Baumer Spitex wird ins Altersheim Böndler integriert
Seit bald drei Jahren beschäftigt sich der Spitexverein Bauma mit seiner Zukunft. Die Spitex-Organisation ist für eine weitere Professionalisierung zu klein und neue Vorstandsmitglieder sind sehr schwer zu finden.
Deshalb erfolgt per 1. Januar 2023 eine Integration der Spitex ins Alters- und Pflegeheim Böndler, das von der Gemeinde Bauma betrieben wird. Der Verein hat seine Auflösung an der letzten Generalversammlung beschlossen. Der Baumer Gemeinderat hat dem Zusammenschluss bereits im April zugestimmt.
Aufwendigere Betreuung
Ausschlaggebend für den Entscheid waren laut einer Mitteilung verschiedene Schwierigkeiten im Betrieb. Die Planung der einzelnen Dienste mit Schichten, die 15 Stunden am Tag abdecken, die gesetzliche Ausbildungspflicht und die daraus resultierende enge Betreuung der Lernenden und Studierenden seien sehr anspruchsvoll.
«Viele Leute wollen heute möglichst lange zu Hause bleiben.»
Ursula Stäheli, Präsidentin des Spitexvereins
Auch die Materialbeschaffung, das Rechnungswesen und die Personaladministration erfordern grosse personelle und finanzielle Ressourcen, die der Verein nicht mehr stemmen kann.
Dazu kommt, dass die Pflege der Klientinnen und Klienten in den letzten Jahren immer aufwendiger wurde: «Viele Leute wollen heute möglichst lange zu Hause bleiben», erklärt Vereinspräsidentin Ursula Stäheli. Ausserdem werden Personen in der Regel früher aus dem Spital entlassen. «Diesen Wandel spüren wir.»
Mit der Integration in den Böndler ändert sich für die Klientinnen und Klienten nichts. Das Spitexzentrum bleibt bestehen und auch alle Mitarbeitenden werden weiter beschäftigt. «Es gibt einfach einen neuen Briefkopf und eine neue Rechnungsadresse», sagt Stäheli schmunzelnd.
«Wir sind gesetzlich verpflichtet, die Grundversorgung sicherzustellen.»
Manuela Burkhalter (SVP), Gemeinderätin von Bauma
Für Baumas Gesellschaftsvorsteherin Manuela Burkhalter (SVP) wurde mit der Integration der Spitex in den Böndler-Betrieb eine gute Lösung gefunden: «Der Wechsel ging aber nicht von der Gemeinde aus, sondern vom Verein selber», betont sie. Burkhalter ist jedoch Beisitzerin im Vorstand des Spitexvereins.
Noch keine Synergien
Es sei im Gemeinderat unbestritten gewesen, dass man der Spitex helfen wolle: «Wir sind gesetzlich verpflichtet, die Grundversorgung sicherzustellen», erklärt Burkhalter. Deshalb habe man für diese Lösung Hand bieten wollen.
«Das ist sportlich, aber machbar.»
Ursula Stäheli
Synergien mit dem Alters- und Pflegeheim sind laut der Gemeinderätin einer ersten Phase nicht angedacht. «Es geht vor allem um das Backoffice, die Administration, die nun im Böndler gemacht wird.» Die Spitex bleibe ein eigener Zweig innerhalb des Altersheims.
Die Details der Integration sind ohnehin noch nicht bekannt. Ein Projektteam wird die rechtlichen und organisatorischen Voraussetzungen nun erarbeiten müssen. Dazu gehört auch ein neues Leitbild und eine neue Betriebsbewilligung. Alles bis Ende Jahr. «Das ist sportlich», meint Ursula Stäheli, «aber machbar.»
