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Neue Genossenschaft soll sich um Baumer Flurwege kümmern

Gewisse Flurwege in Bauma sind in schlechtem Zustand. Damit der Unterhalt bald aus einer Hand erfolgt, ist die Gründung einer Genossenschaft geplant.

Für Wege wie hier der Hundschilenweg in Bauma ist vermutlich bald eine Genossenschaft zuständig., Gemeindepräsident Andreas Sudler (parteilos) ist zuversichtlich, dass die Unterhaltsgenossenschaft im Dezember gegründet wird.

Foto: Eva Kurz

Neue Genossenschaft soll sich um Baumer Flurwege kümmern

Etwa 110 Flurwege mit einer Gesamtlänge von gut 40 Kilometern befinden sich in der Gemeinde Bauma. Manche von ihnen sind gut unterhalten, andere nicht. Denn bisher waren die Anstösser selber für die Pflege zuständig – und nicht für alle war das Thema gleich wichtig.

Das könnte sich bald ändern. In Bauma soll per 1. September eine Unterhaltsgenossenschaft (UHG) gegründet werden. Deren Mitglieder wären alle Grundeigentümer, die Grundstücke ausserhalb der Bauzonen besitzen. Eine Ausnahme sind  Grundstücke, welche bereits in bestehenden Genossenschaften sind. 

Kürzlich fand in Bauma eine Info-Veranstaltung für besagte Eigentümer statt.

Einheitliche Finanzierungsgrundlage

Die Vorarbeiten für die Genossenschaft laufen schon seit ein paar Jahren. «2013 haben wir mit der Planung begonnen», erinnert sich Max Bosshard. Er ist Leiter der Begleitgruppe, die die Gründung der UHG in die Wege geleitet hat. Ausserdem ist er Präsident der noch bestehenden Entwässerungsgenossenschaft Bauma.

Flurwege seien längst nicht nur für die Anstösser wichtig, betont er. «Auch Velofahrer und Wanderer benutzen sie.» Deswegen bietet eine Genossenschaft in seinen Augen viele Vorteile: «Der Unterhalt der Flurwege erfolgt aus einer Hand und vor allem können auch öffentliche Gelder vom Staat beantragt werden.»

«Es gibt wohl Wege, die man schlichtweg aufgeben muss.»
Andreas Sudler (parteilos), Gemeindepräsident von Bauma

Zudem gebe es mit der Unterhaltsgenossenschaft eine klare und einheitliche Finanzierungsgrundlage, erklärt Bosshard. Jeder Landbesitzer würde 24 Franken pro Hektare Feld und 12 Franken pro Hektare Wald bezahlen.

Zuerst eine Auslegeordnung

Wird die Genossenschaft wie geplant im September gegründet, könnte sie bereits im Januar den Betrieb aufnehmen. «Aber es wird vermutlich etwas dauern, bis sie sich wirklich um die Wege kümmern kann», sagt Gemeindepräsident Andreas Sudler (parteilos).

Zuerst müsse eine Priorisierung vorgenommen werden. «Es gibt wohl Wege, die man schlichtweg aufgeben muss», meint er.

Die neue Genossenschaft soll aber nicht nur für den Unterhalt von Wegen verantwortlich sein. In der Gemeinde gibt es auch gut 240 Hektaren Land, die entwässert sind.

Für die Pflege der Drainierungsanlagen sind bisher zwei Genossenschaften zuständigen, eine in Bauma und eine in Sternenberg. Auch diese sollen in die neue UHG überführt werden.

Kritische Stimmen

Wer dann tatsächlich für den Unterhalt der Wege und Leitungen sorgen wird, entscheiden die Mitglieder der Genossenschaft und deren Vorstand. Gemäss Sudler werden wohl teilweise Unternehmen diese Aufträge erhalten und teils Bauern und Landbesitzer.

«Manche Leute haben Angst, dass ihnen etwas weggenommen wird.»
Andreas Sudler

Er ist zuversichtlich, dass die Genossenschaft wie geplant im Herbst gegründet wird. Er gibt aber zu bedenken, dass es auch kritische Stimmen gibt.

«Manche Leute haben Angst, dass ihnen etwas weggenommen wird.» Doch das stimme nicht, betont er. «Eigentumsverhältnisse werden durch die Genossenschaft nicht tangiert.»

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