Dem Spital Uster droht das Aus: Auf der Spitalliste 2023 wird es nur noch provisorisch geführt. Der Kanton stellt den Betrieb aufgrund finanzieller Schieflage und hohen Fallkosten in Frage. Gesundheitsvorsteherin Karin Fehr Thoma (Grüne) nimmt für die Stadt Uster Stellung und antwortet auf die drängendsten Fragen.
Dem Spital droht 2025 den Leistungsauftrag des Kantons zu verlieren. Waren Sie überrascht über den Entscheid?
Karin Fehr Thoma (Grüne): Überrascht würde ich nicht sagen. Wir kannten die finanzielle Situation des Spitals, auch die negativen Abschlüsse 2019 und 2020, die der Kanton in seinem Entscheid berücksichtigt. Aber natürlich hätten wir Freude gehabt, wenn das Spital Uster von Beginn weg den Sprung auf die Spitalliste definitiv geschafft hätte.
«Von Beginn weg» - Sie geben das Spital also noch nicht verloren?
Wir sind zuversichtlich, da das Spital den umfassenden Turnaround bereits vor zwei Jahren eingeleitet hat. Nun muss es diesen Weg absolut konsequent weitergehen, dass es über 2025 hinaus auf der Spitalliste bleiben kann.
«Ein Spital muss heute soweit rentieren, dass es auch Krisenzeiten wie beispielsweise eine Pandemie bewältigen kann.»
Der Kanton hat aber Zweifel an dessen langfristigen wirtschaftlichen Stabilität. Muss ein Spital rentieren?
Ja, ein Spital muss heute soweit rentieren, dass es eine solide Eigenkapitalbasis erhalten, neue Investitionen tätigen und auch Krisenzeiten wie beispielsweise eine Pandemie bewältigen kann. Das Spital Uster hat bekanntlich einen Neubau vor sich. Ohne Gewinn kann es das eigene wirtschaftliche Überleben nicht sichern.

