Wilemer wollen keine Einheitsgemeinde und keine Fusion mit Turbenthal
In Wila bleibt vorderhand alles beim Alten: Die Politische Gemeinde und die beiden Schulgemeinden werden keine Einheitsgemeinde und auch eine Einheitsgemeinde Wila-Turbenthal ist vorerst vom Tisch. Die Stimmbevölkerung lehnt beide Vorlagen bei einer Stimmbeteiligung von 63,1 Prozent knapp ab.
Eine Einheitsgemeinde Wila wollten 49 Prozent der Stimmenden. 19 Stimmen machten schliesslich den Unterschied.
Der Ja-Stimmenanteil zwischen Wila und den Gebieten von Turbenthal, die zur Primarschulgemeinde Wila gehören, ist in dieser Frage fast gleich. In Wila beträgt er 49 Prozent, in den Turbenthaler Gebieten 49,3 Prozent.
Etwas anders sieht dies bei der Einheitsgemeinde Wila-Turbenthal aus. 49,7 Prozent legte ein Ja für diese Vorlage in die Urne. In Wila lag der Ja-Stimmenanteil mit 46,9 Prozent etwas tiefer als das Endresultat.
Diese Turbenthaler Weiler gehören immer noch zur Primarschulgemeinde Wila.
Dafür wäre die Einheitsgemeinde Wila-Turbenthal in den Turbenthaler Weilern mit 76 Prozent deutlich angenommen worden. Dementsprechend knapp war das Endergebnis: Nur gerade 13 Stimmen gaben den Ausschlag für das Nein.
Wichtige Strukturdiskussion
Das Resultat ist auch ein Scheitern für den Gemeinderat und die beiden Schulpflegen. Die Primarschulpflege und der Gemeinderat unterstützten eine Einheitsgemeinde Wila, die Sekundarschulpflege hätte eine Einheitsgemeine Wila-Turbenthal begrüsst.
Doch als Niederlage möchte der abtretende Gemeindepräsident Hanspeter Meier (SVP) das Resultat nicht bezeichnen: «Es ist wichtig, dass wir diese Strukturdiskussion geführt haben.» Nun gehe es weiter wie bisher.
«Es ist ein Volksentscheid, den wir akzeptieren müssen.»
Simon Mösch (Die Mitte), Gemeinderat und zukünftiger Gemeindepräsident von Wila
Gleichzeitig freut er sich, dass die Wilemer eine Fusion mit Turbenthal abgelehnt haben. «Wir haben diesen Vorschlag geprüft und er hätte für Wila nur Nachteile gehabt.»
Besserer Austausch zwischen den Gemeinden
Für Gemeinderat Simon Mösch (Die Mitte), der in der kommenden Legislatur das Gemeindepräsidium übernehmen wird, ist das Resultat ebenfalls keine Schlappe für seine Behörde «Es ist ein Volksentscheid, den wir akzeptieren müssen.»
Die hohe Stimmbeteiligung von 63,1 Prozent sei ein Zeichen, dass sich die Wilemer viel Gedanken über die Zukunft ihrer Gemeinde gemacht hätten. «Und sie wollen den Status Quo, weil sie keine überwiegenden Vorteile in einer Einheitsgemeinde oder einer Fusion mit Turbenthal sehen.»
«Unser grösster Fokus liegt auf der Grenzbereinigung mit der Primarschule Turbenthal.»
Sandra Siepmann (parteilos), Schulpflegerin und zukünftige Präsidentin Primarschule Wila
Weitere Überlegungen in diese Richtung sind für Mösch vorderhand vom Tisch. «Doch ich will in Zukunft den Austausch zwischen der Politischen Gemeinde und den beiden Schulgemeinden noch vertiefen.» Das sei wichtig für Wila, meint der zukünftige Gemeindepräsident.
Fokus auf Grenzbereinigung
Fast nüchtern nehmen die beiden Schulpflegen das Resultat zur Kenntnis. Obwohl sich die Primarschulpflege Wila für eine Einheitsgemeinde aussprach, ist die Ablehnung für die zukünftige Präsidentin Sandra Siepmann (parteilos) keine Katastrophe. «Es wäre für uns auch nicht die optimale Lösung gewesen», sagt sie.
«Das Nein schadet nichts und nützt nichts.»
Felix Adelmeyer (parteilos), abtretender Präsident Sekundarschulpflege Wila
Vorderhand gehe es für die Primarschule Wila weiter wie bisher. «Und unser grösster Fokus liegt ohnehin auf der Grenzbereinigung mit der Primarschule Turbenthal», erklärt die Schulplfegerin. Das Thema ist immer noch beim Bezirksrat hängig.
Schülerzahlen als Knackpunkt
Die Sekundarschulpflege hätte eine Einheitsgemeinde Wila-Turbenthal begrüsst. «Das Nein schadet aber nichts und nützt nichts», sagt der abtretende Präsident Felix Adelmeyer (parteilos). «Es ist trotzdem bedauerlich, dass man sich nicht für eine längerfristige und zukunftsorientierte Lösung entschieden hat.»
Für ihn ist klar, dass die Fusionsfrage irgendwann wieder diskutiert werden muss: «Aktuell haben wir dank dem Anschlussvertrag mit der Sekundarschule Turbenthal-Wildberg eine genügend grosse Schülerzahl an der Sek Wila», sagt er.
Damit sei das Bestehen der Sekundarschule vorübergehend gesichert. «So lange der Kanton mitmacht.» Doch sollte der Anschlussvertrag dereinst gekündigt werden oder die Schülerzahlen stark sinken, sehe das wieder anders aus.
