Der 1. August steht vor der Türe. Trotz der starken Trockenheit ist Feuerwerk in vielen Zürcher Gemeinden, ausser im Wald und in Waldesnähe, erlaubt. Als Tierschützerin würden Sie wohl eher ein Verbot begrüssen?
Susy Utzinger: Generell begrüsse ich immer, wenn auf Feuerwerk verzichtet wird. Es schadet den Tieren und der Umwelt. Doch leider wissen wir aus den vergangenen Jahren, dass sich viele Leute nicht an ein Verbot halten und dann vor allem ihre Böller über mehrere Tage verteilt ablassen. Das macht es für Tierhalterinnen und Tierhalter noch schwieriger, sich vorzubereiten. Man weiss dann nie, wann geböllert wird.
Wie sollte man sich verhalten, um seine Tiere möglichst sicher durch diesen Feiertag zu bringen?
Grundsätzlich können Besitzer ihre Tiere gut einschätzen. Hunde sind oft etwas nervöser, gewisse Katzen können einen 1. August auch «easier» nehmen. Trotzdem sollte man gewisse Vorsichtsmassnahmen einhalten.
Katzen stellt man an diesem Tag unter Hausarrest, damit sie nicht in der Panik draussen wegrennen. Bei Hunden gilt: Leinenpflicht! Ein schreckhafter Hund könnte sonst weglaufen, wenn zum Beispiel in der Nähe ein Böller explodiert. Bei ganz ängstlichen Hunden sollte man vorher sogar mit dem Tierarzt Kontakt aufnehmen. Es gibt spezielle Beruhigungsmittel. Ganz wichtig ist aber: Ja nicht eigene Medikamente verwenden. Tiere vertragen die nicht.
Sind diese Massnahmen nicht etwas übertrieben?
Es gibt jedes Jahr zig Meldungen von Tieren, die aus Panik wegen einem Feuerwerk davongelaufen sind. Der Tierrettungsdienst hat nach dem 1. August oder an Neujahr stets alle Hände voll zu tun. Und es sind ja nicht nur Haustiere, die unter einem Feuerwerk leiden, sondern auch Wildtiere. Vögel werden zum Beispiel aufgescheucht. Die meisten von ihnen können in der Nacht nichts sehen und sind dann blind auf der Flucht vor diesem Knall.
«Niemand will einem Kind das Wunderkerzli wegnehmen.»

