Der neue Seelisbergweiher ist kleiner als sein Vorgänger
Der untere Seelisbergweiher oberhalb von Gibswil in Fischenthal hat mit einem Teich derzeit noch wenig gemeinsam. Anstatt eines Wasserspiegels begegnet man einer Fläche aus Staub und Dreck. Überall stehen Bagger und andere Baugeräte.
Für eine umfängliche Sanierung wurde der Weiher bereits im Oktober 2020 abgefischt und entleert. Letzten September begannen die Bauarbeiten, um das Gewässer sicherer zu machen. Denn die Anlage entsprach nicht mehr den heutigen Sicherheitsvorschriften.
Ähnliches galt für den oberen Seelisbergweiher. Sein Damm wurde deshalb bereits letztes Jahr verstärkt. Beim unteren Weiher waren die Arbeiten über den Winter eingestellt worden. Nun laufen sie wieder. «Günstiges Wetter vorausgesetzt sollen sie in rund zwei Monaten abgeschlossen sein», sagt Wolfgang Bollack, Mediensprecher der Baudirektion.
Ein Viertel der Fläche
Laut dem Newsletter der Gemeinde Fischenthal legen die Bauarbeiter unter anderem den Auslauf tiefer und bauen ihn neu. Gleichzeitig wird auch die Fläche des Gewässers verkleinert. «Sie nimmt noch etwa 1500 Quadratmeter, etwa ein Viertel der ursprünglichen Weiherfläche, ein», sagt Bollack weiter.
Um den Weiher entsteht eine Verlandungszone und um diese herum eine Feuchtwiese mit einer Grösse von etwa 2000 Quadratmetern. Die Kosten für die ganzen Arbeiten belaufen sich gemäss Bollack auf 350’000 Franken.
Damit sich die Natur am neu geschaffenen Weiher nach dem baulichen Eingriff wieder erholt, hat die Baudirektion diverse Massnahmen getroffen.
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Bei der Tieferlegung des unteren Damms werden Stücke der Grasnarbe, sogenannte Grassoden, abgestochen. Diese legt man am Fuss des oberen Dammes und an der Innenseite des unteren wieder an. So könne die wertvolle Wiesenvegetation erhalten werden, erklärt der Mediensprecher.
Keine Eingriffe beim Wasser
Die neu geschaffenen Feuchtfläche erhält eine Begrünung mit Schnittgut einer regionalen Riedwiese. Solche Wiesen zeichnen sich durch ihre grosse Artenvielfalt aus. Zusätzlich ist laut Bollack auch geplant, weitere Arten einzusäen.
Was die Besiedlung des Bachs und des Weihers betrifft, lässt man der Natur ihren Lauf. «Das erfolgt von sich aus dank des Wassers, das weiterhin vom oberen in den unteren Weiher geleitet wird.»
Baustart am Bachtelweiher wohl im Sommer
Der untere Seelisbergweiher ist nicht das einzige Gewässer im Oberland, das dieses Jahr saniert wird. Letzten Herbst fand die Entleerung des Bachtelweihers oberhalb der Gemeinde Wald statt.
Er war vor rund 150 Jahren als Industrieweiher für die Weberei Hueb angelegt worden. Doch auch er ist in die Jahre gekommen und entsprach nicht mehr den Sicherheitsvorschriften.
«Um die Hochwassergefährdung im Unterlauf des Huebbachs zu entschärfen sind Umbauarbeiten am Damm und am Auslauf notwendig», schrieb die Baudirektion letzten Herbst in einer Mitteilung.
Obwohl der Weiher schon entleert ist, liegt noch keine Baubewilligung für das Sanierungsprojekt vor. «Das Bauprojekt wurde eingereicht, die Bewilligung ist noch ausstehend», sagt Bollack. Es sei aber weiterhin vorgesehen, mit den Arbeiten im Sommer zu beginnen. (bes)
