Auf welcher Route waren Sie unterwegs?
Matthias Rusch: Gestartet bin ich am nördlichsten Punkt in der Schweiz, in Bargen im Kanton Schaffhausen. Ich reiste fünf Tage lang quer durch die Schweiz und landete zum Schluss in Chiasso. In dieser Woche habe bewusst Orte angesteuert, die einen Bezug zu Geld haben – also arme oder reiche Gemeinden besucht oder Leute, die viel oder wenig Geld haben.
Fanden Sie immer einen Schlafplatz?
Ja, obwohl es nicht immer ganz einfach war. Manchmal ging es ganz unkompliziert, manchmal war es schwierig. Beispielsweise beim Schwerverkehrszentrum Erstfeld. Obwohl ich mir vorgestellt hatte, dass es dort einfach werden würde, gestaltete sich die Suche nach einem Chauffeur, der mich aufnahm, sehr kompliziert. Manche konnten kein Deutsch, andere waren misstrauisch, wollten nicht gefilmt werden oder hatten keinen Platz. Schlussendlich habe ich mit Schlafsack und Mätteli im leeren Laderaum eines Lastwagens übernachtet.
Haben Sie sich als Journalist zu erkennen geben?
Meistens nicht als Erstes. Ich habe mich vorgestellt, gesagt, dass ich ein Experiment mache – ohne Geld und Proviant durch die Schweiz reise. Dann hab ich gefragt, ob es okay ist, wenn ich filme. Manchmal scheiterte es dann auch an dieser Stelle. Statt einer grossen Kamera hatte ich nur mein Handy und eine Go Pro.
Wie kamen Sie vorwärts?
Ich wanderte täglich drei bis vier Stunden, ausserdem machte ich Autostopp. Man hatte mich vorher gewarnt, dass dies sehr schwierig sei. Aber das hat sich nicht bewahrheitet, sondern als sehr unproblematisch herausgestellt.

