So geht es mit dem Spital Uster weiter
Letzte Woche entschied die Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich, dem Spital Uster für die Spitalliste 2023 nur noch einen auf drei Jahre befristeten provisorischen Leistungsauftrag zu erteilen.
Begründet wurde dieser Entscheid vor allem mit gewissen Zweifeln bezüglich der mittel- bis längerfristigen wirtschaftlichen Stabilität und einer im Vergleich schlechteren Kosteneffizienz begründet. In diese Beurteilung sind die mit der Bewerbung des Spitals eingereichten schlechten Jahresabschlüsse aus 2019 und 2020 eingeflossen.
Zudem moniert der Kanton, dass das Leistungsangebot mit Blick auf die Versorgungssituation des Zürcher Oberlands mit zwei gleich grossen Spitälern – dem GZO Spital Wetzikon – nicht angepasst wurde.
Droht dem Ustermer Spital jetzt das Aus?
15.03.2022

Nach Regierungsentscheid
Dem Spital Uster werden von der Zürcher Regierung bis 2026 nur provisorische Leistungsaufträge er Beitrag in Merkliste speichern Eine Woche nach dem Entscheid hat sich auch das Spital Uster zum ersten Mal geäussert. Der Verwaltungsrat und die Spitalleitung würden sich umso mehr in der Pflicht sehen, an dem bereits eingeschlagenen Weg festzuhalten und die beschlossene Differenzierungsstrategie weiter voranzutreiben, wie es am Dienstag in einer Medienmitteilung heisst.
Fallkosten konnten gesenkt werden
In dieser Mitteilung wird ausgeführt, wie im letzten Jahr bereits nicht nur die Kostenstruktur, sondern auch die Ertragssituation hätte verbessert werden können. So seien Fallkosten, welche für die Bewertung der Wirtschaftlichkeit des Spitals herangezogen werden, innerhalb eines Jahres um 1000 Franken reduziert worden.
Ziel des Turnarounds unter dem neuen Spitaldirektor Andreas Greulich sei es nun, «in den zwei kommenden Jahren wieder in die Ränge mit durchschnittlichen Fallkosten der Zürcher Listenspitäler zu kommen».
Angebotsstruktur im Fokus
Mit Blick auf die Entwicklungen und Anforderungen an die Spitalliste sei das bestehende Leistungsangebot bereits in den letzten Monaten «kritisch überprüft» worden. Daraus resultierte ein neuer strategischer Ansatz, den es nun mit der Gesundheitsdirektion zu diskutieren gelte.
Wie dieser Ansatz allerdings aussieht, bleibt gemäss Mitteilung offen. Die neue medizinische Angebotsstruktur solle sich zukünftig noch mehr fokussieren und sich an der Region und deren Bedürfnissen ausrichten.
Hierzu würden die geplanten Leistungsangebote mit der Gesundheitsdirektion und dem GZO Spital in Abstimmung gebracht.
Bauvorhaben wird überarbeitet
Mitunter sei den Verantwortlichen, so heisst es in der Mitteilung, auch «schon lange im Vorfeld zum Entscheid der Spitalliste», bewusst gewesen, «dass das ursprünglich vom Volk gutgeheissene Bauvorhaben von 349 Millionen Franken und inzwischen bereits um rund 70 Millionen Franken redimensionierte Bauvorhaben» so nicht hätte umgesetzt werden können.
Eine neue Bauplanung sieht vor, dass das Bauprojekt eine auf eine längere Frist ausgelegte Etappierung vorsieht. In der in einer ersten, zeitnahen Etappe soll nur der Ersatz der deutlich zu klein gewordenen Notfallstation vorgenommen werden.
Weitere Etappen im Rahmen des Gestaltungsplans würden erst bei «einer guten wirtschaftlichen Lage und in Abhängigkeit mit dem differenzierten Leistungsangebot» angedacht und in Planung gebracht.
Gesundheitsdirektion ernst nehmen
Gemäss den Beteiligten lasse sich erkennen, dass das Spital Uster den Ernst der Lage bereits frühzeitig erkannt und hinsichtlich Spitallistenbewerbung 2023 «grosse Schritte» in Richtung der Vorgaben der Gesundheitsdirektion unternommen hatte.
Die Zeit habe jedoch nicht ausgereicht, den Beschluss einer provisorischen Erteilung der Leistungsaufträge abzuwenden, was seitens des Verwaltungsrats sehr bedauert wird.
«Die Führungsgremien des Spitals Uster sind sich ihrer Verantwortung bewusst und werden alles daransetzen, die Gesundheitsdirektion mit einem glaubhaften Konzept für eine langfristige Aufrechterhaltung des ambulanten und stationären Spitalbetriebs sowie einem gut abgestimmten Leistungsangebot für das Zürcher Oberland zu überzeugen.»
Denn das Spital Uster habe eine wichtige Funktion als Notfallspital mit eigenem Rettungsdienst für ein Einzugsgebiet von rund 170’000 Einwohnerinnen und Einwohnern und sei gleichzeitig grösster Arbeitsgeber der Region.
