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Fasnacht-Entzug hält weitgehend an

Nach zwei Jahren Pandemie sehnen sich besonders gesellige Menschen nach gesellschaftlichen Grossanlässen. Dazu gehört die Fasnacht, die der Region wieder Leben einhauchen soll.

Am 7. März findet in Auslikon ein Kinderumzug der Guggenmusik «Banausliker» statt.

Archivbild:PD

Fasnacht-Entzug hält weitgehend an

Grossanlässe benötigen lange Vorbereitungszeiten sowie finanzielle Mittel. Dies trifft auch auf Fasnachtsumzüge und Maskenbälle zu, wobei die «Guggen» rein stimmungstechnisch jeweils die tragende Rolle spielen. Pandemiebedingt konnten sie teils fast zwei Jahre lang nicht proben, weshalb die Fasnacht in der Region auch in diesem Jahr leidet und aus mehreren Gründen beinahe überall ins Wasser fällt.

Älteste Fasnachtsgesellschaft leidet

«Es ist ein schwarzer Tag», teilte der Pascha (OK-Chef) der Hilaria Rüti, Reto Inglin, kürzlich in einer Mitteilung mit. Der «schwarze Tag» bezog sich auf die Absage der Rütner Fasnacht, genauer gesagt den Bierkommers sowie die Maskenbälle, die für den 5. März und 6. März geplant gewesen wären. «Uns bleibt nichts anderes übrig, als auf den 130. Jubiläums-Bierkommers sowie auf die Maskenbälle vom 25. und 26. Februar 2023 hinzuweisen.»

«Möge es uns gegönnt sein, im nächsten Jahr wieder rauschende Feste feiern zu können.»

Reto Inglin, OK-Chef Hilaria Rüti

Bei der Hilaria Rüti handelt es sich um die älteste Fasnachtsgesellschaft des Kantons Zürich. Der Entscheid sei dem Kronrat sehr schwergefallen, jedoch geniesse der gesundheitliche Schutz der Fasnächtlerinnen und Fasnächtlern höchste Priorität, so Inglin.

«Am Bierkommers und an den Maskenbällen wäre die Umsetzung eines konsequenten Schutzkonzepts kaum möglich.» Der unabdingbare Faktor der Fasnacht, der Spass, wäre dabei auf der Strecke geblieben. «Möge es uns gegönnt sein, im nächsten Jahr wieder rauschende Feste feiern zu können.»

Kinderumzüge als kleine «Tröster»

In Bauma hingegen hat man sich nach der letztjährigen Zwangspause auch seitens der Gemeinde für fasnächtliche Stimmung im Dorf entschieden.  Am 19. Februar wird der traditionelle Kinderumzug stattfinden. «Wir haben wegen der aktuellen Corona-Lage mit Gegenwind gerechnet, sind aber mit unserer Idee auf wohlwollende Ohren gestossen, wofür wir sehr dankbar sind», sagt die Präsidentin  des Fasnachtsvereins Bauma , Sibylle Grünenwald.

Es sei dem Verein ein Anliegen gewesen, der Bevölkerung ein Stück Normalität zurückzugeben und etwas für die Soziokultur zu tun. Bei der Fasnacht handle es sich um einen Brauch, den man den Kindern auf ihren Lebensweg mitgeben wolle.

Auf das gleiche Rezept setzt man in Pfäffikon. Am 7. März ist in Auslikon ein kleiner Kinderumzug geplant, der auf dem Pausenplatz der Schule stattfinden wird. Die Guggemusik «Banausliker» kompensiert damit ihren fünften Maskenball, der am 12. Februar im Chesselhuus in Pfäffikon hätte stattfinden sollen und an dem auch die Guggenmusik «Robehuuse» für Stimmung gesorgt hätte.

Den ursprünglichen Kinderumzug in Pfäffikon hatten die Verantwortlichen schon im Herbst abgesagt. «Dieser wurde bis anhin durch den Familienverein Pfäffikon in Zusammenarbeit mit der Spielgruppe Chnopf organisiert», sagt Remo Niederhauser, OK-Präsident des Pfäffiker Maskenballs sowie Mitglied der Guggenmusik Banausliker.

Auch aufgrund personeller Umstrukturierung innerhalb des Familienvereins habe man sich dazu entschieden, die Kinderfasnacht nicht mehr zu organisieren. Deshalb wird für das Jahr 2023 noch ein neuer Organisator des Anlasses gesucht. «Interessierte dürfen sich gerne bei mir melden», sagt Niederhauser.

Begrenzte Umzugsgrösse als Chance

Die Tatsache, dass es der Guggenmusik Banausliker doch noch möglich war, einen Kinderumzug zu organisieren, führt Niederhauser auf die begrenzte Personenanzahl zurück. «Die Grösse des Umzugs war das entscheidende Kriterium für uns sowie die Tatsache, dass er unter freiem Himmel stattfindet.»

«Die Grösse des Umzugs war das entscheidende Kriterium für uns sowie die Tatsache, dass er unter freiem Himmel stattfindet.»

Remo Niederhauser, Mitglied Guggenmusik «Banausliker»

Weiter habe man den Umzug auf exakt 300 Teilnehmende begrenzt. «Dies einerseits, damit wir zertifikatsfrei agieren können und andererseits, um zu verhindern, dass wir aufgrund von anderen abgesagten Umzügen in der Region überrannt werden», erklärt Niederhauser weiter.

Keine Proben wegen Testpflicht

Michèle Sommerhalder, Vizepräsidentin der Guggenmusik «Robehuuse», führt die vielen abgesagten Auftritte der «Robenhüüsler» mehrheitlich auf die 2Gplus-Regelung zurück. «Bei uns haben sich im Dezember alle Mitglieder dazu entschieden, die regelmässigen Proben ausfallen zu lassen», sagt Sommerhalder. Auch seien viele Veranstalter auf die Guggenmusik zugekommen und hätten Absagen gemacht. Auf die Möglichkeit, draussen unter freiem Himmel zu proben, habe man nicht extra zurückgreifen wollen.

«Bei uns haben sich im Dezember alle Mitglieder dazu entschieden, die regelmässigen Proben ausfallen zu lassen.»

Michèle Sommerhalder, Vizepräsidentin der Guggenmusik  «Robehuuse»

Diese Woche setzen sich die Mitglieder nochmals zusammen, um das künftige Vorgehen bezüglich Proben und Veranstaltungen zu erörtern. «Nun werden ja Lockerungen hinsichtlich der Zertifikatspflicht in Aussicht gestellt, weshalb auch für uns wieder Besserung am Horizont ersichtlich ist», sagt Sommerhalder. Je nach Entscheidung der Mitglieder, würden die «Robenhüüsler» dann als nächstes am Robehuuser-Fasnachts-Openair am 5. März teilnehmen.

Das Robehuuser-Fasnachts-Openair, organisiert durch die Fasnachtgesellschaft Robenhausen (FAGERO), findet am Samstag, 5. März, ab 16 Uhr auf dem Schulhof des Schulhauses Roenhausen statt. Vor Ort werden diverse Guggen für Stimmung sorgen. Zudem gibt es ein beheiztes Festzelt mit Barbetrieb und Grill. Für den Anlass gilt die 2Gplus-Regel sowie die Zertifikatspflicht. Für Besucher ist es möglich, sich direkt vor Ort testen zu lassen. Weitere Informationen finden Sie hier

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