Ustermer «Frjz»-Atelierhaus muss Grossprojekt weichen
An der Berchtoldstrasse in Uster ragen Baugerüste in die Höhe. Bald sollen hier die Abriss-Bagger auffahren und das Gebiet für den Bau der «Geri-Überbauung» dem Erdboden gleich machen.
«Wir wurden Mitte November etwas überrascht, als wir vom eingereichten Gesuch für die vorzeitige Abbruchbewilligung erfuhren.»
Andrea Rieser, Frjz Uster
Leidtragende ist das Freizeit- und Jugendzentrum (frjz). Es muss sein Atelierhaus bereits per Mitte April räumen. Für Andrea Rieser vom Frjz kam dieser Schritt plötzlich. «Wir wurden Mitte November etwas überrascht, als wir vom eingereichten Gesuch für die vorzeitige Abbruchbewilligung erfuhren.»
Das Mietverhältnis mit dem Trägerverein vom Frjz habe die Stadt zwar auf Ende 2021 aufgelöst, jedoch mit Ausblick auf eine allfällige Nutzungsverlängerung. Ursprünglich sei man davon ausgegangen, dass man noch bis zum Sommerbeginn im Atelierhaus bleiben könne.
Baubewilligung fehlt noch
Am 17. November des vergangenen Jahres reichte das für die Gerichtsplatz-Überbauung verantwortliche Architekturbüro Huggenbergfries AG das Baugesuch für die Abbrucharbeiten ein, um die ersten Schritte für den Neubau von drei Mehrfamilienhäusern mit Gewerbeflächen und Tiefgarage an der Berchtold-, Winterthurer- und Zürichstrasse einzuleiten.
«Die Planauflage war vom 26. Januar bis zum 15. Februar öffentlich einsehbar sowie amtlich publiziert worden.»
Sandra Oswald, Bauamt Uster
«Die Planauflage war vom 26. Januar bis zum 15. Februar öffentlich einsehbar sowie amtlich publiziert worden», sagt Sandra Oswald vom Bauamt Uster. Es sei noch keine Baubewilligung erteilt worden. Wann und ob mit den Abrissarbeiten des Frjz-Atelier-Gebäudes an der Berchtoldstrasse 13 begonnen werde, könne man seitens der Stadt deshalb noch nicht bekannt geben.
Umzug mit Einschränkungen
Seitens des Frjz habe man gewusst, dass irgendwann einmal die Zeit käme, das Gebäude zu räumen, sagt Andrea Rieser. «Wir haben intern schnell reagieren und auch viele Kompromisse eingehen müssen.» Im letzten Jahr sei man noch etwas orientierungs- und planlos gewesen. «Nun sind wir organisiert und ziehen bis Mitte April definitiv aus dem Atelierhaus aus. Auch wenn wir noch nicht genau wissen, wann welche Arbeiten beginnen».
Der Umzug hat für das Frjz jedoch einige Einschränkungen zur Folge. Die Metallwerkstatt, die Filzerei wie auch das Nähatelier müssen komplett aufgelöst werden. Das Werk- und Töpferatelier wird künftig im Frjz an der Zürichstrasse 30 zusammengelegt.
Bis zum 31. März gibt es im Frjz noch die Möglichkeit zum Werken, Nähen und Töpfern. Danach herrscht im gestalterischen Bereich Betriebspause bis zu den Sommerferien. Ende August soll dann das neue Werk- Töpfer- und Textilatelier im Obergeschoss des Frjz-Hauptgebäudes eröffnet werden. Das alte Atelier Gebäude an der Berchtoldstrasse 13 wird indes wohl schon bald Geschichte sein.
Im Zentrum von Uster entsteht das Neubauprojekt «Geri – Gerichtsplatz Areal Uster» mit drei verschiedenen Wohngebäuden sowie einer gemeinsamen Tiefgarage und Gewerbeflächen. Der von der Grundeigentümerin Stadt Uster sowie dem Kanton Zürich erarbeitete Gestaltungsplan aus dem Jahr 2017, der seit März 2020 rechtskräftig ist, wurde von der Auftraggeberin BSS&M Real Estate AG weiterentwickelt und zusammen mit dem Gestaltungsplan-Team, welches durch das Architekturbüro Huggenbergerfries aus Zürich geleitet wurde, geplant und realisiert. Mit dem Gerichtsplatzareal soll ein neues Stadtquartier entstehen. Mit der kompletten Fertigstellung des Grossprojekts wird frühestens im Jahr 2027 gerechnet.
