Baubewilligung für das Ustermer Seerestaurant ist rechtskräftig
Im vergangenen Dezember erteilte die Stadt Uster die Baubewilligung für das Seerestaurant bei der Schifflände in Niederuster. Die Bewilligung schliesst auch den Bau einer Parkanlage, einen Bootsplatz sowie einen Buswendeplatz mit ein. Das Projekt «Umbrella», dessen Namensgebung von den Projektwettbewerbssiegern Fiechter und Salzmann Architekten aus dem Jahr 2018 herstammt, soll endlich realisiert werden. Im Jahr 2024 müsste das Seerestaurant nach Plan stehen. Die Stadt Uster sucht derweil noch nach einem Investor und einem Pächter.
Das Seerestaurant soll 2024 eröffnen – trotz Widerstand
24.09.2021

Stadt Uster mit Einsprache konfrontiert
Das Seerestaurant in Niederuster ist einen Schritt weiter. Beitrag in Merkliste speichern
Widerstand seitens Anwohner
Es gibt wohl keine andere Zivilperson, die dieses Projekt betreffend auf einem besseren Wissenstand ist, als der Ustermer und Greifensee Anwohner Werner Uster. Er ist von diesem Projekt nicht gerade begeistert und hat mittels Einsprachen bei der Stadt Uster als auch beim kantonalen Baurekursgericht versucht, dem geplanten Bau den Wind aus den Segeln zu nehmen.
Nun wartet der pensionierte Bauingenieur die nächsten Entwicklungen ab. Da er kein direkt betroffener Beschwerdeführer ist, der zum Beispiel Grund für das Projekt abtreten muss oder direkt durch das Projekt betroffen ist, waren seine Hoffnungen auf eine neue Projektanpassung von Anfang an gering.
«Für mich ist die geplante Umsetzung wenig zweckmässig», sagt Uster. Er bemängelt zum einen technische Probleme im Bereich Radweg-Seerestaurant-Buswendeschlaufe, die seiner Meinung nach entstehen würden und andererseits den Umstand, dass die Bevölkerung zu wenig in den Entstehungsprozess des Projekts «Seeufer Niederuster» miteinbezogen wurde.
«Es entsteht kein neues Seerestaurant, das einen solchen Namen verdient, sondern eher ein grösserer Kiosk, den es ja heute schon gibt.»
Werner Uster, Einsprecher und Anwohner
«Es entsteht kein neues Seerestaurant, das einen solchen Namen verdient, sondern eher ein grösserer Kiosk, den es ja heute schon gibt.» Rund 40 Innen- und 50 Aussenplätze seien seiner Meinung nach viel zu wenig. «Es handelt sich um ein Projekt, dass Uster für die nächsten 40 bis 50 Jahre aufwerten soll, aber man wird nicht einmal eine Hochzeitsgesellschaft unterbringen können», sagt Uster.
Aus seiner Sicht sei es schon 2014 verpasst worden, die Interessen von verschiedensten Parteien richtig abzuwägen. «Letztendlich waren nur direkte Interessenvertreter wie zum Beispiel vom Segel- Ruderclub oder Gastronomen dabei», meint Uster. Die Bevölkerung aus der näheren Umgebung sei aussen vor gelassen worden.
Mangelhafte Verkehrsplanung?
Am drastischsten kritisierte Werner Uster schon im letzten Jahr die Verkehrsplanung, die rund um das neue Seerestaurant zu Problemen führen würde. «Die Verkehrsführung rund um den Radweg und die neue Busschleife wird nicht besser, sondern schlechter.»
«Es gibt kantonale Richtlinien, wie Sichtweiten an Knoten und Verschwenkungen von Radstrecken auszurichten sind und diese gingen in dieser Planung scheinbar vergessen.»
Werner Uster, Einsprecher und Anwohner
Seitens der Projektplanung habe man besonders die sonnigen Tage vergessen, an denen der sich die Schifflände zu einem grossen Anziehungspunkt für Radfahrer und Fussgänger entwickelt. «Ich habe einige Rückmeldungen von Velofahrern bekommen, die den Seeuferweg schon jetzt als einen gefährlichen Punkt bezeichnen», so der Einsprecher.
Bei Hochbetrieb werde es zwischen Fussgängern und Velofahrern manchmal kritisch. «Es gibt kantonale Richtlinien, wie Sichtweiten an Knoten und Verschwenkungen von Radstrecken auszurichten sind und diese gingen in dieser Planung scheinbar vergessen.»
Etwas konsterniert habe er sich nun damit abgefunden, dass sein Widerstand nicht erfolgreich war. «Ich habe der Stadt mehrmals geschrieben und wäre auch für eine Sichtung vor Ort und für konkrete Hinweise der genannten Problempunkte bereit gewesen.»
Da die Einsprachen allesamt abgelehnt wurden, möchte er die Sache nicht mehr weiterziehen. «Nun bin ich gespannt, ob die Stadt überhaupt einen Investor und einen Pächter findet», sagt Uster. Grundsätzlich hoffe er schon seit Jahren darauf, dass endlich ein neues Seerestaurant am Ufer des Greifensees in Niederuster realisiert werden kann.
Rechtskräftige Baubewilligung
Laut der Ustermer Stadtpräsidentin Barbara Thalmann (SP) gebe es nun keine hängigen Einsprachen mehr, die das Projekt verhindern könnten. «Auf die Rekurse, die gegen die im Dezember erteilte Baubewilligung eingegangen sind, ist das Baurekursgericht nicht eingetreten. Dies wurde den Parteien Mitte März so mitgeteilt.»
«Seither ist die Stadt Uster daran, die Ausschreibung mit den entsprechenden Zuschlagskriterien für eine Baurechtsnehmer- und Pächtersuche konkret vorzubereiten.»
Barbara Thalmann (SP), Stadtpräsidentin Uster
Da die Rekurrenten den Entscheid nicht an die nächste Instanz weitergezogen hätten, sei die Baubewilligung seit Mitte April rechtskräftig. «Seither ist die Stadt Uster daran, die Ausschreibung mit den entsprechenden Zuschlagskriterien für eine Baurechtsnehmer- und Pächtersuche konkret vorzubereiten», erklärt Thalmann. Sobald diese vorliege, werde die Stadt baldigst öffentlich darüber informieren.
