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Bauern schlachten ihre Kühe früher – wegen Trockenheit

Der Zentralschlachthof in Hinwil verzeichnet bis zu 20 Prozent mehr Schlachtungen als üblich. Die Ursache dafür ist der zu trockene Sommer.

Wegen der anhaltenden Trockenheit müssen ältere Kühe früher geschlachtet werden.

Symbolbild: Pixabay

Bauern schlachten ihre Kühe früher – wegen Trockenheit

Im grössten Schlachthof der Region, dem Zentralschlachthof in Hinwil, wird wie zuletzt im Hitzesommer 2018 zwischen zehn und 20 Prozent mehr geschlachtet als üblich. Der Grund dafür: Auf den Wiesen fehlt aufgrund der anhaltenden Trockenheit frisches Gras.

Schlachten wegen Winterreserven

«Normalerweise werden in den Monaten Oktober und November vermehrt Kühe geschlachtet», sagt MartinHollenstein, der Geschäftsführer vom Zentralschlachthof Hinwil. Durch die massive Trockenperiode mit fehlendem Gras, seien die Bauern gezwungen, bereits jetzt auf die Heuwintervorräte zurückzugreifen.

Um dies möglichst zu verhindern, würden Kühe vorzeitig zur Schlachtung gebracht. «Gleichzeitig führt der Futter- und Wassermangel auf den Alpweiden zum frühzeitigen Rinderabzug und verschärft die Situation in den Talbetrieben», meint Hollenstein weiter.

Unter blauem Himmel ist der Zentralschlachthof in Hinwil abgebildet.

Früher in die Ställe zurück

In der Regel gibt eine Kuh 300 Tage im Jahr Milch. Die restlichen 65 Tage dienen der Erholung mit Vorbereitung auf die bevorstehende Geburt.  Damit eine Kuh überhaupt Milch gibt, muss sie jedes Jahr einmal trächtig sein und ein Kalb zur Welt bringen.

«Jeder Bauer muss jährlich den Fortbestand seiner Herde sicherstellen.»
Martin Hollenstein, Geschäftsführer Zentralschlachthof Hinwil

«Jeder Bauer muss jährlich den Fortbestand seiner Herde sicherstellen», so Hollenstein. Weibliche Tiere werden in Jugendherden gehalten und reifen nach drei Jahren zu einer Kuh, die zu diesem Zeitpunkt auch zum ersten Mal trächtig ist. So gewährleiste man den Generationenwechsel.

Der ausbleibende Regen und das fehlende Futter würden den jährlichen Zyklus beschleunigen, weshalb der Generationenwechsel schon im August eingeleitet werden müsse. Dieser Sommer zeige exemplarisch, wie wichtig längere Regenperioden sind, damit der gängige Zyklus nicht durcheinandergerät.

Regional verschieden

Obwohl bei vielen Bauern die Futtervorräte zu knapp sind, gibt es auch Regionen, wo die Lage weniger angespannt ist. So sind im Tösstal mehr Regenmengen gefallen als in anderen Gebieten.

«Wir haben in diesem Jahr genug Heu für die Kühe.»
Martin Waldvogel, Bauer in Wila

«Wir haben in diesem Jahr genug Heu für die Kühe.» Dies bestätigte der Bauer Martin Waldvogel vom Brunnackerhof in Wila gegenüber dem «Landboten». Sein Heubestand reiche gut über den Winter hinaus.

Im Portraitbild der Geschäftsführer vom Zürcher Bauernverband Ferdi Hodel

Wirtschaftliche Entscheidung

Ähnliche Tendenzen stellt auch der Zürcher Bauernverband (ZBV) fest. «Die Trockenheit ist gesamtschweizerisch sehr verschieden. Die Westschweiz war stärker als unsere Region betroffen», sagt Ferdi Hodel, der Geschäftsführer des Zürcher Bauernverbands.

Im Frühling habe man noch sehr gute Futterträge erzielen können. Mit der anhaltenden Trockenheit im Sommer seien diese allerdings gesunken.

«Da steht jeder Landwirt bei aller Liebe zu seinen Tieren vor einer ökonomischen Entscheidung.»
Ferdi Hodel, Geschäftsführer Zürcher Bauernverband

«Am Schluss wird sich jeder betroffene Bauer die Frage stellen, ob er externes Futter für Kühe zukauft, die er im Spätherbst ohnehin zum Schlachten gegeben hätte», erklärt Hodel. Zudem seien die Schlachtpreise aufgrund des erhöhten Angebots an Schlachtvieh unter Druck, die Preise für Futter hingegen gestiegen. «Da steht jeder Landwirt bei aller Liebe zu seinen Tieren vor einer ökonomischen Entscheidung.»

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