FC Turbenthal will ein Mädchen-Team im Tösstal gründen
Ab diesem Sommer will der FC Turbenthal ein Mädchen-Team stellen, und zwar für Juniorinnen E/F. In dieser Mannschaft können junge Fussballerinnen bis zum Alter von zehn Jahren zusammen trainieren und spielen.
Bereits jetzt gibt es einige Mädchen, die beim FC Turbenthal die Fussballschuhe schnüren. Bisher spielen sie in gemischten Teams mit Jungen, und sind dort stark in der Unterzahl.
FC-Präsident Thomas Bürgis hofft, dass sich das bald ändern wird. «Der FC war einst ein Vorreiter in der Frauenförderung und hatte sogar zwischen 1997 und 2016 ein eigenes Damen-Team.» So habe man damals eine Frauenmannschaft bezeichnet.
Doch diese Zeiten sind vorbei. «Die Strukturen sind dann leider auseinandergefallen, weil es nicht mehr genügend Spielerinnen gab.» Nun wagt der FC Turbenthal einen neuen Anlauf mit einem Team für Juniorinnen.
Andere Dynamik
Bürgis ist davon überzeugt, da ss die Zeit wieder reif ist für ein eigenes Mädchen-Team im Tösstal. «Der Frauenfussball wird immer beliebter und Spiele werden heutzutage ja sogar oft im Fernsehen gezeigt.» Das steigere auch bei vielen Mädchen und jungen Frauen die Lust, selber Fussball zu spielen.
Ab diesem Sommer wird der FC Turbenthal erstmals ein Mädchen-Team (Juniorinnen E/F) anmelden. Wir suchen dafür eine…
Gepostet von FC Turbenthal am Freitag, 20. Mai 2022
Oftmals seien gemischte Teams aber ein Hindernis für die Spielerinnen. Die Gruppendynamik funktioniere nicht immer. «Da Mädchen oft in der Unterzahl sind, geben ihre männlichen Mitspieler ihnen teilweise die Schuld, wenn es gerade nicht so läuft», meint Bürgis. Auch wenn dies gar nicht stimme.
Mädchen würden ausserdem immer noch etwas belächelt und erhielten deshalb weniger Einsatzmöglichkeiten, wenn sie mit Jungen zusammenspielten.
Bürgis glaubt, dass viele junge Spielerinnen deshalb die Lust verlieren. Als Beispiel nennt er seine eigenen beiden Töchter. «Sie haben beide aufgehört, weil sie in ihrem Team völlig untergegangen sind.»
WM zur falschen Zeit
Damit das neue Mädchen-Team des FC Turbenthal nach den Sommerferien in die Saison starten kann, braucht es insgesamt etwa zehn Spielerinnen. Wären es noch einige mehr, wäre es sogar noch besser, ist der FC-Präsident überzeugt. «In dieser Altersstufe spielt man immer mit sieben Spielerinnen.»
Bürgis ist guten Mutes, dass das Interesse gross genug ist. «Wir haben an einem Anlass in der Schule Turbenthal unseren Verein vorgestellt und auch auf das neue Mädchen-Team hingewiesen.»
«Ein solcher Anlass steigert im Normalfall das Interesse am Fussball.»
Thomas Bürgis. Präsident des FC Turbenthal
Die Rückmeldungen seien sehr positiv gewesen. Aus diesem Grund wird der Verein am Mittwoch, 22. Juni, von 17 Uhr bis 18.30 Uhr auch ein Probe-Training für die jungen Fussball-Begeisterten durchführen.
«Schade nur, dass die WM dieses Jahr erst im Winter stattfindet», meint Bürgis. «Ein solcher Anlass steigert im Normalfall das Interesse am Fussball.»
Normalerweise kommen die meisten Spieler beim FC Turbenthal aus Turbenthal und Wila. «Da das Mädchen-Team aber in der Region einzigartig ist, sind auch junge Fussballerinnen aus anderen Gemeinden willkommen.»
Trainerin gesucht
Aber mit einem Team von Spielerinnen ist es noch nicht getan. Damit die Fussballerinnen aber auch ihre Ballkünste verbessern können, braucht es noch die geeignete Person an der Seitenlinie. Deshalb sucht der Fussballclub eine Trainerin, die diese Aufgabe übernehmen möchte. Eine Frau werde laut Bürgis für diese Position bevorzugt.
Wer Interesse am Amt als Trainerin beim FC Turbenthal hat, kann sich bei Präsident Thomas Bürgis (thomas@buergis.com/ 079 412 58 38) melden. Er erteilt auch weitere Auskünfte zum Mädchen-Team.
«Es ist gut, wenn man selber einmal Fussball gespielt hat, aber man muss nicht die talentierteste Spielerin sein, um ein Team zu trainieren», betont der Präsident.
Zwar ist es von Vorteil, wenn die zukünftige Trainerin bereits eine Ausbildung absolviert hat. «Aber das ist kein Ausschlusskriterium», ergänzt Bürgis.
«Wir haben erfahrene Trainer, die gerne unter die Arme greifen und weiterhelfen.» Auch würde der Verein eine Ausbildung parallel zur Trainertätigkeit bezahlen.
FC Bauma liebäugelt mit Mädchen-Team
Auch beim FC Bauma ist die Gründung eines reinen Mädchen-Teams bei den Junioren auf dem Radar. «Es dürfte aber erst in ein bis zwei Jahren wieder ein Thema werden, wenn die entsprechende Infrastruktur zur Verfügung steht», sagt Vereinspräsident Werner Berger.
In Bauma gründete man bereits vor über 20 Jahren eine Frauenmannschaft, die über viele Jahre in der 2. Liga spielte. Diese wurde 2015 aufgelöst. «D ie meisten Spielerinnen wechselten dann zu den schon vorher existierenden ‹Seniorinnen›, die es heue noch gibt.»
