Nach einem Jahrzehnt gibt es nur Verlierer
Mehr als 10 Jahre – so lange dauert die Planung schon, um am Pfäffiker Seequai ein Bistro zu errichten. Ein Bistro, und kein Grossprojekt wie den Berliner Flughafen oder die Elbphilharmonie in Hamburg. Dabei hätte die richtige Ausführung und Konzeption eines Lokals an der Uferpromenade des Pfäffikersees fast dieselbe Anziehungs- und Ausstrahlungskraft. Da stellt sich doch die Frage: Wie konnte es soweit kommen?
Während sich eine Mehrheit der Bevölkerung vor sechs Jahren mit einem deutlichen Ja zu einem Bistro äusserte, brachten Einsprachen das Projekt zu Fall. Bezirksrat und Verwaltungsgericht stellten auch der Gemeinde kein gutes Zeugnis aus.
Kurze Hoffnung
Danach versuchte die Gemeinde, das Bistro-Projekt wieder auf Kurs zu bringen. In Zeiten, als Biergarten und See-Imbiss friedlich nebeneinander koexistierten, kam beinahe Hoffnung auf, dass doch noch alles gut würde.
Die Corona-Pandemie machte diese Hoffnung zunichte, erneut wurde eine Zwischenlösung geschaffen – mit Container. Und dann verhinderten Einsprachen verschiedener Kommissionen und zuletzt aus der Nachbarschaft, einen Start des Seegartens.
Gäste und Personal – das funktioniert nicht
Der Konflikt zwischen Bauherr und Nachbarschaft ist allerdings nicht der einzige. Die Pfäffiker sind frustriert, das Tischtuch zwischen Gästen und dem jetzigen Personal scheint zerschnitten.
So sehnt man sich nach den schönen, alten Zeiten mit dem ehemaligen Personal im Biergarten und verkennt Brüllmanns unternehmerischen Pragmatismus.
Es ist nachvollziehbar, dass Brüllmann, der bereits über eine halbe Million Franken investiert hat, in der Übergangszeit mit dem alten Personalbestand operiert, der Umgebung und Gäste kennt. Dass es zu unschönen Zwischenfällen gekommen ist, bestreitet Brüllmann nicht einmal. Umso bewundernswerter ist es, wie der Gastronom stoisch an seinem Projekt festhält.
Immerhin Planungssicherheit
Die Gemeinde hat ihm mit der Verlängerung der Zwischenlösung Planungssicherheit verschafft. Das ist richtig und wichtig. Doch aufgrund der verhärteten Fronten zwischen dem jetzigen Personal und den Gästen, gibt es weiterhin nur Verlierer.
Alle Bürgerinnen und Bürger, die noch immer kein frisch gezapftes Bier an einem festen Standort geniessen können. Aber auch die Gemeinde und Brüllmann schauen in die Röhre. Denn ganz ehrlich: Zehn Jahre für ein einfaches Bistro sind einfach zu viel. Und ein Ende ist nicht in Sicht.
