Die geplante Heizzentrale beim Kindergarten erhitzt die Gemüter
Neben dem Kindergarten Altlandenberg befindet sich ein kleines Wäldchen. Dort können die Kindergärtler in ihren Pausen zwischen den Bäumen spielen. Einige der Schattenspender müssen aber voraussichtlich bald weichen.
Denn die Holz-Wärmeverbund AG hat Mitte März das Baugesuch für die Heizzentrale eingereicht. Diese soll bei ebendiesem Wäldchen gebaut werden. Doch der geplante Standort erhitzt die Gemüter.
Es formiert sich Widerstand – unter anderem von Anwohnenden. Keine Freude an der geplanten Heizzentrale hat Erich Siegenthaler. Er wohnt an der Husacherstrasse auf der anderen Seite der Töss, gleich gegenüber vom Kindergarten.
Kamin auf Augenhöhe
Siegenthaler stört sich daran, dass so ein massiver Bau direkt neben dem Tössufer mit seinem Wanderweg entstehen soll. «Auch die Höhe von 18 Metern so nahe der Töss ist eine Verschandelung der Landschaft und stört die Bewohner auf der gegenüberliegenden Talseite.»
Denn aus ihren Wohnhäusern hätten sie wegen der Topografie direkte Sicht auf den Kaminaustritt. Er habe die Baueingabe genau geprüft und ziehe eine Beschwerde in Betracht.
Darüber hinaus findet Siegenthaler den Standort beim Kindergarten nicht ideal. « Die Anlieferung der Holzschnitzel erfolgt direkt neben dem Eingang.» Das sei eine unnötige Gefährdung der Kinder.
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Dass ein Teil des Spielwäldchens weichen muss, kann er ebenfalls nicht nachvollziehen. «Da hat man die Kindergärtler einfach vergessen», moniert er.
Siegenthaler ist mit seiner Ansicht nicht alleine. Kürzlich veröffentlichte die «Baumerziitig» einen Leserbrief des Baumer Lehrers Peter Girschweiler. «Ich bedaure es, dass die verantwortlichen Behörden es versäumt haben, eine langfristige Standortplanung für die Heizzentrale vorzunehmen», schreibt er darin und stimmt einen Abgesang auf das Spielwäldchen an.
Hand bieten
Schulpräsidentin Karin Inauen (SVP) zeigt gewisses Verständnis für den Unmut in der Lehrerschaft. «Es ist immer schwer, etwas herzugeben», sagt sie.
Auch die Schulpflege hätte sich die Heizzentrale lieber an einem anderen Standort gewünscht. Es sei ein längerer Prozess gewesen und es habe dabei mehrere Aussprachen gegeben, erklärt Inauen.
«Es ist gut, wenn die wichtigsten Wärmebezüger in der Nähe der Heizzentrale sind.»
Rudolf Rüegg, Verwaltungsratspräsident des Wärmeverbunds
Doch es habe sich herausgestellt, dass es keine bessere Alternative zur Lage beim Kindergarten gebe. Laut der Schulpräsidentin sind die Schule und das Hallenbad die grössten Abnehmer «Wir mussten deshalb Hand bieten», betont sie.
Nicht so einschneidend
Das sei der wichtigste Grund für die Standortwahl, betont auch Rudolf Rüegg (parteilos). Er ist Präsident der Aktiengesellschaft des Wärmeverbunds und wurde im März in den Gemeinderat gewählt. «Es ist gut, wenn die wichtigsten Wärmebezüger in der Nähe der Heizzentrale sind.»
Bei der Anlieferung werde man deshalb auf die Bedürfnisse des Kindergartens Rücksicht nehmen. «Und verglichen mit dem jetzigen Standort der Heizung beim Hallenbad müssen die Lastwagen weniger manövrieren.»
Deshalb spricht Rüegg von einer Verbesserung und ist davon überzeugt, dass die Einschränkungen beim Kindergarten nicht allzu einschneidend sind.
Schulpräsidentin Karin Inauen glaubt ebenfalls, dass der Bau der Heizzentrale nicht so drastisch ist, wie viele behaupten. «Die Kinder haben weiterhin einen schönen Pausenplatz», sagt sie. Ausserdem prüfe man, ob man den Spielplatz etwas anpassen könnte. «Aber spruchreif ist noch nichts.»
Fernwärme fürs Altersheim
Nicht nur die Schule und das Hallenbad werden voraussichtlich Wärme von der neuen Heizzentrale beziehen. Auch das Alters- und Pflegeheim Böndler soll versorgt werden. Der Wärmeverbund hat bei der Gemeinde kürzlich ein entsprechendes Baugesuch für die dafür nötigen Leitungen eingereicht. (bes)
