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Diese Gemeinden wollen bald mit Abfall heizen

Sieben Gemeinden sind am Projekt «Fernwärme Zürcher Oberland» beteiligt. Während die einen bereits ihr Verteilnetz planen, sind für andere noch zu viele Fragen offen.

Sieben Gemeinden sind an Fernwärme der Kezo interessiert.

Foto: Christian Merz

Diese Gemeinden wollen bald mit Abfall heizen

Wetzikon will so schnell wie möglich die Fernwärme der Kehrichtverwertungsanlage Zürcher Oberland (Kezo) nutzen. Anfang Oktober hat der Stadtrat seine Pläne dazu vorgelegt. 

Aber Wetzikon ist nicht die einzige Gemeinde, die Interesse am Bezug der Fernwärme bekundet. Zusammen mit Hinwil, Dürnten, Bubikon, Rüti, Pfäffikon und Uster hat die Stadt zudem das Planungsprojekt «Fernwärme Zürcher Oberland» gestartet.

Eine Machbarkeitsstudie liegt bereits vor. Die Verantwortlichen haben sich einen sportlichen Zeitplan auferlegt.

Bauprojekt entwickeln

2028 soll die Kehrichtverwertungsanlage die Gemeinden mit Wärme versorgen. Bis dann will die Kezo auch eine neuere, energieeffizientere Verbrennungsanlage bauen. Doch dafür braucht es noch die Zustimmung zum Baukredit an der Urne in den 36 Zweckverbandsgemeinden.

Wie schnell es jetzt tatsächlich mit dem Fernwärmeprojekt vorwärtsgeht, ist von den Gemeinden abhängig. «Sie müssen sich jetzt entscheiden, wie und ob sie weitermachen wollen», sagt Projektleiterin Marie-Therese Büsser.

Die Machbarkeitsstudie biete nur die Grundlage für weitere Überlegungen. «In den weiteren Schritten wird das Projekt bis zu einem konkreten Bauprojekt weiterentwickelt», erklärt Büsser.

Auf Rückmeldungen warten

Aktuell ist angedacht, dass die Fernwärme über zwei Transportleitungen in die sieben Gemeinden fliesst. Die eine geht von der Kezo in Hinwil nach Rüti, die andere via Uster nach Pfäffikon. Für die Leitungen wäre eine zu gründende «Transport AG» zuständig, an der sich alle Gemeinden beteiligen sollen.

Auf dem Foto sieht man einen Plan, wie das Fernwärmenetz ab Kezo aussehen könnte.

Auf ihrem Gebiet wären sie dann aber selber für die Planung der Versorgung zuständig, wie Büsser betont. «Sie können das Netz selber betreiben oder eine Betreibergesellschaft damit beauftragen.»

In den nächsten Monaten erwartet Büsser die Rückmeldungen der einzelnen Gemeinden, ob sie weiterhin beim Projekt mitmachen wollen. Der Entscheidungsprozess ist aber noch nicht überall gleich weit fortgeschritten.

Uster

In der Steuerungsgruppe von «Fernwärme Zürcher Oberland» ist nicht die Stadt Uster, sondern die stadteigene Energie Uster AG beteiligt.

« Saubere Informationen und Entscheidungsgrundlagen sind wichtiger als Geschwindigkeit. »
Stefan Feldmann (SP), Stadtrat und Verwaltungsratspräsident Energie Uster AG

Deren Verwaltungsratspräsident und Stadtrat Stefan Feldmann (SP) erklärt, dass das Projekt für die Energieversorgung der Stadt eine grosse Chance ist. Der Verwaltungsrat habe deshalb entschieden, die Arbeit gemeinsam mit den anderen Gemeinden weiter voranzutreiben.

 «Wir wollen möglichst schnell Klarheit haben», betont Feldmann. «Aber saubere Informationen und Entscheidungsgrundlagen sind wichtiger als Geschwindigkeit, vor allem in Hinblick auf mögliche Volksabstimmungen in den Gemeinden.»

Ihnen sei dabei bewusst, dass die Nachbargemeinde Pfäffikon vom Entscheid aus Uster abhängig ist. Denn die Transportleitung geht durch das Ustermer Stadtgebiet. «Wir sind beide im Steuerungsausschuss vertreten und haben einen engen Austausch», sagt der Verwaltungsratspräsident.

Pfäffikon

Pfäffikon plante ursprünglich, mit dem Pfäffikersee als Wärmequelle und Wärmepumpen die Fernwärmeversorgung weiter auszubauen. Die Machbarkeitsstudien des Kezo-Projekts zeigten jedoch, dass trotz der langen und teuren Transportleitung die Kosten deutlich tiefer sind. Deshalb sei es sehr interessant für die Gemeinde, sagt Gemeinderat Alex Kündig (EVP).

