Besitzerin vermutet Diebstahl der Fischenthaler Esel
Anita Walker erinnert sich noch genau: Ihre Esel Lucy und Sancho waren am 13. August im Stall bei der Alpwirtschaft Tierhag in Fischenthal. Das ist das letzte Bild, das sie von den beiden hat.
Denn auf einmal hätten sich auf das Stutenfohlen und der Hengst aufgemacht. Sie sind in die Weide in Richtung Burenboden ausgebüxt, erinnert sie sich.
Doch für die Wirtin der Alpwirtschaft war das noch kein Grund zur Sorge. «Im Sommer sind unsere Esel immer auf der Alp und bewegen sich frei», erklärt Walker. «Aber sie kommen immer wieder zum Stall.» Als Lucy und Sancho am selben Abend noch nicht zurück waren, wurde sie nervös.
Ein schlechtes Gefühl
Sie machte sich auf die Suche nach ihren beiden Tieren. Sie hat bei anderen umliegenden Höfen nachgefragt und den Wildhüter informiert.
Man hat sie beim Burenboden zuletzt gesehen. Dieser befindet sich unterhalb der Alp Tierhag. «Spätestens im Bärloch wären sie sicher stehengeblieben, da es dort auch Esel hat», meint Walker.
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Sie hatte umgehend ein schlechtes Gefühl. «Ich fragte mich, ob die Esel abgestürzt sind oder vielleicht sogar gestohlen wurden.» Aber sie zog es vor, abzuwarten. «Ich wollte nicht Panik schieben und dann tauchen die Esel wieder unbescholten auf.»
In den kommenden Tagen suchte Walker in fast jeder freien Minute das Gebiet ab. Sie ist sich sicher: «Die Esel sind nicht einfach so weggelaufen.» Denn das Stutenfohlen trinke immer noch bei der Mutter. «Es ist völlig wider die Natur, dass es nicht zurückkommt.»
Keine Krähen
Anfang Woche setzte sie gar eine Drohne ein, um eine mögliche Absturzstelle abzusuchen. Ihre Esel hat sie dabei nicht gefunden. «Der Wildhüter hat mir gesagt, dass in der Zwischenzeit Krähen über dem Aas kreisen würden.»
Für sie bleibt somit nur noch eine Option: «Jemand muss die Esel mitgenommen haben.»
Diebstahl angezeigt
Ein Eseldiebstahl unterhalb des Schnebelhorns? «Es muss so geschehen sein», sagt die Wirtin mit Nachdruck. Sie kann sich vorstellen, dass die Tiere allenfalls im Gebiet um das Bärloch mitgenommen wurden.
Laut Walker komme es immer wieder vor, dass Esel in der Schweiz verschwinden. Denn die Tiere haben ihren Wert. Grössere Esel kosten teilweise mehrere tausend Franken.
Den Diebstahl hat Walker vorsorglich schon kurz nach dem Verschwinden von Lucy und Sancho angezeigt. Sie hat die Vermutung, dass ihre beiden Esel mit falschen Pässen irgendwo in einem Stall stehen.
Dass das überhaupt möglich ist, ist für sie ein grundsätzliches Problem. «Das Veterinäramt schaut sich nämlich bei Kontrollen meist nur die Pässe an und überprüft die Chips der Tiere nicht.» So könnten auch zwei Esel einfach verschwinden und mit falschen Ausweisen verkauft werden.
Noch nicht aufgegeben
Walker geht mittlerweile nicht mehr davon aus, dass ihre Tiere sich in der Nähe der Alp Tierhag befinden. Trotzdem bittet sie die Bevölkerung um Mithilfe. «Vielleicht stehen irgendwo in einem Schopf Esel, wo es vorher noch keine gab.» Hinweise solle man direkt der Polizei melden.
Die Hoffnung, dass ihre Tiere wohlbehalten auf die Alp zurückkehren, hat Walker auf jeden Fall noch nicht aufgegeben. «Ich wünsche mir einfach, dass sie jetzt gut behandelt werden.»
