Herr Vettiger, der Stadtrat hat den Kredit für die Einführung von 21 Tempo-30-Zonen in Wetziker Quartieren verabschiedet. Haben Sie bereits einen Zeitplan?
Wir haben erst den Kredit von rund 890'000 Franken verabschiedet. Als Nächstes muss das Parlament darüber entscheiden. Diese Abstimmung findet vermutlich in etwa vier Monaten statt. Selbst wenn der Kredit dort angenommen wird, bleibt die Möglichkeit eines fakultativen Referendums. Vorausgesetzt der Kredit wird bewilligt, werden wir Tempo 30 in den Quartieren ohnehin gestaffelt einführen.
Rechnen Sie denn mit einem Referendum?
Ja, ich denke mir, es wird wahrscheinlich das Referendum ergriffen. Es genügt, wenn zwölf von 36 Parlamentsmitglieder dies verlangen, und dann kommt es zu einer Urnenabstimmung. Aus demokratischer Sicht und fände ich es persönlich wichtig, dass die gesamte Wetziker Bevölkerung darüber entscheidet, ob in den Quartieren Tempo 30 umgesetzt werden soll oder nicht.
Der Stadtrat schreibt in seiner Mitteilung aber, dass Tempo-30-Zonen ein grosses Anliegen in der Bevölkerung sind. Wieso würden Sie trotzdem eine Abstimmung begrüssen?
Es stimmt, dass sich viele Wetzikerinnen und Wetziker an den Stadtrat gewandt haben. Es gab seit 2014 über 25 Vorstösse zu diesem Thema. Wir kennen also die Interessen dieser Menschen. Aber ob das auch jene der gesamten Bevölkerung sind, ist nicht gegeben. An der eigenen Wohnstrasse haben es die Menschen gerne ruhig, aber anderswo wollen nicht alle auf Tempo 50 verzichten. Es ist deshalb wichtig, dass die Tempo-30-Zonen in den Quartieren breit abgestützt sind.
Heinrich Vettiger erklärt den Weg zu den Tempo-30-Zonen in Wetzikon. (Quelle: Youtube/Heinrich Vettiger)