«Das Wichtigste ist, dass wir möglichst bald Klarheit für unsere potenziellen Kunden schaffen können.»
Alex Kündig (EVP), Gemeinderat von Pfäffikon

Pfäffikon ist erst seit einem Jahr Mitglied im Projekt und mit der Planung noch nicht so weit fortgeschritten wie Wetzikon. «Wir arbeiten mit Hochdruck an der Zielnetzplanung und konzeptionellen Umsetzung für Pfäffikon», erklärt der Gemeinderat.

«Das Wichtigste ist, dass wir möglichst bald Klarheit für unsere potenziellen Kunden schaffen können, wann und wo mit Fernwärme gerechnet werden kann, damit diese nicht auf andere Energieträger abspringen.»

Hinwil

Während Pfäffikon und Uster aufs Gaspedal drücken, äussert sich die Gemeinde Hinwil nur zurückhaltend zum Fernwärmeprojekt. Die zuständige Gemeinderätin Herta Huber (FDP) wollte keine Stellung nehmen, da der Gemeinderat noch keinen Entscheid gefällt hat.

«Es sind noch viele Fragen offen.»
Andreas Bühler (SP), Gemeindepräsident von Hinwil

Auch Gemeindepräsident Andreas Bühler (SP) hält sich bedeckt. «Das Vorpreschen aus Wetzikon hat uns irritiert, wir sind ganz klar noch nicht so weit», erklärt er.

Der Gemeinderat brauche noch weitere Angaben, die in der Machbarkeitsstudie nicht beantwortet wurden. «Es sind noch viele Fragen offen», hält Bühler fest. Doch auch in Hinwil will man zeitnah einen Entscheid fällen, wie man die Detailplanung vorantreiben will.

Dürnten

Für den Dürntner Gemeinderat sind ebenfalls noch zu viele Fragen offen. «Es gibt zwar eine Machbarkeitsstudie, aber wir müssen verifizieren, ob für unsere Gemeinde ein kostendeckendes Fernwärmenetz umsetzbar ist», sagt Gemeindepräsident Peter Jäggi (FDV).

Die aktuellen Kostenschätzungen hätten einen Spielraum von plus minus 25 Prozent, erläutert er. «Wenn es minus 25 Prozent sind, haben wir kein Problem. Aber bei plus 25 Prozent sieht die Sache anders aus.»

«Wollen die Bürger in Oberdürnten ein Netz mitfinanzieren?»
Peter Jäggi (FDV), Gemeindepräsident von Dürnten

Erst wenn diese Fragen beantwortete sind, kann der Gemeinderat entscheiden, wie und ob er weiter am Projekt interessiert ist. Bis wann dieser Entscheid vorliegt, kann Jäggi noch nicht beurteilen.

Er ergänzt, dass ohnehin nicht die ganze Gemeinde vom Fernwärmenetz profitieren könnte. «Wollen die Bürger in Oberdürnten ein Netz mitfinanzieren, an das sie gar keinen Anschluss haben?» Das gelte es sorgfältig abzuwägen.  

Bubikon

Der Bubiker Gemeinderat hat bereits entschieden, eine Absichtserklärung zu unterzeichnen und weitere Planungsarbeiten für das Projekt «Fernwärme Zürcher Oberland» zu finanzieren. Dies jedoch nur unter der Bedingung, dass auch Wolfhausen mit Wärme beliefert werden kann.

«Ein Detailkonzept sollte bis Ende Mai vorliegen.»
Hans-Christian Angele (FDP), Gemeindepräsident von Bubikon

«Dieser Ortsteil wurde in der Machbarkeitsstudie ausgeklammert», erklärt Gemeindepräsident Hans-Christian Angele (FDP). «Aber es gibt eigentlich genügend Wärme.»

Bubikon wird die weiteren planerischen Arbeiten für das Transportnetz unterstützen. «Ein Detailkonzept sollte bis Ende Mai vorliegen», sagt Angele. Nur so könne man den straffen Zeitplan einhalten.

Das Verteilnetz innerhalb der Gemeinde wird ein externer Energieversorger betreiben müssen. Für Bubikon gilt es, einen entsprechenden Anbieter zu finden.

Rüti

Wie in vielen anderen Gemeinden laufen in Rüti noch genauere Abklärungen, wie es mit der Planung des Fernwärmenetzes weitergeht.

«Für einen Grundsatzentscheid fehlen uns noch Angaben.»
Roger Hess (Die Mitte), Gemeinderat in Rüti

Laut dem zuständigen Gemeinderat Roger Hess (Die Mitte) hat die Betriebskommission der Gemeindewerke noch zu wenig Informationen, um einen Entscheid zu fällen. Deshalb findet Anfang November ein Treffen mit der Projektleitung statt, um diese offenen Fragen zu klären.

«Dem Projekt steht man grundsätzlich positiv gegenüber», betont Hess, «aber für einen Grundsatzentscheid fehlen uns noch Angaben.» Sobald man diese habe, könne der Gemeinderat eine Entscheidung treffen. Hess hofft, dass das noch dieses Jahr der Fall sein wird.

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