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So war die Wümmet im Ustermer Rebberg

Rund 30 freiwillige Helferinnen und Helfer haben am Dienstag im Rebberg Uster die erste Wümmet bewältigt. Wegen dem Hitzesommer fand das jährliche Gruppenereignis drei Wochen früher als geplant statt. Der Spass blieb trotz schlechtem Wetter nicht aus.

Wegen dem guten Erntejahr fand die Wümmet in Uster drei Wochen früher als geplant statt., Rund 30 Freiwillige haben am Dienstag bei Regenwetter die Wümmet am Rebberg in Uster bewältigt., Mit präzisen Schnitten und Belastung in den Knien wird die Arbeit vollbracht.

Foto: Mirjam Müller

So war die Wümmet im Ustermer Rebberg

Zu Beginn des Tages strahlt die Sonne noch. Gegen 9.30 Uhr geht es am Südhang des Stauberbergs in Uster los. Die Wümmet steht an. Viele Freiwillige haben sich eingefunden, um bei der Traubenernte zu helfen. Eveline Heusser Feisthammel, Winzerin und Chefin vom Rebberg Uster, leitet sie an. «Wie jedes Jahr bin ich etwas nervös, aber es gibt eine prächtige Ernte», sagt sie zuversichtlich.

Mitte August habe sie noch befürchtet, zu wenig freiwillige Helfer zu finden. Aber nach einem zweiten Rundmail und etwas Mund-zu-Mund-Propaganda habe sich auch diese Sorge frühzeitig erledigt.

D rei Wochen früher als geplant

Gemäss der Winzerin dürfen sich die Ustermer Weinliebhaber wieder auf hervorragenden «Sylvaner Riesling» und den Süsswein «Schlossträumli» freuen.

Nach dem letztjährigen schlechten Sommer sowie zwei heftigen Hagelstürmen, die zwei Drittel des üblichen Ertrags zunichte machten, ist die Ausbeute an reifen weissen Trauben dank dem Hitzesommer so gross, dass die Wümmet sogar drei Wochen früher als geplant stattfindet.

Für diese Wümmet rüsten sich 30 Freiwillige unterschiedlichsten Alters mit einer Schere und einem grossen Kübel aus. Gut gelaunt machen sie sich den Weg den Rebberg Uster hinauf, um die reifen Trauben zu ernten.

Pro Reihe müssen sie 50 Traubenstöcke absuchen. Voller Elan haben sie nach 45 Minuten schon fünf Reihen fast ganz abgepflückt.

Angefault schmeckt auch

Keine sehr schwierige, aber strenge Angelegenheit: Ein gut gesetzter Schnitt und ein ganzer Bund gleitet in die Hand und fällt in einen Kübel. Dabei ständig direkt im steilen Hang zu stehen, geht in die Knie.

Das ist vor allem für die älteren Helferinnen und Helfer anstrengend. Und mit dem einsetzenden Regen, mit dem niemand wirklich gerechnet hat, nimmt auch noch die Rutschgefahr zu.

«Faule Trauben? Egal, sie sind alle problemlos verwertbar.»
Eveline Heusser Feisthammel, Winzerin

Deshalb gibt Eveline Heusser Feisthammel die Anweisung, dass die Jüngeren oben am Hügel starten sollen und die Älteren unten. «Jetzt müssen wir aber darauf achten, dass sauber gearbeitet wird», betont sie. «Wenn jemand oben an einer Reihe anfängt und jemand unten, gehen schnell mal ein paar Trauben vergessen.»

Und gibt allen gleich noch den Tipp: «Wenn ein paar Trauben schlecht oder etwas faul aussehen, probiert sie. Praktisch alle sind süss und problemlos verwertbar.»

Für gute Unterhaltung der Gruppe sorgt an diesem Tag Heinrich Heusser, Vater von Eveline Heusser Feisthammel und ein echtes Unikat. Für den 82-Jährigen ist es selbstverständlich, auszuhelfen.

«Ich habe hier schon Ende der 70er Jahre als Pächter angefangen und den Rebberg mit viel Pflege wieder zum Leben erweckt», erzählt er. Am besten könne er sich daran erinnern, wie seine erste Ernte damals vollständig den Vögeln zum Opfer gefallen sei.

Bis zu neun Tonnen

Bei dieser Wümmet erwarten die Heussers eine Ernte zwischen 7000 und 9000 Kilogramm Trauben. Das ergibt nach dem Gärprozess 7000 bis 9000 Flaschen Weisswein. «Man kann sozusagen den Eins-zu-eins-Vergleich ziehen», sagt die Winzerin.

Die Erklärung: Beim Auspressen nimmt das Gewicht zwar ab, da die Traubenkerne und die Haut wegfallen. Doch eine Flasche enthält nur 75 Zentiliter und nicht einen ganzen Liter.

Noch beeindruckender sind die Mengen, die alle Helferinnen und Helfer an diesem Tag einzeln für sich verbuchen können. «Wenn wir 7000 Kilogramm auf 30 Personen rechnen, ergibt das etwa 233 Kilogramm pro Person», rechnet Heusser Feisthammel vor.

Kulinarischer Lohn

Die Wümmet dauert fast den ganzen Tag und verbraucht wegen den widrigen Wetterverhältnissen noch mehr Energie als gedacht. Belohnt werden die Freiwilligen mit dem traditionellen Wümmet-Essen. Wer nicht daran teilnehmen kann, darf zu einem späteren Zeitpunkt eine Flasche Wein bei Eveline Heusser Feisthammel abholen.

Und vielleicht haben die vielen Helferinnen und Helfer sogar einen Anteil daran, dass bald wieder ein Wein vom Heusser Rebbau und Weinhandel ausgezeichnet wird. An der Expovina in diesem Frühling haben das «Schlossträumli» bereits einmal Gold und der Cabernet Dorsa zweimal Silbermedaillen erhalten.

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