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Turbenthaler geben grünes Licht für Hochwasserschutz

Die Turbenthalerinnen und Turbenthaler haben am Montag alle Geschäfte an der Gemeindeversammlung genehmigt. Auch der Ausbau des Chämibachs gab keine Diskussionen.

In den Wohnquartieren fliesst der Chämibach dicht entlang der Häuser, Normalerweise plätschert er ruhig vor sich hin., Doch bei einem Hochwasser geht von ihm grosse Gefahr aus. Im Bild die Überschwemmungen in Zell am 5. Mai.

Foto: PD

Turbenthaler geben grünes Licht für Hochwasserschutz

Es waren eindrückliche Bilder, die Turbenthals Gewässervorsteher Walter Fehr (parteilos) auf seiner Präsentation zeigte: Die Verwüstung des Unwetters in Zell vom 5. Mai. Damals trat unter anderem der Zellerbach über die Ufer und sorgte im Dorf für eine Überschwemmung und hohe Schäden.

Fehr betonte, dass es durchaus auch Turbenthal hätte treffen können. Die Gewitterzelle war nämlich nicht weit entfernt. Auch auf Turbenthaler Gemeindegebiet gibt es Bäche, die zur Gefahr werden können – allen voran der Chämibach.

«Die Gemeinde ist gesetzlich verpflichtet, zu handeln, um den Hochwasserschutz sicherzustellen», betonte Fehr. In einem längeren Prozess habe man deshalb ein Projekt für den Chämibach ausgearbeitet. Dieses sieht unter anderem eine Sohlenabsenkung, Gerinneverbreiterungen und den Ausbau von Brücken vor. Das Gewässer soll auch ökologisch aufgewertet werden.

Gemeinde zahlt 1,15 Millionen

Fehr erläuterte, dass man stets die Bevölkerung in den Prozess eingebunden habe. «Wir haben zudem Begehungen mit den Anstössern durchgeführt.» Es habe für das Projekt deshalb auch keine Einsprachen gegeben.

Die 83 Anwesenden schienen mit dem Vorgehen ihres Gemeinderats einverstanden zu sein. Sie genehmigten einen Kredit von 2,1 Millionen Franken für die Sanierung des Chämibachs einstimmig.

Auf dem Foto sieht man einen Plan mit den Hochwasserschutzmassnahmen beim Chämibach.

Voraussichtlich wird die Gemeinde aber nur 1,15 Millionen davon bezahlen müssen.  Der Rest wird von Subventionen durch Bund und Kanton gedeckt.

Laut der Weisung soll das Projekt im Sommer 2023 realisiert werden. Zwischen Frühling und Herbst 2024 erfolge dann die Begrünung.

Keine Erläuterung der Rechnung

Auch die anderen Geschäfte an der Gemeindeversammlung waren zügig behandelt. So stimmten die Anwesenden einem Kredit für die Erneuerung der Beleuchtung im Sekundarschulhaus Breiti in Höhe von 260’000 Franken zu. Die Hälfte der Arbeiten wurde bereits 2021 ausgeführt.

Ebenso genehmigten die Stimmberechtigten die Rechnungen aller drei Güter ohne Gegenstimme. Besonders Gemeindepräsident und Finanzvorsteher Georg Brunner (FDP) konnte an seiner letzten Gemeindeversammlung Erfreuliches präsentieren.

Die Rechnung der Gemeinde schloss bei einem Aufwand von 27,6 Millionen Franken und einem Ertrag von 28,1 Millionen mit einem Gewinn von rund 500’000 Franken. 

Budgetiert hatte der Gemeinderat einen Verlust von knapp 160’000 Franken. Brunner nahm sich angesichts des guten Ergebnisses wenig Zeit für Erläuterungen und verwies auf die schriftliche Weisung. 

Tiefere Verluste bei den Schulgemeinden

Auch die beiden Schulgemeinden erzielten ein besseres Ergebnis als erwartet. Die Sekundarschule schloss zwar bei Einnahmen von knapp 5 Millionen mit einem Verlust von rund 36’000 Franken. Das ist trotzdem einiges weniger als die erwarteten 417’000 Franken.

Der Verlust bei der Primarschulgemeinde war ebenfalls tiefer als budgetiert. Anstatt einem Minus von 680’000 Franken resultierte ein Verlust von rund 460’000 Franken. Die Gemeinde hatte einen Aufwand von rund 15,1 Millionen gegenüber einem Ertrag von knapp 14,6 Millionen.

«Eine sexy Gemeinde»

Trotz der unbestrittenen Geschäfte dauerte die Versammlung fast zwei Stunden. Denn am Ende der Legislatur verabschiedeten die drei Güter teils langjährige Behördenmitglieder. Darunter sind auch Primarschulpräsidentin Gabriella Pfaffenbichler (parteilos) und Gemeindepräsident Georg Brunner.

Brunner stand seit 2010 der Gemeinde vor. Sein Nachfolger wird René Gubler (FDP).

Zum Schluss bedankte sich der abtretende Gemeindepräsident bei den Anwesenden. Und er fand lobende Worte für seine Heimat: «Turbenthal ist einfach eine sexy Gemeinde.»

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