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«Schade, dass es nicht zu Kampfwahlen kommt»

Eine eigentliche Wahl hat die Hittnauer Stimmbevölkerung an den Erneuerungswahlen im März nicht. Denn für die Behördenämter haben sich bisher genau so viele Kandidaten gemeldet, wie Sitze zu vergeben sind. Der Gemeindeschreiber erwartet darum einen «entspannten» Wahlkampf.

Wer wird bald in die Hittnauer Behörden einziehen? Diese Frage dürfte bereits jetzt beantwortet sein.

Seraina Boner

«Schade, dass es nicht zu Kampfwahlen kommt»

«Verhaltener Auftakt zu den kommunalen Erneuerungswahlen» titelte die Gemeinde Hittnau Mitte Dezember in ihrem Newsletter. Obwohl die Meldefrist für die Kandidaturen für die Wahlen vom 27. März erst Anfang Januar auslief, rief der Gemeinderat bereits frühzeitig erneut dazu auf, sich für ein politisches Amt zu bewerben.

Denn für die fünf Sitze im Gemeinderat hatten sich damals erst vier Kandidaten gemeldet. Ähnlich sah es in der Schulpflege aus – für die sieben Sitze waren es gerade mal fünf Kandidaten gewesen.

Lücke bei Kirchenpflege

«Wir haben sämtliche Behördenmitglieder und auch die Ortsparteien dazu angehalten, noch einmal das Gespräch mit potenziellen Kandidaten zu suchen», sagt Gemeindeschreiber Christian Schmid. Mit Erfolg: Sowohl für den Gemeinderat, die Schulpflege, die Rechnungsprüfungskommission als auch die Sozialbehörde haben sich mittlerweile genau so viele Kandidaten gemeldet, wie Sitze zu vergeben sind.

Einzig bei der Reformierten Kirchenpflege ist noch eine Lücke auszumachen – für sieben Sitze haben sich erst sechs Kandidaten gemeldet.

In Hittnau fehlen noch sechs Kandidaten für die kommenden Wahlen

20.12.2021

Auch in Mönchaltorf harzt e

In Hittnau und Mönchaltorf fehlt es derzeit in einigen Behörden noch an Kandidatinnen oder Kandid Beitrag in Merkliste speichern Als erleichtert bezeichnet sich Schmid jedoch nicht. «Wir haben fest damit gerechnet, dass über Weihnacht und Neujahr die konkreten Entscheide für oder gegen eine Kandidatur fallen.»

So müsse ein Engagement in der Lokalpolitik auch mit dem Privatleben unter einen Hut gebracht werden können. «Sowohl die Familie als auch der Arbeitgeber muss Flexibilität beweisen. Das Amt als Gemeinderat etwa fordert mindestens 500 Stunden Arbeit pro Jahr.»

Zwei Kandidaturen zurückgezogen

Dabei sah es für kurze Zeit sogar so aus, als käme es in Hittnau doch noch zu Kampfwahlen. Aber kurz nach der Bekanntgabe der Kandidatenliste zogen sich zwei wieder zurück: Sowohl Walter Kölliker (parteilos), der sich für ein Amt als Gemeinderat aufstellen lassen wollte, als auch der bisherige Schulpfleger Marco Jakob (parteilos) haben ihre Kandidatur aus beruflichen Gründen zurückgezogen.

Auf dem Foto ist Gemeindeschreiber Christian Schmid zu sehen.

Entscheide, die bei Christian Schmid keine Nervosität auslösen. «Das System lässt diesen Schritt schliesslich zu und es ist ehrlicher, jetzt schon zu sagen, dass man eben doch nicht alles unter einen Hut bringen kann, als mitten in einer Legislatur.»

«Wir haben auffallend viele hoch qualifizierte Kandidaten mit einem guten Background.»

Christian Schmid, Gemeindeschreiber

Zwar muss man sich in Hittnau nun keine Sorgen um vakante Sitze machen. Trotzdem sei es schade, dass es nicht zu Kampfwahlen kommt, sagt Schmid. «So hat die Bevölkerung gar keine richtige Auswahl.» Er rechnet darum auch mit einem sehr entspannten Wahlkampf.

Sorgen um die Qualität der neu aufgestellten Behörden macht er sich ebenfalls nicht: «Wir haben auffallend viele hoch qualifizierte Kandidaten mit einem guten Background.» Sei dies in Bezug auf politische Erfahrung oder auf berufliche Fähigkeiten, die etwa in einer RPK gut zum Zug kommen.

Keine stillen Wahlen

Obwohl nun für keine der Hittnauer Behörden mehr Kandidaten antreten, als Sitze zu vergeben sind, ist nicht automatisch klar, dass mit den Wahlen am 27. März alles bereits fix entschieden ist. Denn die Hittnauer Gemeindeordnung lässt keine stillen Wahlen zu.

Christian Schmid: «Erreicht ein Kandidat das absolute Mehr nicht, könnte es somit zu einem zweiten Wahlgang im Mai kommen. Doch davon gehen wir nicht aus.»

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