Darum braucht Wald eine Leitung Bildung
In anderen Gemeinden gibt es die neu geschaffene Stelle Leitung Bildung schon – nun will auch Wald nachziehen. Dafür kommt es am 27. November zur Urnenabstimmung auf kommunaler Ebene.
Per 1. Januar 2021 wurde das Volksschul- sowie Lehrpersonalgesetz revidiert, das den Gemeinden mehr Möglichkeiten zur eigenständigen Organisation ihres Bildungsbereichs bietet. Auch die Schulgemeinde Wald möchte diese Gelegenheit nutzen. Mit der neuen Stelle Leitung Bildung sollen die Schulpflege und Schulleitungen entlasten werden.
Dabei würden für die Gemeinde jährliche Mehrkosten von 190’000 Franken entstehen. In der Schulpflege hingegen fielen Kosten von 35’000 Franken pro Jahr weg, da man mit einer Leitung Bildung ab der nächsten Legislaturperiode mit fünf anstelle der sieben Schulpflegemitglieder auskäme.
Entflechtung von Aufgaben
«Die Einführung einer Leitung Bildung sichert eine für die Zukunft wichtige Entflechtung von strategischen und operativen Aufgaben», sagt Franziska Heusser Ammann, die Walder Schulpräsidentin und Gemeinderätin (parteilos). Mit der neuen Stelle soll in Wald die Schulpflege entlastet, das Milizsystem gestärkt und eine hohe Stabilität im Bildungswesen gewährleistet werden.
«Natürlich dürfen eine gewisse Durchsetzungskraft sowie analytische Fähigkeiten nicht fehlen.»
Franziska Heusser Ammann, Gemeinderätin und Schulpräsidentin in Wald
«Insbesondere das Schulpräsidium würde entlastet, indem die direkte personelle Führung aller Schulleitungen, die Verantwortung für diverse Projektaufgaben und die Führung der Geschäftsleitung wegfiele.» Die fünf Schulleitungen könnten sich so vermehrt auf die Personalführung und Schulentwicklung ihrer eigenen Schulen konzentrieren.
Die speziellen Anforderungen an eine Leiterin oder einen Leiter Bildung sind primär mehrjährige Berufs- und Führungserfahrung sowie vertiefte Kenntnisse im Schul- und Verwaltungsrecht. «Natürlich dürfen eine gewisse Durchsetzungskraft sowie analytische Fähigkeiten nicht fehlen», sagt Heusser Ammann. Eine pädagogische Ausbildung sei von Vorteil, aber nicht zwingend.
Wachsende Belastung
Um allen Verpflichtungen gerecht zu werden, haben die Mitglieder der Geschäftsleitung bestehend aus allen Schulleitungen und der Leitung Schulverwaltung allein in der letzten Legislaturperiode jährlich 2000 Überstunden geleistet. Zudem wachse die Belastung im klassischen Milizamt immer mehr.
Führungsorganisation stösst an Grenzen
27.01.2021

Schulpflege Pfäffikon
Die Pfäffiker Schulpflege will gegen den «Verschleiss» von Schulleitern vorgehen und sowohl Verwa Beitrag in Merkliste speichern Heusser Ammann betont: «In den letzten drei Jahren wurde eine Analyse des Ist-Zustandes betreffend Aufgaben der Führungsorgane und ein Schulvergleich sowie das Erarbeiten von neuen Führungsmodellen durchgeführt.»
Gemeinsam seien die Schulpflege und die Geschäftsleitung zum Schluss gekommen, dass eine Leitung Bildung hinsichtlich der Effizienz unabdingbar sei. «In Wald werden immerhin rund 1300 Kinder unterrichtet, für deren pädagogische Bildung und Zukunft wir die Verantwortung tragen», betont Heusser Ammann.
Strategischer Entscheid
In Wetzikon, einem der grössten Schulbezirke im Oberland, gibt es mit Thomas Ruppanner bereits seit 2017 einen Leiter Bildung. Er wurde hinsichtlich der im Sommer 2018 vollzogenen Fusion der Primar- und Sekundarschule mit einem 100 Prozent Pensum eingestellt.
