«Unser Erfolgsprinzip ist die Pflege der Gemeinsamkeiten»
Die Festbänke auf dem Wissen bei Oberlangenhard waren am Montagabend gut gefüllt. Zahlreiche Zellerinnen und Zeller sind an die Bundesfeier gekommen.
Sie gönnten sich eine Bratwurst oder Cervelat – oder sogar ein Raclette. Der geschmolzene Käse wurde dieses Jahr zum ersten Mal auf dem Wissen angeboten. «Das ist ein typisches Schweizer Gericht und gehört doch auch an den 1. August», meinte Christoph Comminot.
Er ist Mitglied des neuen Vereins Bundesfeier Zell, der den Anlass zum ersten Mal durchgeführt hat. Bislang unterlag diese Aufgabe dem Armbrustschützenverein Langenhard.
Essen verteilen, Raclette schaben
Wie die meisten anderen Vereinsmitglieder ist Comminot auch im Organisationskomitee der 1291-Bar, die am 31. Juli auf dem Wissen stattgefunden hatte.
«Ich kam am Morgen erst um halb sieben ins Bett und gegen Mittag war ich bereits wieder auf dem Wissen.»
Christoph Comminot, OK-Mitglied
Dementsprechend viel zu tun gab es für ihn und seine Mitstreiter am verlängerten Wochenende. «Es besuchten etwa 500 Personen die 1291-Bar, wir sind sehr zufrieden.»
Aber die Tage seien lang gewesen. «Ich kam am Morgen erst um halb sieben ins Bett und gegen Mittag war ich bereits wieder auf dem Wissen.»
Obwohl die Zahl der Gäste an der Bundesfeier deutlich kleiner war als an der Bar am Vortag, hatten die rund 20 Helferinnen und Helfer alle Hände voll zu tun. Sie brachten Essen und Getränke an die Tische, standen am Grill oder schabten das Raclette.
Bundesfeier, keine Party
Die Veranstalter sind mit ihrem Anlass zufrieden: «Wir hatten am Anfang sicherlich einige Anlaufschwierigkeiten, aber am Schluss hat alles geklappt», sagt Comminot.
Ausser am Menüplan habe das neue Team ohnehin nicht viel verändert. «Wir sprechen mit der Bundesfeier ein anderes Publikum an als mit der 1291-Bar.» Der 1.August-Anlass sei keine Party und solle auch keine werden. Das neue OK hielt an Bewährtem fest.
Die Festrede hielt der Zeller Kantonsrat Markus Schaaf (EVP). Der Leiter des Zentrums Rämismühle sprach über drei wichtige Räume für unsere Gesellschaft: Freiraum, Schutzraum und Kraftraum.
«Es gehört zu unserer Tradition, dass wir nicht nur Schutzräume für uns selber zur Verfügung stellen.»
Markus Schaaf (EVP), Kantonsrat
Freiräume, so betonte Schaaf, könne man nur erhalten mit Engagement und dem gemeinsamen Miteinander: «Unser Erfolgsprinzip ist die Pflege der Gemeinsamkeiten, nicht das Streben nach Abgrenzung. Wir haben gelernt, dass alle gewinnen, wenn möglichst wenige verlieren.
Genügend Energie
Bei den Schutzräumen hob der Kantonsrat hervor, dass er hierbei nicht nur um Zufluchtsorte für die Schweizer Bevölkerung gehe: «Es gehört zu unserer Tradition, dass wir nicht nur Schutzräume für uns selber zur Verfügung stellen, sondern auch Menschen, die flüchten mussten.»
Das Engagement sei nur möglich, wenn man genügend Energie hat: «Es ist deshalb auch wichtig, dass jeder von uns weiss, wo sein persönlicher Kraftraum ist», hielt Schaaf fest.
Kurz nachdem Schaaf allen Anwesenden einen schönen 1. August gewünscht hatte, strömten die Zuhörerinnen und Zuhörer aus dem Festzelt. Sie wollten noch einen Blick auf den Sonnenuntergang vom Wissen erhaschen.
Die meisten hielten ihn mit einem Schnappschuss auf ihrem Handy fest. Christoph Comminot vom OK meinte dazu schmunzeln: «Wir haben vermutlich die Bundefeier mit dem schönsten Sonnenuntergang.»
