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Politik

Bushof Pfäffikon zurück an den Absender

Die Pfäffiker Gemeindeversammlung genehmigte am Montagabend einen Antrag der RGPK und damit die Rückweisung des Projektierungskredits von 345'000 Franken für die Neugestaltung des Bushofs. Das Projekt verzögert sich nun noch weiter.

Die Pfäffiker wünschen sich eine zweiter Unterführung am Bahnhof – ein Wunsch, der wohl weiter unerfüllt bleibt.

Archivfoto: Seraina Boner

Bushof Pfäffikon zurück an den Absender

Dass die Neugestaltung des Pfäffiker Busbahnhofs umstritten sein würde, zeichnete sich schon im Vorfeld der Gemeindeversammlung vom Montagabend ab.

Neben der SP und der SVP hatte auch die Rechnungs- und Geschäftsprüfungskommission (RGPK) angekündigt, das Geschäft zurückzuweisen. 81 der 124 anwesenden Stimmberechtigten hiessen den Antrag gut, 38 sagten dazu Nein.

Mit der Rückweisung wurde ein Geschäft bis auf weiteres verschoben, welches 2018 mit der Erarbeitung eines Studienauftrag gestartet war. Im November 2019 hat der Gemeinderat dann dem ausgearbeiteten Vorprojekt zugestimmt. Es wurde 2021 öffentlich aufgelegt, die Einwendungen wurden bearbeitet und im November 2021 der Öffentlichkeit vorgestellt.

Behindertengerechte Gestaltung

Auslöser für das Projekt war das Behindertengleichstellungsgesetz, das am 1. Januar 2004 in Kraft trat und innerhalb von 20 Jahren umgesetzt hätte werden müssen.

Dass dieser Termin auch dann nicht hätte eingehalten werden können, wenn die Stimmberechtigten dem Projekt zugestimmt hätten, daraus machte Bauvorsteher Lukas Steudler (FDP) am Montag kein Geheimnis.

Lesen Sie hier das Interview mit Lukas Steudler im Nachgang der Gemeindeversammlung: 

Pfäffiker Bauvorstand: «Damit wird eine ganze Bevölkerungsschicht diskriminiert»

30.03.2022

Nach Bushof-Rückweisung

Bei Bauvorstand Lukas Steudler (FDP) hinterlässt der Rückweisungsantrag der RGPK zum Bushof Pfäff Beitrag in Merkliste speichern Er wies aber darauf hin, dass Eile geboten sei. Die bestehenden Busbuchten seien alles andere als behindertenfreundlich.

Der 1998 erstellte Busbahnhof entspricht nicht mehr den heutigen Bedürfnissen, nicht nur im Bereich der Behindertengerechtigkeit. Es fehlt an Busbuchten und Platz für die Gelenkbusse. 

Bei der Planung der Neugestaltung des Bushofs stand auch ein weiterer Punkt im Vordergrund: Der Busbahnhof mit all seinen neu sieben Haltestellen sollte am heutigen Standort auf der Nordseite des Bahnhofs verwirklicht werden.

Das aber hat zur Folge, dass die bestehende Park+Ride-Anlage dem neuen Busbahnhof zum Opfer fällt und ein neuer Standort für die Parkplätze gefunden werden muss. Hier ist das letzte Wort noch nicht gesprochen, als Alternativstandort für die P+R-Anlage wird die Wiese vor dem Altersheims Sophie Guyer gehandelt.

Gesamtkosten von 8,7 Millionen Franken

Abgestimmt wurde am Montagabend im Chesselhuus über den Projektierungskredit von 345’000 Franken. Die geschätzten Kosten für das Projekt belaufen sich auf rund 8,7 Millionen. Nach Abzug der Beiträge des Bundes, des Kantons und der Nachbargemeinden verbleibt ein Anteil für die Gemeinde Pfäffikon in Höhe von rund 2,4 Millionen Franken.

Hans-Jürg Schneider (FDP), Präsident der RGPK, erläuterte die Gründe für den Rückweisungsantrag. Die Neugestaltung des Bushofs stelle einen «massiven Eingriff in das Ortsbild dar». Er kritisierte auch, dass nicht zwei Haltekannten auf der Südseite des Bahnhofs realisiert werden sollen.

Bezüglich Sicherheit bemängelte er, dass die Nutzer der P+R-Anlage die Zelglistrasse überqueren müssten, um zum Busbahnhof zu gelangen. Schneider beantragte das Geschäft mit dem Auftrag zurückzuweisen, dass die Besucherströme, die Kosten und die Sicherheit der Benutzer überprüft und der Busbahnhof zweigeteilt werde, also auch auf der Südseite des Bahnhofs Busbuchten in Betrieb genommen würden.

Vorläufig keine Unterführung Ost

In die gleiche Kerbe hieben sowohl die SVP wie auch SP, während die FDP und EVP dem Projekt positiv gegenüberstand und eine schnelle Realisierung verlangte.

Die Grünen hingegen hatten Stimmfreigabe beschlossen. Sie kritisierten vor allem die Idee, auf der Wiese vor dem Altersheim eine P+R-Anlage zu erstellen und forderten eine Beruhigung der Zelglistrasse sowie den Bau der zweiten Unterführung Ost.

Diese Unterführung wurde allgemein gewünscht. Da bei der bestehenden Unterführung die Frequenzzahlen zu tief sind, um die SBB zu einer Kostenbeteiligung zu bewegen, wird man in Pfäffikon auf eine Unterführung Ost aber noch lange warten müssen. Die Kosten für die Unterführung seien «astronomisch hoch» und von der Gemeinde allein nicht zu stemmen, sagte Steudler.

Dafür, dass die Meinungen so geteilt waren, gab es nebst den zahlreichen Voten der Parteien kaum Wortmeldungen aus der breiten Bevölkerung. Und so endete die Diskussion wie auch die Gemeindeversammlung mit der Abstimmung und der Rückweisung des Projekts an den Gemeinderat, der es nun im Sinne des Rückweisungsantrags noch einmal unter die Lupe nehmen und überarbeiten muss.

Weitere Beschlüsse

Die Gemeindeversammlung nahm den Schlussbericht zur Erarbeitung des Räumlichen Entwicklungskonzepts ohne Widerrede zur Kenntnis. Das Entwicklungskonzept ist im Prinzip das Leitbild, welches für die künftige Entwicklung der Gemeinde massgebend ist, erklärte Gemeindepräsident Marco Hirzel (SVP).  Ohne Gegenstimme wurde der Projektierungskredit von 930’000 Franken für die Realisierung  des Oberstufenschulzentrums Pfaffberg genehmigt

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