«Mit der Leitung Bildung haben die Schulleitungen jederzeit einen Ansprechpartner für Probleme im Schulalltag, für die sie Unterstützung benötigen».
Claudia Bosshardt, Wetziker Geschäftsbereichsleiterin Bildung und Jugend
«An der früheren Primarschule gab es schon seit Jahren die sehr knapp bemessene Stelle einer pädagogischen Leitung, deren Aufgaben im strategischen Bereich jedoch nicht klar definiert waren», erklärt Claudia Bosshardt, die Geschäftsbereichsleiterin Bildung und Jugend der Stadt Wetzikon. Diese Stelle deckte vor allem gesamtorganisatorische Bereiche für die ganze Schule ab. Dies betraf mitunter die Leitung der Schulleitungskonferenz.
Die Stelle liess sich in den letzten Jahren jedoch nicht mehr dauerhaft besetzen. Oft musste die Stadt Springerpersonal einsetzen. «Die fixe Anstellung des Leiters Bildung und die Neuorganisation der Schule Wetzikon haben schliesslich dazu geführt, dass die Entschädigung für Schulpflegemitglieder reduziert werden konnte», sagt Bosshardt.
Klare Aufgabenteilung und Entlastung
In den letzten vier Jahren habe sich in der Aufgabenteilung vieles geändert und verbessert, wie Bosshardt betont: «Mit der Leitung Bildung haben die Schulleitungen jederzeit einen Ansprechpartner für Probleme im Schulalltag, für die sie Unterstützung benötigen».
Geschäfte durchgewunken – mit Nebengeräuschen
09.12.2021

Sekundarschule Dübi-Schwerzenbach
Die Sekundarschulgemeinde erhält eine neue Leitung Bildung. href=”/flag/flag/np8_favorites/3270149?destination=batch&token=NGlX3TeXJoBgOidwkYLB2rUMPOsJTOjAFwPZligbV3s” title=”” class=”no-tts use-ajax flag flag-np8_favorites flag-np8_favorites-3270149 action-flag”>Beitrag in Merkliste speichern Die Haupttätigkeiten seien im Wesentlichen: Koordinieren, Leiten, Führen und Beraten. Unter Koordination verstehe man die Absprache der vielen Aufgaben wie: Ressourceneinsatz, gemeinsame Standards, Stufenübertritte oder Besuchstage. Beim Leiten gehe es darum, Gremien und Projektgruppen zu leiten und somit die Schulleitungen zu entlasten.
Bei der Führung ist die Leitung Bildung vom Schulpräsidium damit beauftragt, die Schulleitungen zu führen. «In dieser Funktion unterstützt Thomas Ruppanner wo nötig, bespricht Herausforderungen im Alltag und plant die gemeinsame Weiterentwicklung», sagt Bosshardt.
Die Beurteilung der Schulleitungen erfolge gemeinsam mit dem Schulpräsidenten. Da in diesem Bereich die Leitung Bildung für das Schulpflegepräsidium sehr viel Arbeit erledige, sei es überhaupt erst möglich, die Schulpflege weiterhin im Milizsystem zu führen. «Letztendlich laufen viele Fäden bei einer Person zusammen, was den Koordinationsaufwand verhindert und viele andere Personen entlastet.»
Bei einem Nein am 27. November behielte die Schulgemeinde Wald dieheutigen Führungsstrukturen bei. Die Aufgaben – und Arbeitsentlastung der Schulleitungen ist jedoch unumgänglich, weshalb in naher Zukunft andere Optionen geprüft werden müssten. Dazu gehört das Auslagern von Aufgaben, das vermehrte Beiziehen von externen Experten oder Beratern, das Anordnen von Überzeit oder allenfalls auch das Anstellen von Assistenzen. Dabei entstünden entsprechende Mehrkosten.
