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Politik

Das ehemalige Kreisspital wird an Rüti verkauft

Bubikon, Dürnten, Hinwil, Hombrechtikon und Rüti haben an der Urne grünes Licht zum Verkauf des ehemaligen Kreisspitals an die Gemeinde Rüti gegeben. Deren Gemeindepräsidentin Yvonne Bürgin zeigt sich erleichtert.

Das Areal des ehemaligen Kreisspitals liegt schon in Rüti, nun kann es die Gemeinde auch noch gänzlich in ihren Besitz bringen.

PD

Das ehemalige Kreisspital wird an Rüti verkauft

In den letzten Wochen hatten sich an der Front Risse gezeigt, doch letztlich haben es die Gemeindevorstände von Bubikon, Dürnten, Hinwil, Hombrechtikon und Rüti geschafft, die gemeinsame Vorlage über die Ziellinie zu tragen: Am Sonntag haben die Stimmbevölkerungen der fünf Trägergemeinden der Auflösung des Zweckverbands «Ehemaliges Kreisspital Rüti» und dem damit einhergehenden Verkauf des Areals und der Immobilien an die Gemeinde Rüti zugestimmt.

In den Resultaten, die allesamt bei einer Stimmbeteiligung zwischen 40 und 46 Prozent zustande gekommen sind, spiegeln sich die Befindlichkeiten der einzelnen Gemeinden exakt wider. In Rüti (87 Prozent), Hinwil (87,1 Prozent) und Dürnten (81,4 Prozent) hatte es keinerlei Opposition und folglich überwältigenden Zuspruch gegeben. In Hombrechtikon, wo immerhin die GRPK den Bürgerinnen und Bürgern ein Nein nahegelegt hatte, betrug der Ja-Anteil stattliche 69,4 Prozent.

Bubikon wackelte, aber kippte nicht

Am knappsten verlief das Rennen erwartungsgemäss in Bubikon, dem Epizentrum des Widerstands. Hier hatten sich die RPK, die Ortsparteien der SP, Mitte und SVP als auch diverse Private dezidiert gegen die Konditionen des Verkaufs und folglich auch der Auflösung des Zweckverbands ausgesprochen. Dennoch fand die Vorlage auch hier eine Mehrheit von 56,5 Prozent.

«Ich bin erleichtert», sagt Rütis Gemeindepräsidentin Yvonne Bürgin (Mitte). Wissend, dass ein Nein aus Bubikon das gesamte Projekt verunmöglicht hätte. «Lange hatte alles nach einer sicheren Sache ausgesehen, doch zum Schluss ist uns schon ein wenig mulmiger geworden.»

Yvonne Bürgin wurde im März zur Gemeindepräsidentin von Rüti gewählt.

Bürgin, die in diesem März neu in den Gemeinderat gewählt wurde, war an der Aushandlung des Deals nicht beteiligt. Auch die Gemeindepräsidenten von Hinwil und Bubikon waren zu jener Zeit noch nicht im Amt gewesen. «Trotzdem waren wir alle überzeugt, dass dieses Geschäft fair ist», sagt sie. Eine Überzeugung, die die fünf Gemeindevorstände angesichts des wachsenden Widerstands in einem gemeinsamen Communiqué kurz vor dem Urnengang noch einmal kundtaten.

Enttäuscht ist man indessen im Lager der Gegnerschaft. Emanuel Armbruster, Parteichef der Mitte Bubikon und Mitglied der lokalen RPK sagt: «Leider haben gemeindeübergreifend die grösseren Diskussionen gefehlt. So ist in der Sache nicht der nötige Wind aufgekommen, um breiter zu mobilisieren.» Insofern sei die Niederlage denn auch nicht unerwartet gekommen.

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Nun werde man wohl oder übel von aussen beobachten müssen, wie Rüti das 38’000 Quadratmeter grosse Areal weiterentwickelt. «Insbesondere im Süden, wo rund um den Garten der Sinne Wohnungen angedacht sind, wird es spannend zu sehen sein, was passieren wird», sagt Armbruster.

Stärkung des Medizin-Clusters

Diesen Ball nimmt Yvonne Bürgin auf. Man plane, die bisherige Nutzung aufrechtzuerhalten und das Areal auf der Basis des Raumentwicklungskonzepts (REK) zu entwickeln. Im Vordergrund stehe eine Stärkung des bestehenden Medizin-Clusters. Den Garten der Sinne werde man derweil freihalten und dereinst mit den benachbarten Grundeigentümern in einen Dialog treten, um die Nutzung rund um die Grünanlage zu beraten.

«Wir werden nicht heute oder morgen irgendetwas verkaufen, um möglichst viel Geld zu verdienen», betont sie. Wichtig sei nun in erster Linie, dass klare Rahmenbedingungen geschaffen wurden und mit der Entwicklung begonnen werden könne.

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