viele Jahre im Finanzwesen gearbeitet und auch in der Freizeit sind die Finanzen mein Steckenpferd.
Das Ressort haben Sie aber noch nicht auf sicher. Es kann zu Rochaden kommen.
Das weiss ich. Als «Greenhorn» im Gemeinderat hat man leider nicht die Wahl. Und selbst wenn die Ressorts neu verteilt werden: Im Gemeinderat gibt es viele spannende Themen, bei denen ich gerne mein Wissen einbringe. In anderen Ressorts wäre einfach die Einarbeitungszeit etwas länger. Und mit Finanzen hat man ja auch dort zu tun.
Sie sitzen bald in einem Gremium, dessen Entscheide sie als RPK-Präsident oft auch kritisiert haben. Gibt es da keine Misstöne mit ihren neuen Kolleginnen und Kollegen?
Das glaube ich nicht, im Gegenteil. Natürlich hat die RPK teilweise Ausgaben oder Entscheide des Gemeinderats anders gesehen. Aber wir haben dies immer sachlich begründet. Die Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat war immer konstruktiv. Und am Schluss haben ja immer die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger entschieden. Im Gemeinderat nehme ich jetzt eine andere Rolle ein.
Sie sind wie Ihr Vorgänger parteilos. Wo ordnen Sie sich politisch ein?
Vor Wahlen fülle ich immer Smartvote aus und bin dort politisch etwa in der Mitte und leicht ökologisch angehaucht. Ich bin sicher nicht an den extremen Polen zu finden. Beim Thema Finanzen sehe ich mich eher als konservativ. Es ist mir wichtig, dass Projekte finanzierbar sind und die finanziellen Mittel haushälterisch eingesetzt werden.
Daniel Schmidt (53) tritt sein Amt im Baumer Gemeinderat am 1. Mai an. Er wurde in stiller Wahl gewählt.
